Betrieb -

Krankheitstage Fehlzeiten im Griff

Kennzahlen sind nicht nur ein unverzichtbarer ­Vergleichsmaßstab, sondern zeigen dem Unternehmer auf einen Blick, wo Handlungsbedarf besteht. Ein wichtiger Wert ist der jährliche Krankenstand.

Themenseite: BWA-Kennziffern

Kennzahlen sind nicht nur ein unverzichtbarer ­Vergleichsmaßstab, sondern zeigen dem Unternehmer auf einen Blick, wo Handlungsbedarf besteht. Ein wichtiger Wert ist der jährliche Krankenstand.

Was sagt die Kennzahl aus?

Der Krankenstand bezeichnet nach Definition der im Handwerk führenden Krankenkasse IKK Classic den Anteil, den die Arbeitsunfähigkeitstage der ganzjährig Versicherten an allen Tagen des ausgewerteten Jahres (inklusive Sonn- und Feiertage) haben. Je mehr Mitarbeiter in einem Betrieb krankheitsbedingt ausfallen, desto höher die Kosten für den Unternehmer, da die verbliebenen gesunden Kollegen die Arbeit miterledigen müssen und dadurch in der Regel Überstunden und eventuell auch Zuschläge anfallen. In gravierenden Fällen kann es sogar dazu kommen, dass Aufträge gar nicht oder nicht termingerecht abgewickelt werden können, was neben weiteren Kosten oft auch eine chronische Überlastung der verbliebenen Belegschaft nach sich zieht.

Die Formel:

Krankenstand = Arbeitsunfähigkeitstage der ganzjährig Beschäftigten x 100 ./. Anzahl der Kalendertage pro Jahr

Wie beeinflusst die Kennzahl die Zukunftsfähigkeit?

Liegt der Krankenstand dauerhaft über dem Branchendurchschnitt von durchschnittlich 5,2 Prozent , kann das die Ertragskraft und Produktivität des Betriebs massiv beeinträchtigen. Hinzu kommt, dass jeder Ausfall den Druck auf die Kollegen erhöht und der Dauerstress nicht nur langfristig dem Betriebsklima schadet, sondern oft auch die Fehlzeiten weiter in die Höhe treibt. Ein Teufelskreis, der ohne entsprechende Gegenmaßnahmen des Unternehmers, langfristig durchaus die Existenz eines Betriebs gefährden kann.

Welche Stellschrauben hat der Unternehmer?

Gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen in Werkstatt und Büro sowie regelmäßige Gefährdungsbeurteilungen tragen dazu bei, die Risiken für Arbeitsunfälle und damit verbundene Ausfallzeiten zu reduzieren. Um der in vielen Handwerksbranchen üblichen körperlichen Abnutzung entgegenzuwirken, bieten viele Arbeitgeber inzwischen im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements Bewegungstrainings bis hin zu Ernährungsberatung und Kursen zur Raucher-Entwöhnung an. Bewährt haben sich in den Bau- und Ausbaugewerken auch Trainings zum rückenschonenden Tragen und Heben.

Beispielwerte aus dem Handwerk

Die IKK Classic erstellt jährlich für die im Handwerk beschäftigten Versicherten eine eigene Fehlzeitenstatistik. Die wichtigsten Werte für 2017 im Überblick:

Grund der Fehlzeiten
Gesundheitsquote (Anteil Versicherter ohne Krankmeldung) 43,2 %
Krankenstand 5,2 %
Durchschnittliche Fehltage pro Versicherten 18,9 Tage
Arbeitsunfähigkeits-Fälle pro Versicherten 1,4 Fälle
Anteil Langzeiterkrankungen über 42 Tage 50,0 %

Quelle: IKK Classic, Fehlzeitenreport Handwerk 2017

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