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WhatsApp-Kolumne von Michael Elbs, 10. Folge Geheime Pläne von WhatsApp: Kommt bald eine eigene Kryptowährung?

Plant WhatsApp eine eigene Kryptowährung? Und was passiert im Februar 2019, wenn die Bedingung „No Ads! No Games! No Gimicks!“ von Koum und Acton endet? Unternehmensberater Elbs zeigt, welche Möglichkeiten sich Handwerksunternehmern dadurch bieten würden und welche Funktionen Sie schon heute für sich nutzen können.

Themenseiten: TS Kolumne Michael Elbs, TS Smartphone und TS Social Media

Laut Definition ist WhatsApp Social Media, da die Plattform Kommunikation über die neuen Medien ermöglicht. Nur ist der Angriff von Messengern auf Mail, Telefon und demnächst womöglich auch Währungen so unübersehbar, dass man sich fragt, ob man bald einen neuen Begriff dafür erfinden muss. Vielleicht Social Communication oder Social Collaboration?

Bezahlen auf WhatsApp: In Indien bereits Realität

Nun macht WhatsApp sich angeblich geheime Gedanken, eine eigene Kryptowährung im Messenger zu verwenden. Bisher haben es Bitcoin und andere Kryptowährungen nicht wirklich geschafft, sich als stabile Internetwährung und anerkanntes Zahlungsmittel zu etablieren. Stattdessen verbrauchen die Minirechner nur verdammt viel Strom, pro Bitcoin-Transaktion angeblich 237 Kilowattstunden. Um gerade kleine Beträge auszutauschen, könnte die Idee bei WhatsApp aber funktionieren und würde damit Umsatz generieren.

In Indien werden Rupien bereits mit WhatsApp versendet. Für die Nutzer ist das sehr einfach. Ca. 50% der indischen WhatsApp-Nutzer verwenden WhatsApp Payments, um gelegentlich oder auch oft zu bezahlen. In der indischen WhatsApp-Variante ist die zweite Kamera, welche nach Drücken der Büroklammer in der ersten Zeile in der Mitte erscheint, durch das Rupien Zeichen ersetzt worden. Drücken Nutzer auf das Zeichen, können sie nun einen Betrag eingeben: Dann wird dieser Betrag an die andere Person gesendet, wie ein Bild oder eine Sprachnachricht. Das Prinzip ist ziemlich simpel und war in WeChat ein Erfolgsrezept. Dort ist es damit möglich, Geld zu tauschen und lässt auch WeChat kräftig verdienen.

Kryptowährung auf WhatsApp: So könnte es funktionieren

Technologisch könnte die Blockchain Technologie als sichere und auch erprobte Grundlage dienen, hoffentlich jedoch stromsparender und umweltfreundlicher als der Bitcoin. Aber die Akzeptanz für solch eine Währung ohne ernsthafte Sicherheiten, wie beispielsweise hinterlegtes Gold, fehlt eben oft. Auch scheuen sich Nutzer, Beträge in Webanwendungen oder Apps zu hinterlegen, um dann online mit einer erworbenen Plattform-Währung zu bezahlen. Bei Fotolia kann so beispielsweise mit Credits bezahlt werden, bei mypio mit sogenannten pios, die bezahlten Minuten entsprechen. mypio ist übrigens eine nützliche App für Unternehmer: Sie bietet eine zweite Handynummer in einer App an. Diese dann einfach auf WhatsApp Business schalten und schon kann Privates und Geschäftliches getrennt werden. Zurück zum Thema: Den Weg, Euros in „What$Apps“ zu tauschen, müsste vermutlich auch WhatsApp gehen. So könnten die Nutzer ohne großen Aufwand Geld in WhatsApp-Währung tauschen.

Ich setze mal Phantasie ein und beschreibe was passieren könnte: WhatsApp führt einen What$App als Zahlungsmittel ein, gesichert über Blockchain. Ein What$App entspricht einem US Dollar, Nutzer könnten What$Apps kaufen und dann damit in WhatsApp bezahlen. Der Wechselkurs würde sich an den fünf wichtigsten Devisen orientieren und als sechste Devise würde auch die Rupie aus Indien herangezogen. International könnte nun in Whatsapp eingekauft werden.

Aber wie, warum und wozu das alles? Wir können doch beim Metzger um die Ecke die Wurst bar an der Kasse bezahlen und abholen, mit der Kreditkarte bezahlen oder dafür unser Handy via NFC verwenden. Ja, nur Ende 2019 wird WhatsApp schon viel mehr Möglichkeiten bieten. Zum Beispiel könnte ein Metzger über einen Bot Grillrezepte anbieten und alle benötigten Zutaten als Paket in einem Abholfach bereitstellen. Könnten Kunden beim Metzger dann nicht nur via WhatsApp bestellen, sondern auch bezahlen, wäre das eben ein neues lukratives Geschäftsmodell. Mal langsam und von Beginn an. …

Zukunftsszenario: Bestellen und Bezahlen per WhatsApp

Ein Wochenende im Sommer 2019, meine Frau und ich haben Freunde zu Grillen eingeladen. Wie immer bin ich zuständig, alles einzukaufen und zu planen und wie immer schiebe ich es auf die letzte Minute. Die Rettung: WhatsApp. Im Status von WhatsApp wird mir die Werbung vom WhatsApp-Metzger angezeigt, Mediterranes Grillrezept mit Gemüse, Wochenaktion . Ich tippe direkt drauf und es öffnet sich ein Chat mit Bezug auf das Angebot. Das geht heute ja bereits und vermutlich ab Februar können auch Werbeanzeigen im Status von WhatsApp geschaltet werden.

Ich schreibe den Metzger an, was da enthalten ist und der WhatsApp-Bot liefert mir zu dem Rezept leckere Bilder, Serviervorschläge und fragt nach der Personenanzahl. Dann kommt noch wie im Laden die Frage „Eher Vielesser oder Normalo?“. Ich mach mal „normal“, es folgt ein Angebot in Form von Bildern. Es sind mehr als vier Bilder, die mir in der Kacheloptik angezeigt werden. Als fünftes Element folgt ein gif, welches mich in Endlosschleife fragt: Weitere Fragen? Ein anderes Rezept kaufen? Dieses Angebot weiterempfehlen?“ Ich kaufe ein und sende 20 What$App. Vom WhatsApp-Bot erhalte ich eine Schließfachnummer für das Schließfach vor der Metzgerei, wo ich dann alles abholen kann. Auch eine Rechnung wird mir als Beleg gleich zugesendet.

Puh, gerettet! Nur noch Bier organisieren. Da war doch auch was von einer Brauerei im Status oder hab ich da einen Newsletter erhalten? Nein, mir wurde ein Bild weitergeleitet mit einem coolen Affen der Bier trinkt. Unten rechts war die Brauerei …

Neue Möglichkeiten auf WhatsApp: Das sollten Sie noch dieses Jahr machen

WhatsApp ist Kommunikation. In jedem Handwerksberuf ist Kommunikation nötig, um Umsatz zu machen. Wir sind keine Marke wie Cola, die nur ein Bild braucht, um Durst und Kaufinteresse zu wecken. Im Handwerk findet immer Beratung und Informationsweitergabe statt. Der einfache Start dieser Beratung kann zum Beispiel durch die neue Werbefläche auf WhatsApp möglich werden.

Im Status soll das ab dem ersten Quartal 2019 möglich sein. Für eine 20 Sekunden-Einblendung will WhatsApp ab circa sieben Cent pro erreichten User verlangen. Die Chance, von der Neuerung zu profitieren, effizient zu kommunizieren und neue Kunden zu erhalten, ist also in WhatsApp Business für Unternehmer besonders groß. Die Metzgerei Haslacher beispielsweise sendet heute bereits das Wochenangebot der heißen Theke per WhatsApp als Broadcast.

Empfehlung: Experimentieren Sie bereits heute mit dem Status

Den Status zu nutzen, funktioniert ziemlich gut. Ich habe mich selbst lange darum gedrückt, da der Status nur 24 Stunden verfügbar ist und daher eingeplant werden muss. Ich vermute, dass in WhatsApp Business bald ein Statusplaner auftauchen wird, so dass die Statusanzeigen vorgeplant und auch bezahlte Einblendungen gebucht werden können.

Keine Werbung, keine Spiele, kein Schnickschnack

Viele der angedeuteten Möglichkeiten könnten ab Februar 2019 Realität werden: Dann endet die Vereinbarung, welche Zuckerberg mit den WhatsApp-Gründern und -Programmierern Koum und Acton getroffen hatte: Beide Gründer haben, vermutlich wegen den kommerziellen Gedanken und Vorbereitungen, im letzten Jahr das Haus Facebook vorzeitig verlassen und äußern sich sehr kritisch gegenüber den Plänen von Zuckerberg und Co. zu Werbung auf WhatsApp. Auch die EU wird in Hinblick auf den Datenschutz mit den Veränderungen nicht ganz einverstanden sein. Jedoch wird vermutet, dass die geplanten Firmenaccounts DSGVO-konform sein werden. So könnte das Ganze eine ziemlich schöne Sache werden. WhatsApp muss eben die Balance zwischen Werbung, Kommerz, Nutzer Experience und Datenschutz finden. Die Chancen stehen gut, dass Facebook da etwas Vernünftiges anbieten wird, da sich die Plattform sowieso gerade neu erfinden muss, um nicht weitere Nutzer zu verlieren.
Wird WhatsApp mit Geld Geld verdienen? Was sagt der Datenschutz dazu? Wir werden es in den nächsten zwei bis drei Jahren erleben. Jetzt, Anfang 2019, werden die Weichen dafür gestellt. Ende Februar läuft der Vertrag mit den Gründen Koum und Acton aus und dann kann Facebook mit WhatsApp machen, was es will. Ich denke, Facebook wird scheibchenweise WhatsApp umbauen und erweitern. Langfristig werden Banken, Mobilfunkanbieter, die Post und andere Provider an Traffic und damit an Umsatz verlieren. Für das Handwerk ist es eine geniale Möglichkeit einfach, mobil und effizient zu kommunizieren, mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern und dadurch auch im Jahr 2019 schneller, effizienter und erfolgreicher zu sein.

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