Gründer -

Die Besten Gründer Deutschlands

Der Gründerwettbewerb von handwerk magazin zeigt: Erfolgreiche Neuunternehmer suchen Marktnischen, setzen auf Trends, kümmern sich um ihre Mitarbeiter. Was die Top Gründer auszeichnet.

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Manch einer würde sagen, dass Heinz Tretter eigentlich gar kein richtiger Handwerker mehr ist. In seinem Betrieb im oberbayerischen Lenggries produziert er patentierte Bauelemente aus Stahl und Holz – in Serie. Daraus montieren seine Kollegen für Kunden in aller Welt Hochseilgärten und Kletterwände. Der 40-Jährige selbst ist ständig auf internationalen Messen unterwegs, baut gerade den Vertrieb in Übersee auf und bietet Auftraggebern sogar Leasingfinanzierungen an. Zum Zimmern, dem Beruf, den er ursprünglich einmal gelernt hat, kommt er so gut wie gar nicht mehr. Für Freunde und Verwandte rücke er bisweilen noch aus, um einen Dachstuhl oder eine Blockhütte zu bauen, sagt Tretter. „Aber das machen wir eigentlich eher nebenbei.“

So sehen Sieger aus

Zimmerer Heinz Tretter ist Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs „Top Gründer im Handwerk“, denn er hat bewiesen, wie Handwerker mit unternehmerischem Geschick und Innovationskraft über ihr Gewerk hinauswachsen, um langfristig erfolgreich zu sein. Auch Tretter konnte seine Klettergärten natürlich nur entwerfen und bauen, weil er zuallererst ein Meister seines Gewerks ist. „Aber das genügt halt nicht“, sagt Franz Falk, Geschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart und Mitglied der Jury. „Erfolg haben Handwerker, die wie Unternehmer denken und handeln. Und das kann eben auch heißen, selbst gar nicht mehr als Handwerker zu arbeiten.“

Viele Gründer verkalkulieren sich

Beinahe jeder zweite Handwerksgründer überlebt mit seinem Betrieb die ersten fünf Jahre nicht, zeigen Statistiken der Handwerkskammern. Falk, seit Jahrzehnten in der Gründer- und Betriebsberatung seiner Kammer aktiv, weiß, dass die typischen Gründe fürs Scheitern meist sehr wenig mit mangelndem handwerklichem Können zu tun haben, aber dafür sehr viel mit kaufmännischen Schwächen: „Die Gründer verkalkulieren sich“, sagt Falk. „Sie wissen nicht, wie viel Aufwand in einzelnen Aufträgen steckt, und setzen die Preise zu niedrig an. Sie kennen den Markt und die Kunden nicht. Sie machen zu wenig Werbung.“ Das liege vielfach daran, dass sich Handwerksgründer falsche Vorstellungen von der Selbständigkeit machen – und dass ihnen das betriebswirtschaftliche Rüstzeug fehlt.

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