Branchen -

Branchencheck Dachdecker Drohnen verändern Arbeitswelt

Dachdecker profitieren von der guten Baukonjunktur – digitale Techniken wie der Einsatz von Drohnen erleichtern das Arbeiten. Alle Trends der Branche erfahren Sie hier in unserem Branchencheck.

Themenseite: Digitalisierung

Das Dachdeckerhandwerk profitiert von der nach wie vor hervorragenden Baukonjunktur. Die nominalen Umsätze werden 2018 deutlich ansteigen. Zusätzlich zur allgemeinen Konjunktur haben im ersten Halbjahr 2018 vor allem eine warme Witterung sowie Sturmschäden im Januar der Branche Zusatzumsätze gebracht. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft gibt die Sturmschäden durch den Orkan Friederike mit einer Milliarde Euro an, die Gebäudeschäden lägen bei 70 bis 80 Prozent. Laut Statistischem Bundesamt betrug der Umsatzzuwachs von August 2017 bis August 2018 im Wirtschaftszweig Dachdeckerei und Bauspenglerei + 7,4 Prozent. Die Preise lagen im August 2018 um etwa 3,8 Prozent höher als im August 2017.

Im zweiten Halbjahr 2018 werden die Zuwachsraten niedriger ausfallen. Ein Grund: Der heiße Sommer sorgte für Produktivitätshemmnisse, weil die Mitarbeiter nicht unbegrenzt die unter der Woche hitzebedingt nicht leistbaren und damit ausgefallenen Stunden an Samstagen nacharbeiten konnten.

Weniger Solarförderung

Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks machen Sanierungsarbeiten den größten Teil des gesamten Auftragsbestands aus. Doch längst haben die Fachbetriebe ihren Kompetenzbereich auf die energetische Dach- und Fassadendämmung sowie Fotovoltaik und Solarthermie erweitert.

Hier könnte das von der Bundesregierung geplante „Energie-Sammelgesetz“ allerdings den Dachdeckern künftig Umsatzeinbußen bescheren. Denn der Gesetzentwurf enthält Vergütungskürzungen von mehr als 20 Prozent für neue Fotovoltaikanlagen der Leistungsklasse 40 bis 750 Kilowatt installierter Leistung. Viele gewerbliche Solarprojekte und Anlagen des Mieterstroms könnten so nicht realisiert werden, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie.

Die Weichen für die Zukunft hat der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks als Transferpartner im Kompetenzzentrum Digitales Handwerk gestellt. Auf der Wunschliste ganz oben stehen Drohnen mit integriertem Kalkulationsprogramm und Angebotserstellung, gefolgt von Apps zur Gefährdungsanalyse und Zeiterfassung. (Quellen: BVR, ifo-Institut, ZVDH).

Branchentrends

  • Technologie
    Online-Bestellsysteme, CAD-Programme, Apps, digitale Bauakten, digitale Tools zur Abrechnung und Drohnen kommen inzwischen bei rund einem Drittel der Dachdeckerbetriebe zum Einsatz.
  • Soziale Medien
    34 Prozent der Dachdecker setzen Facebook zur Kundenbindung und -gewinnung ein. Weitere 34 Prozent planen, Facebook einzusetzen. Ein Drittel nutzt Online-Plattformen wie dachdecker.com, um Kunden zu generieren. Die Plattform ist Partner vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks.
  • Digitalisierung
    80 Prozent der Dachdecker erwarten durch den Einsatz digitaler Tools Zeitersparnis, 58 Prozent schnellere Auftragsabwicklung, 55 Prozent Kostenersparnis, und 30 Prozent sehen sich dadurch als attraktiver Arbeitgeber.
  • Nachwuchswerbung
    Neue Wege zur Nachwuchsgewinnung: Der Dachdecker-Verband will mit zwölf Jugendbotschaftern bundesweit eigene Influencer aufbauen. Geschult im Umgang mit Smartphone und Mediensoftware posten junge Dachdeckerinnen und Dachdecker regelmäßig Fotos, kurze Videos und Textbotschaften über Instagram, Youtube und Facebook. So will der Verband junge Menschen für den Beruf begeistern und lässt dafür den Nachwuchs selbst zu Wort kommen. Eine eigene Website gibt es auch: dachdeckerdeinberuf.de
  • Dachbegrünung
    Dachdecker sind zunehmend als Klimaschützer unterwegs, denn Deutschland ist mit geschätzt 100 bis 150 Millionen m² Fläche weltweit führend, was den Anteil der begrünten Dächer angeht. Dachdecker unterstützen den Bauherren bei der Planung und Ausführung der Gründächer.

Tarif-Stundenlohn: 19,89 Euro

Euro beträgt der aktuelle Tarif-Stundenlohn für Dachdecker-Fachgesellen. Der allgemeinverbindliche Mindestlohn für ungelernte gewerbliche Arbeitnehmer beträgt bis zum
31. Dezember 2019 12,20 Euro. (Quelle: ZVDH)

Betriebsvergleich

Die Landes-Gewerbeförderungs­stelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) hat für das Dachdeckerhandwerk 2016 einen Betriebsvergleich erstellt. Die in der Tabelle genannten Größenklassen bedeuten: I =1 – 4,9 Beschäftigte, II = 5 – 9,9 Beschäftigte, III = ab 10 Beschäftigte. Die Kostenstruktur gibt Aufschluss über das betriebswirtschaftliche Ergebnis der teilnehmenden Betriebe.

Betriebsvergleich Dachdecker


Weitere Downloads zu diesem Artikel
© handwerk-magazin.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen