Wirtschaft -

Energiekosten: Billiger Strom für Ihren Betrieb

Noch nutzen zu wenige Handwerksbetriebe die Vorteile des liberalisierten Energiemarktes. Dabei könnten sie beim Stromeinkauf durch einen Anbieterwechsel Tausende Euro im Jahr einsparen.

Themenseiten: TS Stromeinkauf und TS Energiesparen

Geschäftsführer Jörn Beckmann von Beckmann‘s Bäckerland in Bremen bastelte Excel-Listen, verglich Strompreise und erkannte: Während er vor einigen Jahren noch zwei Prozent seines Umsatzes für Strom ausgegeben hatte, war der Anteil in den vergangenen Jahren auf fünf Prozent gestiegen. Er wollte seinen Stromverbrauch mit verschiedenen Anbietern verhandeln. Doch je intensiver er sich mit dem Thema auseinandersetzte, desto mehr wurde ihm klar: Der Energiemarkt ist so komplex, dass er sich selbst keinen Überblick verschaffen kann. Nicht allein die Strompreise trieben die Kosten in die Höhe. Auch die steigende Energiesteuer machte der 80-Mann-Bäckerei zu schaffen. „Als Laie weiß man gar nicht, wo man anfangen soll und wie man ein gutes Angebot erkennt“, sagt Beckmann.

Großes Sparpotenzial

Vor diesem Problem stehen viele Handwerksbetriebe. Sie ächzen unter den steigenden Stromkosten, wissen aber nicht, wie sie dagegen ankommen. Dabei können Handwerksunternehmen beim Stromeinkauf viel Geld sparen. Seit der Liberalisierung des Energiemarktes vor fast 15 Jahren lassen sich günstige Preise erzielen – solange man bereit ist, den Anbieter zu wechseln und sich intensiv mit dem Strommarkt auseinanderzusetzen.

„Es gibt unterschiedliche Wege, wie Unternehmen an den billigsten Strom für ihren Betrieb kommen“, erklärt Oskar Vogel, Hauptgeschäftsführer des Baden-Württembergischen Handwerkstags.

Gemeinsam einkaufen

Der Baden-Württembergische Handwerkstag bündelt seit 1990 Handwerksunternehmen der Region in einer Einkaufsgemeinschaft. Mit Erfolg, denn die Mitglieder sparen deutlich. Zum Beispiel zahlt ein Handwerksbetrieb in Stuttgart bei einem Jahresverbrauch von 10 000 Kilowattstunden im Standard-Lastprofil insgesamt, also mit Steuern und Abgaben, 2102 Euro im Jahr. Ein Betrieb in Ravensburg bei gleichen Bedingungen sogar nur 1727 Euro.

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