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Export: Grenzenlose Geschäfte

Noch läuft der inländische Konjunkturmotor auf Hochtouren, doch das muss nicht so bleiben. Wer sich im Boom ein zweites Standbein im Auslandsgeschäft aufbaut, ist für Flauten künftig bestens gewappnet.

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Eine Kathedrale in Sibirien, das Opernhaus im griechischen Thessaloniki oder die Mbulu-Kirche in Tansania – rund um den Globus hat die Spenglerei Maierhofer aus dem bayrischen Neuötting schon Dach- und Fassadenarbeiten ausgeführt. Aktuell ist der Handwerksbetrieb mit 20 Mitarbeitern vor allem in Russland tätig – in Zusammenarbeit mit einem festen Partner wurden dort etwa neue Dächer für U-Bahn-Stationen oder Privatvillen und Teile der Fassadenverkleidung des Moskauer Mercury Towers realisiert. „Wir liefern das Material und den technischen Support, der Partnerbetrieb stellt die Arbeitskräfte“, erklärt Evelyn Maierhofer, kaufmännische Leiterin und Ehefrau von Geschäftsführer Rudolf Maierhofer.

Die Vorteile des Modells: Auch bei größeren Projekten, die momentan von Sanktionen verschont geblieben sind, müssen Maierhofer und seine Mitarbeiter nicht ständig vor Ort sein. Die Projektsteuerung läuft per E-Mail oder Skype, bei Bedarf reisen technisch und sprachlich geschulte Mitarbeiter nach Russland und übernehmen die Koordination. Der Partner vor Ort erleichtert auch die Auftragsakquise, da gute Verbindungen zu Entscheidungsträgern bestehen. Dazu kommt der Preis: „Mit deutschen Fachkräften wären wir auf dem russischen Markt zu teuer“, sagt Evelyn Maierhofer.

Ausland gleicht Schwächen aus

Etwa ein Viertel des Gesamtumsatzes erzielt die Spenglerei derzeit im Ausland. Der Betrieb steht so auf mehreren Standbeinen, was Sicherheit für die Zukunft gibt: „Geht in Deutschland der Markt wieder runter, kompensiert sich das durchs Ausland und andersrum.“ Mit dieser Strategie setzt die Spenglerei um, was Außenwirtschaftsexperten derzeit empfehlen: „Über Auslandsgeschäfte sollten Betriebe nachdenken, wenn es im Inland gut läuft“, sagt Andreas Meyer, Außenwirtschaftsberater der Kammer Potsdam. So weit die Empfehlung. In der Praxis zeigt sich im Augenblick eine recht verhaltene Tendenz zum Auslandsgeschäft.

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