Wirtschaft -

Energieberatung: Beraten und ausführen jetzt erlaubt

Handwerker, die auch als Gebäudeenergie­berater tätig sind, dürfen ihre Vorschläge zur energetischen Bausanierung jetzt auch in Teilen umsetzen. Eine wichtige Voraussetzung gibt es aber.

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Dirk Schickling kann wieder aufatmen.Nach nur einem Jahr hob die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), über die alle Fördermittel zur energetischen Gebäudesanierung laufen, die sogenannte „vorhabensbezogene Unabhängigkeit“ gemäß ihrem Förderprogramm „430“ auf. Diese Vorschrift untersagte Energieberatern wie Schickling, der einen SHK- Betrieb im Taunus führt, die entsprechende Teilmaßnahme gemäß dem Sanierungskonzept auch selbst umzusetzen. Das Gleiche galt bislang auch umgekehrt: Wer baute, durfte vorab nicht beratend tätitg gewesen sein. Damit wollte die KfW die Qualitätssicherung der ener­getischen Gebäudesanierung gewährleisten. Schickling und sein Vater Hubert wandten sich aus diesem Grund im Jahr 2013 an die Politik und protestierten gemeinsam mit dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) in Berlin. Die direkte Ansprache per Brief an die KfW sollte den Unmut und das Unverständnis über die Förderprogrammatik zum Ausdruck bringen – ohne Erfolg.

Neue Bedingungen für Förderanträge

Seit 1. Januar 2014 besteht diese Förderungsbremse für Handwerker nicht mehr. Der Heizungsbaumeister darf trotz seiner beratenden Funktion wieder die Heizungsanlage erneuern, der Dachdeckermeister das Dach des Kunden neu decken und der Fensterbauer energieeffiziente Fenster einbauen – vorausgesetzt das Sanierungskonzept sieht diese Maßnahme vor. Neu ist: Wer energetische Gebäudesanierung anbietet und KfW-Fördermittel beantragen will, muss in die Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (Dena) eingetragen sein. „Wir fördern die verbindliche Expertenliste, um den Endverbrauchern nach der Aufhebung der Unabhängigkeitsklausel weiter eine geprüfte Qualitätssicherung bei der Energieberatung gewährleisten zu können“, erklärt Sybille Bauernfeind von der KfW.

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