Wirtschaft -

Energieberatung: Beraten und ausführen jetzt erlaubt

Der Listeneintrag allein reicht nicht

Ein Meilenstein ist die geänderte Förderpolitik für das Handwerk aber nicht. „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“, sagt Michel Durieux vom Handwerkstag Baden-Württemberg. „Die KfW kommt dem Handwerk und deren Kunden zwar mit diesem Bürokratieabbau entegegen, sie verändert ihre Politik aber nicht grundlegend.“ De facto hat die KfW nur das zurückgenommen, was sie selbst zu Beginn des Jahres 2013 eingeführt hatte.

Franz Sedlmeier, Kaminkehrermeister, Innungsmeister und Energieberater aus München, lobt und tadelt die KfW für diesen Schritt: „Die einschränkende Klausel beim Förderprogramm 403 abzuschaffen war dringend notwendig“. Sedlmeier glaubt aber nicht, dass sich das Modell mit der „Eintragungspflicht in die Expertenliste auf Dauer fortführen lässt.“ Auf die KfW käme bald der „erste Musterprozess zu, bei dem ein Handwerker gegen den Listenzwang klagen wird“, so seine Einschätzung. Dirk Schickling ist seit mehreren Jahren bereits in die Liste der Dena eingetragen. Er zeigt sich zwar erleichtert, dass diese Hürde für Handwerker wie ihn von der KfW wieder abgebaut wurde, er sieht hierin aber keine deutliche Verbesserung: „Es besteht immer noch eine klare Benachteiligung für Energieberater im Handwerk“, sagt Schickling. „Eingetragene Ingenieure und Architekten müssen bei der Weiterbildung gegenüber den Energieberatern im Handwerkern nur die Hälfte der Stunden absolvieren.“

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