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Elektromobilität Elektrofahrzeuge: 4000 Euro Kaufprämie wird bis 2020 verlängert

Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Kaufprämie für Elektro-Autos, den sogenannten Umweltbonus bis Ende 2020 verlängert. Wie vorher gibt es 4.000 Euro Zuschuss für ein neues Elektroauto und 3.000 Euro für Plug-In-Hybride.

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"Wir verlängern die Kaufprämie für Elektroautos bis Ende 2020, denn wir brauchen Kontinuität bei der Förderung, die Prämie hat sich in der Praxis bewährt", erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Die Zahl der Anträge steige stetig an, allerdings langsamer als die Bundesregierung gehofft hat. Geplant war ursprünglich, die Förderung im Juni 2019 auslaufen zu lassen. Erhöht wird die Prämie nicht, es bleibt wie bisher bei 4.000 Euro für rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge und 3.000 Euro für Plug-In-Hybride, jeweils zur Hälfte von der Bundesregierung und von der Autoindustrie finanziert.

Die hierfür notwendige Förderrichtlinie des Bundeswirtschaftsministeriums wurde am 5. Juni 2019 im Bundesanzeiger veröffentlicht und gilt dann unmittelbar nach Auslaufen der bisherigen Förderrichtlinie ab 1. Juli 2019. Die Kaufprämie, die beim Kauf eines neuen Elektroautos gewährt wird, kann auch weiterhin beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontolle (BAFA) beantragt werden.

Auch für Unternehmen

Das zu fördernde Elektroauto muss einen Netto-Listenpreis für das Basismodell von unter 60.000 Euro aufweisen. Die Förderung erfolgt bis zur vollständigen Auszahlung der hierfür vorgesehenen Bundesmittel in Höhe von 600 Millionen Euro, längstens jedoch bis zum 31.Dezember 2020. Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften, Kommunale Betriebe und Vereine, auf die Neufahrzeug zugelassen werden.

Neu ist ein Förderbaustein für den Einbau eines akustischen Warnsystems für blinde und sehbehinderte Menschen. Die Ergänzung erfolgt, da Elektrofahrzeuge bei geringen Geschwindigkeiten sehr leise und akustisch kaum wahrnehmbar sind. Die Fördersumme hier beträgt pauschal 100 Euro.

Geld im Windhundverfahren

Ausgeschüttet wird das Geld im sogenannten Windhundverfahren. Denn Ziel der Kaufprämie ist es, möglichst schnell den Absatz der Elektrofahrzeuge zu steigern. Insgesamt reichen die Gelder für die Förderung von rund 300.000 Autos. Bis Ende April 2019 waren beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) insgesamt 113.993 Förderanträge eingegangen.

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird. Das Fahrzeug muss mit mindestens vier Rädern für die Personenbeförderung und höchstens acht Sitzplätzen ausgestattet sein (Klasse M1) bzw. für die Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 3,5 Tonnen (Klasse N1). Fahrzeuge der Klasse N2 sind nur dann förderfähig, wenn sie mit einer Fahrerlaubnis der Klasse B geführt werden dürfen.

Neuzulassungen steigen

Zwar steigen die Neuzulassungen für E-Autos in Deutschland, die Zahl der Fahrzeuge liegt aber immer noch auf einem niedrigen Niveau. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) lag 2018 der Bestand an Elektro-Pkw erst bei rund 83.000 Fahrzeugen, der an Hybrid-Pkw bei rund 341.000 Autos - bei einem Gesamtbestand von 57,3 Millionen Kraftfahrzeugen. Aus Sicht des Verbands der Automobilindustrie (VDA) ist für einen erfolgreichen Markthochlauf der E-Mobilität dagegen der schnelle und nachhaltige Ausbau der Ladeinfrastruktur die wichtigste Voraussetzung. Der derzeitige Bestand von 17.400 öffentlich zugänglichen Ladepunkten in Deutschland sei „absolut unzureichend“.

Fördermittel der Länder

Neben dem Bundesförderprogramm gibt es auch Fördermittel der einzelnen Bundesländer. So wird der Umweltbonus des Bundes in Höhe von 4.000 Euro pro Fahrzeug vom Land NRW auf 8.000 Euro verdoppelt. Kleintransporter werden mit der Kombination aus Landes- und Bundeszuschüssen sogar mit bis zu 12.000 Euro bezuschusst. Sogar ganze Fuhrparks können sich umweltbewusste Betriebe fördern lassen.

Die Verkehrsministerium Baden-Württemberg fördert die Elektromobilität mit der "Landesinitiative III - Marktwachstum Elektromobilität BW" (LE III). Die Anschaffung von gewerblich genutzten E-LKW fördert das Land mit bis zu 100.000 Euro.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet bereits seit 2014 eine Unterstützung für sogenannte umweltfreundliche Investitionen, worunter auch der Bereich der Elektromobilität fällt. Das KfW-Umweltprogramm – so die offizielle Bezeichnung – existiert für mittlere und große Unternehmen unter der Kennziffer 240 und für kleine Unternehmen unter der Nummer 241. Als kleine Unternehmen (KU) gelten Betriebe, deren Mitarbeiterzahl bei maximal 50 liegt und deren Jahresumsatz bzw. deren Jahresbilanzsumme 10 Millionen Euro nicht überschreitet.

Einen Überblick bietet die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Auch die Handwerkskammern informieren über Förderungen der Elektromobilität.

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