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Erbschaftsteuer: Was die neuen Regeln bringen

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf zur Reform der Erbschaftsteuer beschlossen. Wichtige Details für Familienunternehmer hat handwerk magazin zusammengefasst.

Der Erbe oder der Beschenkte können sich wie bisher unter bestimmten Voraussetzungen zu 85 oder sogar 100 Prozent von der Steuer befreien lassen. Folgende Voraussetzungen sind dafür einzuhalten:

  • Sofern 85 Prozent verschont bleiben sollen, muss der Betrieb mindestens fünf Jahre fortgeführt werden. Die Lohnsumme darf innerhalb dieser fünf Jahre insgesamt 400 Prozent der Ausgangslohnsumme nicht unterschreiten.
  • Wer hingegen die hundertprozentige Steuerbefreiung erreichen möchte, muss den Betrieb mindestens sieben Jahre lang fortführen. In dieser Zeit hat er eine Lohnsumme von 700 Prozent der Ausgangslohnsumme am Übertragungsstichtag einzuhalten.

Besonderheiten gelten für kleine Unternehmen

Bisher waren Betriebe von bis zu 20 Beschäftigten von diesen Lohnsummenregeln vollständig ausgenommen. Das ändert sich jetzt. So sieht es künftig aus:

  • Lediglich bei Unternehmen mit bis zu drei Beschäftigten wird auf die Prüfung der Lohnsummenregelung verzichtet.
  • Wer mit vier bis zehn Beschäftigten 85 Prozent Steuerbefreiung erreichen möchte, muss in fünf Jahren eine Lohnsumme von 250 Prozent halten. Sofern bei dieser Betriebsgröße sogar die hundertprozentige Steuerbefreiung erreicht werden soll, darf innerhalb von sieben Jahren eine Lohnsumme von 500 Prozent nicht unterschritten werden.
  • Handwerksunternehmen mit elf bis 15 Beschäftigten müssen innerhalb von fünf Jahren mindestens 300 Prozent der Ausgangslohnsumme erreichen, damit die 85- prozentige Steuerbefreiung greift. Darüber hinaus gelten innerhalb von sieben Jahren mindestens 565 Prozent der Lohnsumme.

Derzeit diskutiert der Bundestag den Gesetzentwurf.

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