Sozialversicherung -

Fangnetz für Versicherer

Wie die Banken sollen sich auch die Assekuranzen neuen Stabilitätsregeln unterwerfen. Doch der Branche sind die Auflagen zu streng. Sie fürchtet negative Folgen für Lebens- und Rentenversicherungen.

Mit der zweiten Fassung wird es jeweils ernst. Für die Banken bedeuteten 2007 die europäischen Eigenkapitalregeln „Basel II“ den Zwang zu neuem Risiko- und Finanzmanagement. Jetzt sind die Versicherungen an der Reihe. Ab 2013 sollen sie sich europaweit dem Stabilitätsdekret „Solvency II“ unterwerfen. Gemäß diesen Regeln sollen sie ihre Risiken genauer messen, diese mit mehr Eigenkapital unterlegen und darüber ausführlicher berichten. Ziel ist es, für mehr Sicherheit im Finanzwesen zu sorgen. Wirtschaftskrisen sollen ihren Ursprung nicht mehr in den Geldhäusern haben.

Doch in der Branche regt sich Widerstand. Zwei Jahre nach der Verabschiedung des Anforderungskonvoluts im europäischen Parlament merken die Assekuranzen, was da auf sie zukommt. Die Stichwörter lauten: Mindestkapitalanforderungen. Risikomanagement. Transparenz. Darüber hinaus bläht der europäische Regulierungsapparat die Anforderungen mehr und mehr auf. Die letzte Auswirkungssstudie umfasste mehr als 1000 Seiten. „Die EU-Kommission macht aus der guten Idee ein nicht mehr handhabbares Monster“, so Werner Görg, Chef des Gothaer Versicherungskonzerns aus Köln (siehe Interview rechts). Die Kritik der Branche entzündet sich vor allem an den geplanten hohen Eigenkapitalanforderungen für Aktien oder Immobilien. Damit würde es den Versicherern noch schwerer gemacht, eine anständige Rendite für ihre Lebens- und Rentenversicherungen zu erzielen. Schon jetzt können sie nur noch für 1,75 Prozent Verzinsung zusagen. Doch die sind immerhin garantiert.

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