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Autoversicherung Flottenpolice: So sparen Sie mit einem Fuhrpark-Versicherungspaket tausende Euro

Handwerksunternehmer mit mehr als drei Fahrzeugen können ihre Flotte als Paket versichern – eine Police für alle. Das ist nicht nur deutlich günstiger als Einzelpolicen, es ist auch unkomplizierter in der Verwaltung und erlaubt oft mehr Spielraum bei der Fahrzeugnutzung. Wer Vergleichsangebote einholt, schöpft das Sparpotenzial voll aus. Montagebauer Marc Wiek staunt über rund 11.100 Euro Prämiendifferenz im Tarifvergleich.

Topic channels: TS Flottenversicherung und TS Fuhrpark

Viele Fahrzeuge, viele Policen? Ja, das ist Realität in vielen Handwerksbetrieben. Die Unternehmer haben Einzelpolicen, oft sogar bei verschiedenen Assekuranzen mit unterschiedlichem Schutz abgeschlossen. Das erschwert den Überblick über den tatsächlichen Versicherungsschutz und erhöht den Aufwand für die Verwaltung. Unkomplizierter und auch deutlich günstiger ist ein Flottentarif. Versicherer bieten Kleinflotten-Policen schon ab drei Fahrzeugen an. Das Ergebnis eines aktuellen Tarifvergleichs für einen Handwerksmeisterbetrieb zeigt: Das Sparpotenzial ist enorm. Handwerker sollten jetzt aktiv werden, denn gewerbliche Kfz-Versicherungen können in der Regel zum 30. November gekündigt werden.

Streit mit der Versicherung um Schadenbegleichung

Diese Frist möchte Marc Wiek von der Norff GmbH aus Kerpen im Rhein-Erft-Kreis auf jeden Fall nutzen. Erst hatte er Ärger mit seiner Versicherung bei der Schadenregulierung und nun muss er auch noch mit einer Prämienerhöhung rechnen. „Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, sagt er. Wiek führt einen Meisterbetrieb, der die Montage von Fenstern, Türen und „mehr“ zum Geschäftszweck hat. Mit seinen acht Fahrzeugen und drei Anhängern war er bisher weitgehend bei der VHV versichert – mit Einzelpolicen für jedes Fahrzeug. Nun möchte er den Versicherer wechseln.

Angefangen hat alles ganz harmlos: Wiek hatte seiner Versicherung Ende 2019 einen Tierbissschaden gemeldet. Ein Nager hatte sich von außen durch die Zwangsbelüftung des Firmenwagens gebissen und etliche Kabel und Bauteile beschädigt. Der Gesamtschaden am VW Tiguan belief sich laut Werkstattrechnung auf 2.658 Euro. Doch die VHV lehnte eine Regulierung wiederholt ab. Ihr Argument: Das Tier sei nicht im Motorraum, sondern im Innenraum aktiv gewesen und Innenraumschäden seien ausgeschlossen. Wiek sah das anders: Im Innenraum war der Nager nie zu sehen – er wütete hinter den Verkleidungen. „Das ist doch kein Innenraum“, sagt er. Das Tier kam ja von außen und hat sich bis hinter die Verkleidung vorgearbeitet.

Unterstützung bekam er von seinem Versicherungsmakler, Johannes Brück aus Düsseldorf. Er machte ihn auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt (Az. 7 U 25/16 vom 5. September 2018) aufmerksam. Die Richter stellten damals für einen ähnlichen Fall fest: „Kein vernünftiger Versicherungsnehmer würde … annehmen, dass sich mit dem Motorraum verbundene und vom Motorraum ausgehende Kabel ab dem Punkt an als nicht versichert erweisen, wenn sie diesen verlassen, dabei aber für den Versicherungsnehmer weiterhin unsichtbar verkleidet bleiben …“. Am Ende zahlte die VHV den Schaden dann doch. „Gute und schnelle Regulierung sieht aber anders aus“, sind sich Brück und Wiek einig. Den Hinweis auf dieses Urteil hätte sich Wiek auch von seinem früheren Versicherungsberater gewünscht.

Auf Schaden folgt oft eine Prämienerhöhung

Doch nicht nur die Regulierung mit der VHV ist für Wiek problematisch. Aufgrund von weiteren Schäden im vorigen Jahr sieht es so aus, dass der Bauhandwerker mit höheren Prämien für das kommende Jahr rechnen muss. „Ich schätze, dass zwischen 15 und 20 Prozent Erhöhung auf den Bauhandwerker zukommen werden“, sagt Brück. Dann würden die Autos künftig zwischen 12.500 Euro und 13.000 Euro Versicherungsprämie pro Jahr kosten.

handwerk magazin hat bei den handwerks­nahen Versicherern, Münchener Verein und Signal Iduna, nach ihren Konditionen für den Versicherungsbeginn 1.1.2021 angefragt – und von ihnen bemerkenswert günstige Konditionen gemeldet bekommen. Makler Brück hat parallel etliche andere gewerbliche Kfz-Versicherer angeschrieben und um ihre Tarife gebeten. Alle Fahrzeuge sollen nun über eine Flottenpolice abgesichert werden. „In der Regel sparen Unternehmen selbst mit wenigen Fahrzeugen deutlich, wenn sie von der Einzelversicherung in einen Flottenvertrag umsteigen“, befürwortet auch Thomas Salomon, Versicherungsmakler aus Hamburg, den Wechsel. „Selbst für neu angeschaffte Firmenfahrzeuge gilt sofort der volle Flottenrabatt“, führt er zudem an. Die Höhe des Jahresbeitrags hängt von Art und Anzahl der versicherten Fahrzeuge, von der Zahl der Versicherungsschäden in der Vergangenheit und von der Branche des Unternehmens ab.

Wenn Transparenz zum Problem wird, wird gemauert

Versicherungsmakler Brück hat bei seiner Anfrage offen darauf verwiesen, dass die Ergebnisse des Vergleichs für die Norff GmbH veröffentlicht werden. Das führte zu erstaunlichen Reaktionen einiger Assekuranzen. So gaben zwar die Gothaer und die Rhion ein Gebot ab, möchten es aber lieber geheim halten. Die Ergo signalisierte schon vorab, dass sie wohl hier nicht konkurrenzfähig wäre, und die Axa reagierte erst gar nicht. Helvetia, Basler, Janitos, Volkswohl Bund, Continentale und Versicherungskammer Bayern haben derzeit keine passende „Kleinflotten-Police“ im Angebot. Und bei der Mannheimer war der Tarif für 2021 noch nicht verfügbar. Die Alte Leipziger verweist darauf, dass ihr Angebot nicht pauschal für alle Handwerksbranchen gelte, sondern nur für Unternehmen aus dem Bereich „Fenster- und Türenbau“. Dachdecker- oder Malerunternehmen mit vergleichbarem Fuhrpark seien günstiger.

Nur Transparenz sichert faire Versicherungsprämien

Offenbar schmerzt die Branche ein Vergleich ihrer Produkte. Unsere Empfehlung: Transparenz sichert faire Konditionen. Wer nicht zu viel zahlen möchte, sollte seine Police (Fahrzeuge, Leistung und Prämie) mit den Ergebnissen in dem angefügten Download vergleichen und Alternativangebote einholen – und gegebenenfalls wechseln. Doch oft ist das gar nicht notwendig. Die Versicherer zeigen sich erfahrungsgemäß verhandlungsbereit, wenn der Handwerker auf zu hohe Prämien verweist.

Wer viele Einzelversicherungen hat, kann ja seine Beiträge für den Fuhrpark einmal addieren und das Ergebnis mit den Zahlen in der Tabelle vergleichen – und gegebenenfalls in eine Flottenversicherung wechseln.

Mehr als 11.100 Euro ersparnis durch den Prämienvergleich

Bei der Tarifabfrage haben alle Versicherer die gleichen Angaben zum Montagebauer Norff bekommen: „ Jede Assekuranz kalkuliert ja eigenständig, einen Standardpreis gibt es bei gewerblichen Versicherungen nicht“, erklärt Makler Brück. Und das ist auch der Grund, warum ein Online-Vergleich bei der Flottenversicherung keine verlässlichen Ergebnisse liefert. Denn hier werden in der Regel Höchstprämien dargestellt, die oft weit von individuell verhandelbaren Preisen entfernt sind. Das Ergebnis der Police-Abfrage für Marc Wiek: Bei Wahl des günstigsten Anbieters spart er bei gleicher Leistung über 4.000 Euro.

Trend zu Beitragserhöhungen auch im nächsten Jahr

Handwerksunternehmer – vor allem wenn sie in diesem Jahr einige Schäden hatten – müssen wohl grundsätzlich mit Prämienerhöhungen rechnen. „Eine signifikante Entspannung an der Prämienfront ist im Flottenversicherungsmarkt nicht in Sicht“, informiert Melanie Frömming vom Großmakler Aon aus Hamburg. Auch im vergangenen Jahr hätten die Versicherer in diesem Segment Verluste eingefahren. Wie hoch diese ausfallen, sei statistisch noch nicht ausgewertet.

Neuregelung der Haftung bei Unfällen mit Anhängern

Die Verluste resultieren weniger aus Unfällen als mehr aus Beitragsruhestellungen. Denn viele gewerbliche Fahrzeuge waren in der heißen Pandemie-Phase nicht im Einsatz, da den Unternehmen die Aufträge fehlten. Allein die R+V Versicherung aus Wiesbaden hat mit 35.000 Unternehmen zeitweise eine beitragsfreie Ruheversicherung vereinbart. Hinzu kommt, dass der Gesetzgeber ein altes Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2010 quasi außer Kraft gesetzt und die Haftung bei Unfällen mit Anhängern auf ein Minimum begrenzt hat.

Seit dem 17. Juli 2020 greift die Anhängerpolice nur dann, wenn ein Unfallschaden allein vom Anhänger ausgeht. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein technischer Defekt den Unfall verursacht oder wenn sich ein abgestellter Anhänger auf abschüssiger Straße selbstständig macht. In allen anderen Fällen greift jetzt die Police für das Zugfahrzeug. Für Unternehmen, die öfter Anhänger leihen, ist das eine gute Botschaft. „Heute liegen die Prämien für Anhänger, abhängig von Schadenquote, Nutzung und Branche, zwischen 400 und 1.500 Euro pro Jahr“, weiß Anton Knitsch vom Versicherungsmakler Funk Gruppe aus Hamburg. Künftig dürften sie auf unter 100 Euro sinken. Die Kehrseite der Medaille des neuen Rechts: Zugfahrzeuge werden wieder teurer. Daher rät Makler Aon, in diesem Jahr frühzeitig mit den Versicherern Gespräche zu führen.

Flottenpolicen erleichtern die Verwaltung

Noch immer gibt es viele Handwerksunternehmen, die ihre Fahrzeuge wie im privaten Bereich üblich, einzeln versichert haben. Dabei ist eine Flottenpolice aus vielen Gründen besser:

  • Alle Fahrzeuge aus dem Fuhrpark kommen in einen „Versicherungs-Topf“, der individuell für das einzelne Unternehmen existiert – das Handling wird leichter.
  • Gleichzeitig lässt sich der Flottenrahmenvertrag ganz individuell für das einzelne Unternehmen anpassen.
  • Wer den Flottentarif abschließt, braucht keine „weichen“ Tarifmerkmale, wie Fahrleistung oder Nutzerkreis anzugeben.
  • Auch die unterschiedliche Einstufung in Schadenfreiheitsklassen (SFR) entfällt. Die Prämienkalkulation basiert schlicht auf einer durchschnittlichen Rabattklasse. Es gilt meist für jedes Fahrzeug der gleiche Preis – die sogenannte Stückprämie.
  • Abgerechnet wird beim Flottentarif bequem über ein Sammelverfahren.
  • Neue Fahrzeuge werden automatisch in den Flottenvertrag aufgenommen.

Flottenpolicen verändern den Versicherungsschutz nicht

Der Versicherungsschutz ist nicht anders als bei Einzelpolicen auch: Kfz-Haftpflicht und Kasko. Für die Prämie ist die Schadenquote entscheidend. Umsichtiges Fahren lohnt sich daher. Die Formel lautet einfach: Weniger Schäden, weniger Versicherungsbeitrag. Liegt der Schadenaufwand unter 70 Prozent der Nettoprämie (ohne Versicherungssteuer), bewerten die Assekuranzen den Kunden als positiv. „Ist das Verhältnis schlechter, ist eine Beitragserhöhung wahrscheinlich“, so die Einschätzung von Experte Salomon.

Gleichzeitig kann der Flottenschutz aus einer Vielzahl von Deckungsbausteinen individuell aufgebaut werden. So können beispielsweise Brems-, Betriebs- oder Bruchschäden ebenso wie Eigenschäden – Crash von zwei Firmenfahrzeugen miteinander – eingeschlossen werden.

Moderne Antriebssysteme sorgen für Bewegung bei den Policen

Wer bereits über Fahrzeuge mit modernen Antriebssystem verfügt, darf bald mit optimierten Policen rechnen: „Bei Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen werden die Leistungen derzeit von den Versicherern stark ausgebaut“, sagt Ivana Höltring von Acturis. Sie kennt über das Nafi-Vergleichsprogramm fast alle Kfz-Versicherungstarife in Deutschland. Die Nafi GmbH entwickelt seit mehr als 25 Jahren Softwarelösungen für Versicherungsvergleiche im Bereich Kfz und Kleinflotte. Bei den neuen „Stromern“ seien nun Entsorgung, Resteverwertung sowie Kurzschlussschäden an Aggregaten gut abgedeckt. Zudem seien in den meisten Tarifen Schäden an der Ladestation oder an Ladekabeln mitversichert.

Experten für die Flottenversicherung

Noch immer sind übrigens viele Kleinflotten nicht über einen Versicherungsmakler vermittelt worden, sondern wurden direkt über den Vertreter abgeschlossen.
Karol Wudkowski, Leiter Kraftfahrt Deutschland beim Versicherungsmakler Marsh in Stuttgart, schätzt, dass das etwa für 70 Prozent der Kleinflotten mit bis zu zehn Fahrzeugen gilt. Diesen hohen Wert hält Oliver Rehbeil, Flottenexperte beim Versicherungsmakler MRH Trowe Gruppe, für realistisch – und suboptimal. „Verlangt der Versicherer mehr Prämie, haben diese Handwerksunternehmer keine wirkliche Alternative“, warnt auch Makler Brück.

Wer ab Start eine faire Prämie zahlen will, sollte den Markt testen – also neben seinem Einfirmenvertreter auch einen Makler ansprechen und um ein Prämienangebot bitten. Große Versicherungsmakler, wie Aon, Marsh, die Funk Gruppe, Südvers, Hoesch & Partner, oder spezialisierte Makler, wie die Aktiv Assekuranz, Schunck, Bernhard Assekuranzmakler oder Blaeser & Kempermann, haben den Vorteil, dass sie über ihre Marktmacht oft sehr gute Flottenkonditionen aushandeln können. Kleinere Versicherungsmakler sind hingegen gut in der Szene vernetzt und wissen, welche Assekuranz regional besonders guten Service bietet.

Mehr ServiceLeistungen der Flottenexperten

Die Experten helfen zudem bei der Schadenverhütung mit Analysen und Ratschlägen. Das ist wichtig, denn nur wer die Schadenentwicklung in seinem
Unternehmen kennt, kann rechtzeitig gegensteuern, wenn die Flotte aus dem Ruder läuft. Noch ein Tipp für Unternehmer: „Hat der Handwerker weniger Schäden, sollten zeitnah Prämienreduzierungen verhandelt werden, die sind besser als Rückerstattungen.“ Grund: Die hohe Versicherungssteuer von 19 Prozent auf den ersparten Teil der Prämie entfällt. Und noch ein Tipp: Eine ähnliche Sparwirkung hat eine höhere Selbstbeteiligung – meist gelten hier Jahresvereinbarungen für den ganzen Fuhrpark.

Referenzkunden anrufen und nach gemachten Erfahrungen befragen

Übrigens: Ein guter Makler hat Fachkompetenz – und die belegt er am besten mit einer Referenzliste an betreuten Flotten. Flottenchefs sollten sich daher gerade bei Versicherungsvermittlern nicht von großen Namen und tollen Vorträgen – die ihnen gern gehalten werden – blenden lassen. Besser ist es, wenn Handwerker ein oder zwei Firmen aus der Referenzliste anrufen und fragen, wie zufrieden sie mit dem Makler sind. Gute Erfahrung ist noch immer die beste Empfehlung.

Mit dieser Vorgehensweise sind gut arbeitende Versicherungsmakler durchaus zufrieden. Makler Oskar Durstin, Geschäftsführer der RiVer GmbH aus Mering bei Augsburg, meint: „Bei uns haben Risikovermeidung, Risikobegrenzung und Schadenverhütung Vorrang vor Versicherungen“, das würden seine Kunden sicher bestätigen. Entscheidend für den Versicherungsumfang sei dann die Risikobereitschaft des Unternehmers, die aus objektiver Risikotragfähigkeit und subjektivem „Bauchgefühl“ bestehe.

Tatsächlich sind Risikomanagement und Versicherung nur zwei Seiten der gleichen Medaille. „Aber nur rund 15 Prozent unserer Neukunden kennen beispielsweise ihre aktuelle Schadenquote“, wundert sich Denis Gommel, Experte für Flottenversicherungen beim Makler RVM aus Eningen. Doch wer die Schadenentwicklung in seinem Unternehmen nicht kenne, der könne nicht gegensteuern, wenn die Flotte vermehrt Schäden produziere. Tipp von Thorsten Kuhr, Geschäftsführer der Bernhard Assekuranz für Handwerker mit kleinen Flotten: „Lassen Sie die Schadenfreiheitsklassen im Hintergrund von Ihrem Berater weiterführen.“ So habe der Betrieb die Wahl, zu Einzelpolicen zurückzukehren, wenn der Flottenbestand reduziert wird. Zudem sei das SFR-System in Bewegung: Für Lieferwagen gibt es bis zu 30 und bei Pkw sogar bis 50 Klassen. Wenn diese Tarife günstiger werden, lohnt der Wechsel.

Kfz-Flottentarife: Wichtige Besonderheiten

Flottentarife sind individuell berechnete Angebote an die Handwerker. Auch die Bedingungen sind individuell. Auf die hier genannten Besonderheiten sollten Handwerksunternehmer achten.

  1. Rahmenvertrag
    Im Flottenrahmenvertrag werden Vereinbarungen getroffen, die über die Allgemeinen Bedingungen hinausgehen. Etwa die Festlegung des Gerichtsstands oder die sofortige Deckung bei Zulassung neuer Fahrzeuge ohne Unterrichtung des Versicherers.
  2. SchadenFreiheitsKlassen- Modell (SFR)
    Alle Fahrzeuge werden in eine einheitliche Beitragsklasse eingestuft. Der Beitragssatz orientiert sich an der Schadenquote. Neu hinzukommende Fahrzeuge erhalten den aktuellen Verlaufsrabatt der Flotte. Nachteil: Steigt die Schadenquote, werden alle Fahrzeuge hochgestuft. Da die Ersparnis gegenüber dem Einzelvertrag groß ist, lohnt sich der Flottentarif meist trotzdem.
  3. Stückprämien
    Für artgleiche Fahrzeuge, wie Pkw, wird im Flottentarif immer der gleiche Preis gezahlt. Motorisierung oder Ausstattung spielen keine Rolle. Auch das bei Pkw übliche Schadenfreiheitsrabattsystem wird nicht berücksichtigt.
  4. Gewinn-Modell
    Ein Teil der Prämien wird vom Versicherer rückvergütet, wenn die Schäden im Laufe des Jahres gering ausfallen.

Kleinflotten: Wichtige Versicherungsleistungen

Nicht alles, was Versicherte für versichert halten, ist tatsächlich mit einer gängigen Kfz-Police abgedeckt. Damit es im Schadenfall keine bösen Überraschungen gibt, sollten die unten stehenden Vertragsklauseln in den eigenen Verträgen überprüft werden. Je nach Bedarf des Betriebes können Zusatzvereinbarungen sinnvoll sein. Auch sie sind in dieser Checkliste aufgeführt.

  • Eigenschadendeckung
    Kollisionen zwischen eigenen Firmenfahrzeugen außerhalb des Betriebsgeländes sind versichert. Der Schutz kann erweitert werden auf Schäden innerhalb des Betriebsgeländes.
  • Tierschutz
    Gute Bedingungen schützen vor der Kollision mit jedem Tier.
  • Tierbiss
    Alle Tierbissschäden und ihre Folgen, etwa ein Kurzschluss, sollten bis zur Höhe von 3.000 Euro versichert sein.
  • Grobe Fahrlässigkeit
    Wichtig und richtig: Assekuranzen verzichten zunehmend auf Kürzungen wegen „grober Fahrlässigkeit“. Dies greift allerdings nicht, wenn ein Schaden unter Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen verursacht wurde, oder wenn ein Diebstahl grob fahrlässig herbeigeführt wurde – etwa, wenn Einbrecher mit dem Ersatzschlüssel aus dem Handschuhfach das Auto entwenden.
  • Hol- und BringService
    Einige Versicherer bieten nach Schäden einen Hol- und Bringservice, wenn das Fahrzeug in der Partnerwerkstatt repariert wurde.
  • Flotten Werkstatt-Tarife
    Wer seine Flotte bei Kaskoschäden immer in die Partnerwerkstatt des Versicherers bringt, bekommt einen Nachlass. Allianz und Debeka gewähren beispielsweise auf die Kaskoprämie zehn Prozent Rabatt. Signal-Iduna, HDI Globale und VHV geben sogar 15 Prozent. Andere Versicherer, wie Alte Leipziger, Concordia, Ergo, Gothaer, Württembergische und Zurich gewähren individuelle Nachlässe.
  • Schutz bei Betriebs-, Brems- und Bruchschaden
    Versichert sind Schäden am Fahrzeug, die ihre alleinige Ursache in einem Bremsvorgang haben, beispielsweise Schäden an der Bremsanlage oder an den Reifen. Ersatz gibt es zudem, wenn ein Fahrzeug falsch bedient wurde und es so zum Schaden kam. Typische Betriebsschäden werden durch falsche Betankung oder verrutschende Ladung hervorgerufen. Abgesichert sind gleichzeitig Schäden durch Materialermüdung oder Abnutzung. Für diese Extra-Absicherung verlangen die Assekuranzen oft hohe Zuschläge von bis zu 70 Prozent auf die Vollkaskoprämie.
  • Lückenschutz für Leasingfahrzeuge
    Die Gap-Deckung (Gap = engl. Lücke) schließt bei einem Totalschaden durch Unfall oder Diebstahl eines Leasingfahrzeuges die finanzielle Lücke zwischen dem Wiederbeschaffungswert, den die Kaskoversicherung bezahlt, und dem Restleasingwert, der für das geleaste Fahrzeug noch zu zahlen ist.
  • Schutzbrief vor Ort
    Interessantes Neuland für Flotten sind Schutzbriefe, die bisher nur wenige Versicherer im Angebot haben: Allianz, Axa und Württembergische bieten die Serviceabsicherung bei Panne und Unfall derzeit direkt ab dem Heimatstandort an.
  • Personen-Vollkasko-Schutz
    Sinnvoll ist eine zusätzliche Fahrer-Schutz-Versicherung (FSV). Damit wird eine gefährliche Versicherungslücke gedeckt: Der Personenschaden des Fahrers nach einem selbstverschuldeten Unfall. Die Police zahlt zusätzlich zur gesetzlichen Unfallversicherung, die ja bei Privatfahrten mit dem Firmenwagen grundsätzlich nicht zuständig ist. Eine gute FSV leistet auch für Schmerzensgeld.
  • Sonderausstattung
    Flottentarife sollten bauliche Veränderungen am Fahrzeug und Sonderausstattungen ohne Zuschlag absichern. Oft gibt es aber eine Wertgrenze, bis zu der geleistet wird.




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  • Flottentarife für Handwerker (PDF, 347 kB)

    Marktüberblick über Leistungen und Prämien für die Kleinflotte (acht Fahrzeuge und drei Anhänger) des Montagebauers Marc Wiek, Inhaber der Norff GmbH aus Kerpen. Die Konditionen wurden von den Versicherern mehr...

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