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Finanzierung: Kredite im Netz

Selbständige Handwerker bekommen oft nur schwer Bank­kredite. Es gibt jedoch Alternativen: Internetplattformen vermitteln Geld von Privatpersonen. Auch Finanzexperten finden die Idee gut.

Zuerst war für Catherine Le Corre alles frustrierend. Vor drei Jahren brauchte die Betreiberin der Konditorei und Crêperie Melt in Berlin zur Ausstattung ihres Cafés einen Kredit. Diverse Banken winkten ab – dann stieß sie auf die Onlineplattform Smava. Zwar wurden auch dort ihre Unterlagen geprüft. Als die Prüfung aber abgeschlossen war, ging alles ganz einfach. Nicht einmal 24 Stunden dauerte es, dann hatten sich genügend Privatanleger gefunden und die gebürtige Französin hatte die gewünschten 10 000 Euro zusammen. „Eine tolle Alternative zum klassischen Bankkredit“, findet nicht nur Le Corre. Vor allem für Freiberufler und Selbständige, so auch die Einschätzung der Redaktion Finanztest, lohne es sich, sich mit dem Angebot von Kreditplattformen im Internet auseinanderzusetzen. Seit gut sechs Jahren gibt es diese Online-Portale, die Darlehen zwischen Privatpersonen vermitteln.

Hilfe von Kleininvestoren

Das Prinzip ist einfach und basiert auf dem sogenannten Schwarmgedanken. Kreditnehmer bekommen das Geld nicht von einem Kreditgeber, sondern von vielen Kleininvestoren, die teilweise nur wenige hundert Euro einsetzen. Die Abwicklung erfolgt mithilfe einer Partnerbank. Generell gilt: Die Kreditnehmer müssen mindestens zwei Jahre selbständig tätig sein. In diesem Zeitraum dürfen keine Verluste entstanden sein. Von Interessenten verlangen die Portale auf jeden Fall eine aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), die letzte Einkommensteuererklärung, teilweise auch Kontoauszüge der letzten Wochen sowie eventuell Bilanzen der letzten zwei Jahre.

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