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EZB senkt den Leitzins noch weiter

Überraschende Maßnahme der europäischen Notenbanker: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins am heutigen Donnerstag auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt.

Damit hatten auch Finanzexperten nicht gerrechnet: Die Europäische Zentralbank (EZB) senkt ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent. Das teilte die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt mit.

Damit reagieren die Währungshüter auf die sehr niedrige Inflationrate im Euro-Raum. Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite und Investitionen und kurbeln so die Wirtschaft an. Das lässt die Preise eher steigen.

Der Leitzins, der Schlüsselsatz für die Versorgung des Bankensystems mit Zentralbankgeld, lag seit Juni bei 0,15 Prozent. Den Einlagesatz, zu dem Banken bei der EZB kurzfristig Geld parken können, senkte die EZB auf minus 0,2 von minus 0,1 Prozent.

Im August hatten sinkende Energiepreise die Inflation im Euroraum auf 0,3 Prozent gedrückt - den niedrigsten Stand seit Oktober 2009. Der Wert liegt seit langem deutlich unterhalb der Zielmarke der EZB von knapp unter zwei Prozent. Zudem stagnierte die Wirtschaftsleistung der Länder in der Eurozone im Frühjahr.

Der geringe Preisauftrieb schürt Sorgen die Sorgen der Notenbanker vor einer Deflation, einer Abwärtsspirale der Preise quer durch alle Warengruppen. Unternehmen und Verbraucher könnten dann Investitionen und Anschaffungen in der Erwartung weiter sinkender Preise hinauszögern. Das würde die fragile Konjunkturerholung in Europa abwürgen, so die Befürchtung der EZB.

Tipp: Die aktuellen Zinsen und Konditionen für Tages- und Festgeld finden Sie im „Finanzspiegel für Unternehmer“.

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