Finanzierung -

Erhöhung der Eigenkapitalquote: Diese Möglichkeiten nutzen Unternehmer

Je nach Ausgangslage und Ziel gibt es verschiedene Wege, die Eigenkapitalquote zu erhöhen. Sie reichen von buchhalterischen Tricks bis zu echten Geldeinlagen. Dabei schließen sich die Varianten nicht aus, sondern sollten sich bei einer guten Betriebsfinanzierung ergänzen.

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1. Geldeinlagen. Von Experten gerne als Königsweg bezeichnet. Der Betriebsinhaber oder bei einer GmbH bringen die Gesellschafter frisches eigenes Geld ein: Kapitalerhöhung durch Aufnahme weiterer Gesellschafter.

2. Darlehen mit Rangrückstellung. Steht kein frisches Kapital zur Verfügung, werden im Handwerk häufig bereits gewährte private Darlehen genutzt. Um Auswirkungen auf die Eigenkapitalquote zu haben, müssen diese aber mit einem qualifizierten Rangrücktritt versehen sein. Gleiches ist auch mit Gesellschafterdarlehen möglich.

3. Gewinnrücklagen. Erwirtschaftete Überschüsse werden nicht ausgezahlt, sondern im Handwerksunternehmen belassen (Thesaurierung).

4. Beteiligungen. Sowohl bei der Gründung als auch bei Investitionen können Betriebe verschiedene Beteiligungsprogramme von öffentlichen Beteiligungsgesellschaften nutzen (wie Mikro-Mezzaninefonds). Dabei handelt es sich um stille Beteiligungen, die bis zu zehn Jahre laufen und dem wirtschafltichen Eigenkapital zugerechnet werden. Die Beteiligungsgeber erhalten Kontroll-, aber keine Mitspracherechte.

5. Kommerzielle Beteiligungen. Stille Beteiligungen werden auch von kommerziellen Gesellschaften, Private Equity, angeboten. Diese steigen jedoch erst bei höheren Beträgen als öffentliche Beteiligungsgesellschaften ein. Sie sichern sich im Gegensatz zu den Förderinstituten umfassendere Mitsprache- und Kontrollrechte.

6. Bilanzsumme reduzieren.  Wer seine Bilanzsumme ohne zusätzliches Kapital reduzieren möchte, kann dies auch durch eine Optimierung der Geschäftsprozesse erreichen. Das heißt konkret, Aufträge nach Fertigstellung unverzüglich abrechnen, Verkürzung der Debitorenlaufzeit, qualifiziertes Mahnwesen einführen.

7. Factoring. Der Verkauf von Forderungen verkürzt die Bilanz eines Unternehmens und erhöht dadurch ebenfalls die Eigenkapitalquote. Im Bauhandwerk gibt es für Factoring aber starke Einschränkungen.

8. Leasing. Werden Maschinen oder Fahrzeuge gekauft und hierzu kreditfinanziert, verlängert dies die Bilanzsumme und verringert die Eigenkapitalquote. Leasing für Wirtschaftsgüter ist dagegen bilanzneutral.

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