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Neues Portal Frauen im Handwerk

Mehr als 100 Handwerksberufe gibt es in Deutschland. Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) arbeiten in rund 967.000 Handwerksbetrieben etwa 4,8 Millionen Menschen. Ein Drittel von ihnen sind Frauen. Das Bundesfamilienministerium hat für sie ein neues Internetportal - „Frauen im Handwerk“ - an den Start gebracht.

Das neue Dossier auf www.frauenmachenkarriere.de , dem Internetportal des Bundesministeriums, gibt einen Einblick in die Situation von Frauen im Handwerk, informiert über berufliche Perspektiven und stellt Aus- sowie Weiterbildungswege vor.

Die große Mehrheit der Frauen, die im deutschen Handwerk arbeiten, ist in den kaufmännischen Berufen tätig. In den gewerblich-technischen Handwerksberufen waren 2007 nur knapp 17 Prozent der Auszubildenden weiblich. Und bisher entscheiden sie sich noch immer vorrangig für Berufe in den Bereichen Gesundheit, Körperpflege und Bekleidung.

Frauen erobern vor allem Handwerksberufe, „die auch einen gestalterischen Anspruch haben oder besondere Wissensanforderungen stellen“, erklärt Alexander Legowski, ZDH-Mitarbeiter.

Allmählich entscheiden sich aber immer mehr Frauen für technische Berufe – auch wenn ihre Zahl erst langsam wächst. Doch gerade diese Berufe – beispielsweise Anlagenmechanikerin und Anlagemechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik, Elektronikerin und Elektroniker oder Feinwerkmechanikerin und Feinwerkmechaniker – liegen derzeit besonders im Trend. „Wir brauchen hoch qualifizierte junge Frauen – und natürlich auch Männer – im Handwerk“, betont Legowski.

Entscheiden sich Frauen für „typisch männliche“ Handwerksberufe, dann schneiden sie bei den Abschlussprüfungen, so die Bundesagentur für Arbeit (BA), durchschnittlich erfolgreicher ab als ihre männlichen Kollegen.

Und ein steigender Frauenanteil ist bei den Meisterprüfungen zu verzeichnen: Vor 30 Jahren waren nur rund sieben Prozent der Handwerksmeister Frauen, heute sind es über 15 Prozent. Viele von ihnen gründen ihr eigenes Unternehmen – wie beispielsweise Lore Penske (51), die eine Möbeltischlerei in Hamburg betreibt. Mit dem Bild des „Meister Eder“, dem die Späne um den Kopf fliegen, habe ihr Beruf zwar nichts mehr zu tun. Doch auch nach 30 Berufsjahren sei es für sie immer noch ein schönes Erlebnis, „etwas von Anfang bis Ende zu bauen.“

Das aktuelle Dossier „Frauen im Handwerk“ stellt weiterhin die unterschiedlichen Ausbildungswege im Handwerk vor und informiert über den Weg zum Meisterbrief sowie Fördermöglichkeiten für diese Weiterbildung.

Eine umfassende Link- und Literaturliste rundet das Dossier ab und verweist sowohl auf allgemeine Informationen zum Handwerk als auch auf Webseiten zum Thema Aus- und Weiterbildung sowie Gründungen und Frauen im Handwerk.

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