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Export: Russlandgeschäfte auf Eis legen

Und der Leiter des Russlandgeschäfts von Rödl & Partner, Andreas Knaul, konstatiert, dass die von der EU beschlossenen Sanktionen eine neue Dimension erreicht hätten. „Bisher hatten wir es mit konkret fassbaren Einschränkungen für bestimmte russische Staatsbürger zu tun. Jetzt sind Produkte von den Sanktionen betroffen, die auch aus Deutschland nach Russland importiert oder von deutschen Unternehmen vor Ort produziert werden. Das wird viele Familienunternehmen treffen.“ Andererseits stellt Kaul fest, dass Neugeschäft auch in der aktuellen Situation stattfinde. „Russland bleibt ein attraktiver Markt, den deutsche Unternehmen nicht aus den Augen verlieren dürfen.“ Allerdings schränkt er ein, dass entsprechende innerbetriebliche Kontrollprozesse eingerichtet sein müssten. Das dürfte bei den meisten Handwerksbetrieben nicht der Fall sein. Sie können sich keine eigene Rechtsabteilung leisten, die bestehende Rechtsbarrieren aus dem Weg räumt. Dazu kommt: Die EU-Embargos wurden unter erheblichem Zeitdruck in Verordnungen verkündet, die schlecht formuliert sind und derzeit von Rechtsexperten interpretiert werden. Rechtssicherheit geht anders.

Besser auf Neugeschäft verzichten

Trotz bester Chancen in dem Schwellenland: Derzeit kann deutschen Handwerkern nur angeraten werden, beabsichtigte Russlandgeschäfte auf die Zukunft zu verschieben. Wer allerdings schon unterschrieben hat, sollte gut abwägen, welche Leistungen er aktuell noch erbringt und welche nicht. Auch Währungsabsicherungsinstrumente sollten genutzt werden, um die Verträge nicht durch Kursverluste der russischen Währung zu gefährden. Die hm-Redaktion wird die weitere Entwicklung genau verfolgen und die Leser zeitnah via Internet und im Magazin auf dem Laufenden halten.

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