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Branchencheck Elektrohandwerk auf Höhenflug

Die Elektrohandwerke haben volle Auftragsbücher, vor allem der Smart-Building-Markt boomt. Die Erwartungen für 2018 sind bestens. Allerdings meldet die Hälfte der Betriebe offene Stellen.

Der Andrang am Gemeinschaftsstand der Elektrohandwerke, dem sogenannten E-Haus, auf der Weltleitmesse Light + Building im März dieses Jahres in Frankfurt übertraf alle Erwartungen des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Für Verbandspräsident Lothar Hellmann passte das Motto der Messe „vernetzt – sicher – komfortabel“ auch perfekt zu den für die E-Handwerke wichtigen Märkten.

Diese sind Gebäudevernetzung, Systemintegration und Energiemanagement, zusammengefasst als Smart Home oder Smart Building. Der Umsatz im Smart-Home-Markt beträgt 2018 geschätzt 2.503 Millionen Euro, im Jahr 2022 wird ein Marktvolumen von 5.278 Millionen Euro erwartet, was einem jährlichen Umsatzwachstum von 20,5 Prozent entspricht (Quelle: Statista Market Report). Die Elektrohandwerke werden sich einen wesentlichen Anteil dieses Marktes sichern, denn sie sind die Spezialisten für Vernetzung und Steuerung, Komfort und Licht, Gebäudesicherheit, Home Entertainment, Energieeffizienz.

Erneut Bestwerte in den E-Handwerken

Die konjunkturelle Stimmung in den E-Handwerken erreicht zum wiederholten Mal neue Bestwerte. Das geht aus der aktuellen Frühjahrsumfrage des ZVEH hervor. Die Umfrage wurde im Auftrag des Verbandes im Frühjahr 2018 vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen durchgeführt.
97,8 Prozent der befragten Unternehmen sehen ihre gegenwärtige Geschäftslage positiv. In den östlichen Bundesländern ist die Zufriedenheit noch ausgeprägter als im Westen: Während in den neuen Bundesländern 80,5 Prozent mit „gut“ votierten, waren dies in den alten Ländern 72,1 Prozent.
Die positive Grundstimmung führt auch zu einem neuen Allzeithoch beim bundesweiten Geschäftsklimaindex der E-Handwerke: Er liegt nun auf der Skala von null bis hundert bei 86 Punkten.

Gefragte Energietechnik

Projekte in der Energie- und Gebäudetechnik sind für gut zwei Drittel des Umsatzes bei den Betrieben verantwortlich (67,4 Prozent). Erst mit großem Abstand folgen die Informations- und Telekommunikationstechnik (10,3 Prozent) sowie die Automatisierungstechnik (4,8 Prozent).

Branchentrends des Elektrohandwerks

  • Smart Home / Smart Building
    Die Nachfrage der Kunden nach smarten Lösungen in Gebäuden zur Steigerung von Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz nimmt weiter zu. Die Fachkräfte der E-Handwerke sind dank ihres Know-hows und der Nähe zu ihren Kunden Spezialisten für individuell maßgeschneiderte Lösungen.
  • Energiemanagement
    Mit einem intelligenten Energiemanagement lassen sich verstärkt Energien aus erneuerbaren Quellen und Speicherlösungen in das Energiesystem einbinden. Wenn es gelingt, selbst erzeugte Energie in den eigenen vier Wänden zu nutzen, sinkt parallel die Abhängigkeit von den öffentlichen Versorgern.
  • Qualifizierung
    Im Zuge der Digitalisierung wachsen die Herausforderungen in den Märkten für die Fachkräfte stetig. Eine konsequente Fort- und Weiterbildung – gerade jetzt in den konjunkturell guten Zeiten – ist unverzichtbar, um langfristigen unternehmerischen Erfolg zu sichern.
  • Sicherheit
    Sowohl das Bedürfnis an Sicherheit im Gebäude als auch an Datensicherheit wächst. Mit modernen Vernetzungslösungen, die von den E-Handwerken installiert werden und bei denen die Daten der Kunden sicher sind, kann diesen Bedürfnissen Rechnung getragen werden.
  • Elektromobilität
    Die Zukunft der Mobilität sind Elektrofahrzeuge. Als Spezialisten für die Errichtung, Inbetriebnahme und Wartung der Ladeinfrastruktur stellt sich dieses Themenfeld als interessanter Markt für die E-Handwerke dar.

Die Elektrohandwerke in Zahlen

Die Branche zählt zu den größten im gesamten Handwerk, und sie wächst weiter.

Unternehmen 53.755
Beschäftigte 491.542
Auszubildende über 40.000
Umsazt (Milliarden Euro) 57,6

Umsatzverteilung

Die meisten Aufträge erhalten die Elektro-Handwerksbetriebe weiterhin von der gewerblichen Wirtschaft und von privaten Auftraggebern. Der Anteil am Umsatz bei öffentlichen Auftraggebern und Wohnungsbaugesellschaften ist deutlich geringer.

Auftragsbestand

Die Auslastung der Betriebe ist weiterhin hervorragend: 38,7 Prozent können auf volle Auftragsbücher für mindestens die nächsten beiden Monate verweisen. Viele Unternehmen arbeiten inzwischen an der Kapazitätsgrenze.

Gegenwärtige Geschäftslage

97,8 Prozent der befragten Unternehmen aus den Elektrohandwerken sehen ihre gegenwärtige Geschäftslage positiv. Der Vergleichswert aus der Umfrage vom Frühjahr 2017 (96 Prozent positiv) wurde damit noch einmal gesteigert.

Zukünftige Geschäftslage

Die Nachfrage nach Bau- und Ausbauleistungen ist unverändert hoch. Entsprechend sind auch die Erwartungen für die nächsten Monate bis auf wenige Ausnahmen positiv. Stark nachgefragt sind Energiesparmaßnahmen und Smart Home.

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