Betrieb -

Firmenwagen: Fahrtenbuch richtig führen und Steuern sparen

Wer das Fahrtenbuch seines Firmenwagens ordentlich führt und alle Formalitäten beachtet, kann Steuern sparen. Der Bundesfinanzhof hat klar festgelegt, welche Angaben zwingend sind, um eine ungünstige Besteuerung des Firmenwagens zu vermeiden. Handwerksunternehmen sollten einige wichtige Formalien beachten, um die Kosten für die Touren mit dem Firmenwagen beim Finanzamt absetzen zu können.

Handwerksunternehmer, die ihr Fahrtenbuch nicht ordnungsgemäß führen, müssen mit einer ungünstigen Besteuerung ihres Firmenwagens rechnen. Der Bundesfinanzhof (BFH) urteilt, dass das Finanzamt eine Pauschbesteuerung von einem Prozent auf die Fahrzeugkosten (Bruttolistenpreis des Wagens zum Zeitpunkt seiner Erstzulassung) berechnen darf, wenn das Fahrtenbuch des Firmenwagens nicht nach strengen Formalien geführt wurde. Voraussetzung ist dafür, dass der Handwerksunternehmer seinen Firmenwagen mindestens zu zehn und höchstens zu 50 Prozent betrieblich genutzt hat. Der Gesetzgeber spricht hier vom „gewillkürtem Betriebsvermögen“.

Wirtschaftsgüter, die ihrer Art und Verwendung nach nicht eindeutig und überwiegend eigenbetrieblich genutzt werden, können gewillkürtes Betriebsvermögen darstellen. Allerdings müssen sie in einem objektiven Zusammenhang mit dem Betrieb stehen und dazu bestimmt und geeignet sein, ihm zu dienen gemäß | R. 4.2 Abs. 1 EStR „gewillkürtes Betreibsvermögen“. Dem Steuerpflichtigen wird hier ein Entscheidungsspielraum eingeräumt (Quelle: FinanceWiki).
Wirtschaftsgüter, die ausschließlich privaten Zwecken des Steuerpflichtigen dienen, sind notwendiges Privatvermögen. Dies gilt auch für Wirtschaftsgüter, die sowohl betrieblich als auch privat genutzt werden, deren betrieblicher Nutzungsanteil (BN) jedoch geringer als 10 Prozent ist (Quelle: FinanceWiki).
Notwendiges Betriebsvermögen stellen alle Wirtschaftsgüter dar, die dem Betrieb unmittelbar nutzen, d. h. in besonders enger Beziehung zum Betrieb stehen (vgl. | R. 4.2 Abs.1 S.1 EStR „Allgemeines“). Darunter fallen auch Wirtschaftsgüter, die betrieblich und privat genutzt werden und deren betrieblicher Nutzungsanteil 50 Prozent übersteigt (| R. 4.2 Abs. 1 S. 4 EStR).(Quelle: FinanceWiki).

Beim Firmenwagen Steuern sparen

Wer die finanziellen Aufwendungen und gefahrenen Kilometer steuerlich absetzen will, der muss diese in der richtigen Form lückenlos und unmittelbar nach jeder Fahrt dokumentieren. Der Bundesfinanzhof legt fest, dass das Fahrtenbuch „eine hinreichende Gewähr für seine Vollständigkeit und Richtigkeit“ bieten muss – das heißt, dass der Handwerker zwingend seine Kilometerstände (Angabe des Kilometerstandes bei Fahrtbeginn und zu Fahrtende), die Orte von denen er an- und abfährt sowie den Zweck der Fahrt mit Datumsangabe im Fahrtenbuch festhalten muss.

Das Fahrtenbuch muss zudem „in geschlossener oder gebundener Form“ vorhanden sein, damit das Finanzamt einen ordentlichen Nachweis hat, so der BFH weiter. Wer seine Eintragungen vergisst, darf sie in der Regel nicht nachträglich aufschreiben. Das ist nur möglich, wenn die Nachtragungen als solche vom Unternehmer deutlich erkennbar gemacht werden.

Weitere Tipps und Urteile erhalten Sie auf unserer Themenseite „Fahrtenbuch“.

Weitere Downloads zu diesem Artikel
  • Wie Sie Fahrtkosten Ihrer Mitarbeiter berechnen (PDF, 112 kB)

    Deutlich mehr Fahrten von Mitarbeitern gelten nach Urteilen des Bundesfinanzhofs (BFH) nun als Dienstreisen. Die Pendler haben damit Anspruch auf höheren Kostenersatz: von ihrem Betrieb, wenn er Reisekosten mehr...

© handwerk-magazin.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen