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Staatliche Fördermittel Finanzierung: Bürgschaften bieten gute Risikoentlastung

Wenn die eigene Bank keinen Kredit geben möchte, übernimmt oft die Bürgschaftsbank Ihres Bundeslandes die Kreditabsicherung. Verbürgt werden viele Vorhaben, von der Gründung über Wachstum bis hin zu Ressourceneffizienz. So geht Bürgschaft.

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Wenn die Hausbank beispielsweise bei Sprunginvestitionen oder Innovationsprojekten keinen Kredit ohne zusätzliche Sicherheit gibt, haben Handwerksunternehmer eine Alternative: Sie können sich über die Hausbank an die Bürgschaftsbank ihres Bundeslandes wenden, ob sie eine Bürgschaft übernimmt. Das bedeutet, dass sie im Falle eines Scheiterns, für den Ausfall gegenüber dem Kreditinstitut in Höhe der Bürgschaft einsteht.

Mit dieser Bürgschaft im Rücken können Hausbanken auch dann einen zinsgünstigen Kredit gewähren, wenn die Bonität des Unternehmers dazu eigentlich - beispielsweise aufgrund des starken Wachstums - nicht ausreicht. „Insbesondere Gründer und Nachfolger nutzen dieses Finanzierungsinstrument“, sagt Guy Selbherr, Vorsitzender des Verbands Deutscher Bürgschaftsbanken e.V. (VDB) mit Sitz in Berlin. Alle 17 deutschen Bürgschaftsbanken und Beteiligungsgarantiegesellschaften sowie 15 Mittelständische Beteiligungsgesellschaften (MBGen) sind im VDB vertreten. „2018 haben wir rund 5.800 Finanzierungsvorhaben abgesichert und ein Bürgschafts- und Garantievolumen von über 1,1 Milliarden Euro übernommen“, sagt Selbherr. Damit wurden Kredite und Beteiligungen in Höhe von fast 1,7 Milliarden Euro abgesichert.“

MBGen bieten Beteiligungskapital als Ergänzung zum Bankkredit

Kleine und mittelständische Unternehmen können mit Bürgschaften oder Beteiligungskapital ihre Eigenkapitalquote erhöhen, was zu einer besseren Bewertung durch die Hausbanken führt – und günstigere Kreditkonditionen nach sich zieht. Meistens wird das Eigenkapital in Form von typisch stiller Beteiligungen vergeben. Die MBGen arbeiten nicht renditeorientiert und bieten mittelstandsfreundliche Konditionen. Sie nehmen keinen Einfluss auf das Tagesgeschäft ihrer Beteiligungsnehmer. 2018 stellten die MBGen dem deutschen Mittelstand über 500 neue Beteiligungen in Höhe von mehr als 148 Millionen Euro zur Verfügung.

So kommen Handwerker an eine Bürgschaft

Die Bürgschaft wird grundsätzlich über ein Kreditinstitut beantragt. In den seltenen Fällen auch über eine Leasinggesellschaft. Fragen Sie ihre Hausbank nach möglicher Risikoentlastung durch die landeseigene Bürgschaftsbank. Die Bürgschaftsbanken haben diverse Programme, die von Existenzgründung über Innovationsfinanzierung bis hin zu Liquiditätskrediten, Wachstumsfinanzierung und Ressourceneffizienzfinanzierung reichen. Die vollständige Liste aller Programme, inklusive Fördervoraussetzungen, Förderhöhe und Konditionen finden Sie hier: https://www.buergschaftsbank.de/buergschaftsbank/fuer-unternehmen/programme

Die Bürgschaftsübernahme kostet Geld - meist ist es ein Prozent der Bürgschaftssumme.

Was die Bürgschaftsbank prüft

Die Bürgschaftsbank prüft die programmgebundene Förderfähigkeit des Vorhabens. Denn jedes Programm hat die Förderung genau definierter Vorhaben zum Ziel. Dabei berücksichtigt sie auch die üblichen Kredit-Kriterien, wie etwa die wirtschaftliche Tragfähigkeit des konkreten Vorhabens und die finanzielle Gesamtsituation des Handwerksunternehmers.

Dafür gibt es keine Bürgschaft

Die Bürgschaftsbank übernimmt keine Bürgschaften für Sanierungen und Maßnahmen von Unternehmen, die keine kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind. Als KMU gelten Betriebe, wenn sie nicht mehr als 250 Beschäftigte haben und entweder der Umsatz unter 50 Millionen Euro oder die Bilanzsumme unter 43 Millionen Euro liegt. Darüber hinaus darf kein Unternehmen zu 25 Prozent oder mehr beteiligt sein, das diese Kriterien nicht erfüllt. Ebenso ist die Verbürgung von Umschuldungen bestehender Darlehen und Kredite ausgeschlossen.

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