Fahrzeug -

Elektrisch in die City

Auto Auch bei Nutzfahrzeugen wächst das Angebot an Modellen mit Elektroantrieb. handwerk magazin hat den Renault Kangoo Z.E. und den Iveco Daily Electric getestet.

Wer heute einen Transporter mit Elektroantrieb kaufen will, stößt auf ein sehr begrenztes Angebot. handwerk magazin hat zwei solche Raritäten getestet, den Renault Kangoo Z.E. und den Iveco Daily Electric. Beide sind direkt bei den Vertragshändlern bestellbar.

Der Renault Kangoo Z.E., das steht für Zero Emission, vermittelt sofort Fahrfreude. Der Elektromotor mit 60 PS ist nahezu lautlos, aber sehr agil, denn das maximale Drehmoment steht bereits beim Anfahren zur Verfügung. Damit ist der Renault der ideale Stadtflitzer, der mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern und seiner maximalen Reichweite von 200 Kilometern durchaus auch autobahntauglich ist. Vor allem Stadtfahrten sind mit der unkomplizierten Automatik richtig komfortabel. Beim Bremsen und im Schiebebetrieb wird durch die sogenannte Rekuperation die freigesetzte Energie zurückgewonnen und wieder in die Batterie eingespeist. Wer vorausschauend fährt, kann die Reichweite des Elektro-Kangoo noch verlängern.

Kein Raumverlust

Den Kangoo Z.E. gibt es als Kastenwagen in der 4,21 Meter langen Normalversion und als Kangoo Maxi Z.E. mit 4,6 Meter Länge. Beide haben das gleiche Stauvolumen wie die Diesel und Benziner, denn die 260 Kilo schwere Batterie ist unter dem Fahrzeug angebracht.

Interessant ist das Finanzierungsmodell für den Kangoo. Das Fahrzeug kann direkt bei jedem Renaulthändler gekauft oder geleast werden, während die Batterie zusätzlich für 72 Euro im Monat gemietet werden muss. Mit dieser Variante hat Renault den Einstiegspreis auf 20000 Euro gedrückt, was für Elektrofahrzeuge sehr attraktiv ist. Die Monatsmiete für die Batterie ist von der Laufzeit und der Laufleistung abhängig. Ob sich ein Elektro-Kangoo im Vergleich zu einem Transporter mit Verbrennungsmotor rechnet, hängt vom individuellen Einsatz ab. Die Kosten für eine Batterieladung liegen bei rund fünf Euro, das kann bei optimalen Bedingungen für 200 Kilometer Fahrstrecke reichen.

Iveco Daily: der Großtransporter

Auch der Iveco Daily Electric fährt sich sehr entspannt: Das Automatikgetriebe und der kräftige Elektromotor mit einem Drehmoment von bis zu 300 Newtonmeter beschleunigen den Großtrans-porter beeindruckend.

Das Elektrofahrzeug ist in der Version 35S (Kastenwagen, Kombi oder Fahrgestell) mit einer Motorisierung von 30 kW nominal (60 kW Spitzenwert) und 50C (Kastenwagen und Fahrgestell) mit einer Motorisierung von 40 kW nominal (80 kW Spitzenwert) verfügbar. Je nach Ausstattung verfügt der Daily über zwei bis vier Batterien, ein regeneratives Bremssystem lädt die Batterien in der Bremsphase auf und vergrößert die Reichweite. Die maximale Geschwindigkeit ist beim Iveco Dai-ly auf 70 km/h begrenzt, die Reichweite variiert zwischen 90 und 130 Kilometer, je nach Anzahl der Batterien, der Fahrweise sowie den äußeren Bedingungen.

Als Kastenwagen bietet der Elektro-Daily genau so viel Platz wie seine Diesel-Kollegen, nämlich 800 bis 2500 Kilogramm Nutzlast je nach Version und maximal 15,6 Kubikmeter Ladevolumen. Die robuste Bauweise macht den Daily zum Transporter für alle Handwerker-Fälle mit einer großen Variantenvielfalt. Allerdings schreckt der Preis ab: Der kleinste Kastenwagen kostet mit zwei Batterien über 103000 Euro.

Fazit: Der Renault Kangoo und der größere Iveco Daily sind beides voll handwerkstaugliche Elektrotransporter, denn Leistung und Reichweite reichen für die meisten Einsätze völlig aus. Die Preise sind allerdings noch viel zu hoch.

reinhold.mulatz@handwerk-magazin.de

Online exklusiv

Mehr Daten zu beiden Fahrzeugen und Fotos finden Sie unter
handwerk-magazin.de/fahrzeug

Fahrzeugdaten

Bildergalerie

© handwerk-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen