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Zukunftsmarkt Drohnen-Einsatz im Handwerk: Große Übersicht über Chancen und rechtliche Hürden

Nachdem Drohnen schon in der Industrie durchgestartet sind, heben sie jetzt auch im Handwerk ab. Denn die Perspektive von oben spart oft Geld und Zeit, ermöglicht neue Geschäftsmodelle und kann zum Wettbewerbsvorteil werden. Wer eine Drohne fliegen will, muss sich aber mit komplizierten rechtlichen Spielregeln auseinandersetzen – und Skeptiker überzeugen. Alles zum Zukunftsmarkt gibt's hier auf einen Blick.

Themenseiten: TS Zukunftsperspektiven im Handwerk, TS Geschäftsideen und TS Drohnen

Zwei Joysticks, sechs Rotoren und eine Kamera erleichtern Robert Neumann seine Arbeit. Als Dachdecker sieht er die Welt oft von oben: Jede Kletterpartie auf ein Kundendach kostet allerdings Zeit und ist mit einem Risiko verbunden. Oft klettert er rauf, nur um festzustellen, dass alles in Ordnung ist. Heute überlässt er diese Arbeit gerne seiner Drohne. Die braucht keine Leiter, kein Gerüst und macht Fotos, während er das Dach sicher vom Boden aus inspizieren kann.

Drohnen sind schon lange mehr als Spielzeuge. Die Multicopter sind mittlerweile fester Bestandteil in Handel und Industrie. DHL und Amazon testen zum Beispiel Lieferdrohnen zur Auslieferung von Waren, Logistikkonzerne nutzen die Multicopter im Lager für automatisierte Inventuren. Auch Polizei und Feuerwehr setzen bereits auf die unbemannten Flugobjekte, etwa um Unfälle zu rekonstruieren und um bei Bränden Glutnester ausfindig zu machen. Hochauflösende Kameras und hohe Reichweiten machen die Multicopter zu Multitalenten, die für viele Einsatzzwecke geeignet sind. Rund 19.000 gewerblich genutzte Drohnen schwirren bereits durch den deutschen Luftraum, zählt der Verband Unbemannte Luftfahrt (VUL). Während die private Nutzung laut Prognose bis 2030 nur noch um 58 Prozent wachsen soll, rechnen die Experten bei der kommerziellen Nutzung mit einem Anstieg um imposante 563 Prozent. Die meisten Unternehmen in Deutschland nutzen die Drohnen laut VUL bislang zum Vermessen und Inspizieren: Fähigkeiten, die Drohnen auch für Handwerker interessant machen.

Drohnen liefern bessere Daten

Die vielversprechendsten Einsatzmöglichkeiten sieht Drohnenexperte Axel Schröder bei Dachdeckern wie Robert Neumann, aber auch bei Schornsteinfegern, Gerüstbauern, Denkmalpflegern und im Straßenbau – kurzum, bei allen Handwerkern, die auf Baustellen unterwegs sind und dank der fliegenden Helfer neue Perspektiven gewinnen. Schröder bietet bei der Handwerkskammer Erfurt Drohnen-Seminare an. Er ist davon überzeugt, dass Drohnen ein wichtiges Zukunftswerkzeug für Handwerker sind: „Die Fotos von oben bieten Handwerkern die Möglichkeit, ihren Kunden effizientere oder zusätzliche Dienstleistungen anzubieten und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.“
Mit hochauflösenden Fotos können Bauhandwerker etwa genaue Pläne von Gebäuden und Gelände erstellen und diese nutzen, um mit Kunden einen Projektablauf zu besprechen und zu planen. Statt ein Angebot nur grob schätzen zu müssen, können sie mithilfe von Drohnen Flächen zentimetergenau erfassen – und so besser und effizienter planen.

Diese Möglichkeit nutzt Dachdecker Neumann: „Wenn ich mit der Drohne ein Foto vom Dach mache, kann ich anhand von Fixpunkten wie zum Beispiel der Dachpfanne direkt errechnen, wie groß die Dachfläche ist“, sagt Robert Neumann. Bestellt ein Kunde also ein neues Dach, müssen die Dachdecker-Brüder dieses nicht umständlich von Hand ausmessen. Die Fotos aus der Luft reichen ihnen, um ein sehr genaues Angebot zu errechnen. Und der Drohnenflug ist da schon eingepreist. Neumann weiß dann auch gleich, wie viel Material er genau braucht, und muss keinen Überschuss für eventuelle Messfehler einplanen. Das macht das Angebot für den Kunden anschaulicher und transparenter. Und wenn er Glück hat, kann er durch den Drohneneinsatz direkt weitere Kunden in der Nachbarschaft anwerben: „Mit Drohnen werden Handwerker nicht nur schneller und genauer beim Erstellen eines Angebots. Sie erregen gleichzeitig Aufsehen und werben so für ihren Betrieb“, so Schröder.

Drohnen schaffen Vorteile

Experimentierfreudige Unternehmer wie die Dachdecker-Brüder Robert und Karsten Neumann sind überzeugt: Wer mit Drohnen umgehen kann, hat einen echten Wettbewerbsvorteil. Als die beiden 2015 ihren eigenen Dachdeckerbetrieb gegründet haben, war ihr erster fester Mitarbeiter ein fliegender Assistent: Eine „DJI Phantom 4“. Mittlerweile hat den Job als Dachdecker-Assistent eine „Yuneec Typhoon“ übernommen. „Unsere erste Drohne ist leider bei einem Einsatz an das Haus gestoßen und in die Tiefe gestürzt“, erzählt Robert Neumann. Glück im Unglück: Dem Haus des Kunden ist nichts passiert. Die Drohne hat den Fehler der Dachdecker allerdings nicht überlebt. Einen Multicopter durch die Luft zu manövrieren ist nicht so leicht, wie es aussieht. Kniffelig wird es besonders dann, wenn Handwerker die Flieger nah ans Haus steuern müssen, um Details zu erkennen. Neumann übte das Steuern der Drohne auf Feldern und tastete sich dann ans Haus der Familie heran, bis er sich ans erste Kunden-Objekt herangetraut hat.

Komplexe Rechtslage: Drohnenflüge sind stark reguliert

Außerhalb gekennzeichneter Flugplätze brauchen gewerbliche Drohnenpiloten in Deutschland einen sogenannten Kenntnisnachweis, um fliegen zu dürfen. Umgangssprachlich ist dieser als Drohnenführerschein bekannt.

In einer theoretischen Prüfung müssen angehende Piloten beweisen, dass sie wissen, wie eine Drohne zu steuern ist. Und vor allem: Was sie mit einer Drohne alles nicht tun dürfen. Die Verbotsliste ist lang. „Egal, wo ich meine Drohne steigen lasse: Ich muss mich an die Luftverkehrsordnung halten“, erklärt Timo Stellpflug. Er ist Anwalt bei der Kanzlei Taylor Wessing und befasst sich mit den rechtlichen Aspekten beim Einsatz von Drohnen. Seit 2017 gibt es einheitliche Regeln in Deutschland, ab 2020 gibt es europaweit geltende Richtlinien für Drohnenpiloten.

„Bevor ich meine Drohne starte, muss ich mich über Flugverbotszonen oder sonstige Einschränkungen informieren“, sagt Stellpflug. Und davon gibt es viele in Deutschland. Der Rechtsanwalt empfiehlt, sich vorher im Internet darüber zu informieren. Drohnenbesitzer können beispielsweise auf der Internetseite Map2Fly eingeben, wo sie fliegen möchten, und nachschauen, welche Einschränkungen vor Ort gelten. Drohnenpiloten dürfen zum Beispiel nicht über Menschenmassen fliegen. Auch der Luftraum in der Nähe von Flughäfen und Krankenhäusern mit Helikopterlandeplatz, Bahnanlagen, Bundesfernstraßen und Wasserstraßen wie beispielsweise dem Rhein ist tabu. Wer in einer dieser Flugverbotszonen die Drohne steigen lassen will oder für einen Auftrag mehr als 100 Meter hoch fliegen muss, braucht dafür jedes Mal eine Ausnahmegenehmigung von der zuständigen Landesluftfahrtbehörde.

Bei Drohnen-Aufnahmen den Kunden zustimmen lassen

„Handwerker sollten sich die schriftliche Erlaubnis vom Haus- und Grundstückseigentümer geben lassen. Dann dürfen sie über dem Gebäude fliegen, um Aufnahmen vom Haus zu machen“, erklärt Rechtsanwalt Stellpflug. Wichtig ist: Die Drohne muss auf dem Grundstück des Kunden starten und landen.

Wenn eine Drohne im Flug versehentlich das Nachbargrundstück überquert, kann es brenzlig werden, wie ein Fall aus dem sächsischen Riesa zeigt. Ein Familienvater hat zum Luftgewehr gegriffen, weil seine Frau sagte, die Drohne verfolge sie im Garten. Der Mann habe mehrfach gerufen, dass die Drohne verschwinden solle. Als nichts passierte, drückte er ab. Mit dem zweiten Schuss holte er den Copter vom Himmel. Der Drohnenpilot zeigte den Schützen anschließend wegen Sachbeschädigung an. Das Gericht gab aber dem Familienvater recht. Da der Pilot nach mehrmaligem Rufen nicht reagiert und die Frau sich verfolgt gefühlt habe, sei der Abschuss gerechtfertigt gewesen, heißt es in der Urteilsbegründung.

Unbedingt die Privatsphäre der Nachbarn achten!

Das Amtsgericht machte aber auch klar, dass dieses Urteil kein Freischein für schießwütige Grundstücksbesitzer ist. Wer sich durch eine Drohne gestört fühlt, könne auch ins Haus fliehen. Allgemein müssen Handwerker bei Foto- und Filmaufnahmen darauf achten, keine privaten Details der umliegenden Häuser oder Gärten zu fotografieren. Das würde die Privatsphäre der Nachbarn verletzen.

Wenn eine Drohne defekt ist oder gegen ein Hindernis fliegt und abstürzt, haftet der Halter der Drohne für eventuell entstandene Schäden. Eine Haftpflichtversicherung ist daher Pflicht für jeden Drohnenhalter in Deutschland. Anwalt Stellpflug rät zudem, einen Haftungsausschluss mit den Hauseigentümern zu vereinbaren, bevor sie eine Drohne über das Dach fliegen lassen. Fliegt nicht der Eigentümer des Copters selbst, sondern ein Mitarbeiter, sollten Chefs schriftlich festhalten, dass der Mitarbeiter im Besitz des notwendigen Kenntnisnachweises ist.

Drohnen sind windempfindlich

Doch auch die Natur setzt Grenzen: Multicopter können nicht bei jedem Wind und Wetter fliegen, etwa bei Sturm, Hagel oder schlechten Sichtverhältnissen. Mit leichtem oder mäßigem Wind wird die Drohne fertig und steuert gegen. Solange der Pilot also nichts verändert und keinen Steuerknüppel bewegt, verharrt die Drohne an Ort und Stelle in der Luft. Dazu orientiert sie sich am GPS-Signal. Es gibt aber auch Situationen, in denen der Kompass oder das GPS der Drohne ausfallen. Häufig ist das in der Nähe von Hochspannungsleitungen und Funkmasten der Fall. Der Pilot muss dann wissen, wie er die Drohne manuell steuern und landen kann. Dafür ist viel Übung notwendig. Außerdem ist mit Attacken nicht nur von misstrauischen Nachbarn zu rechnen: „Es haben schon oft Vögel versucht, meine Drohne anzugreifen“, erzählt Robert Neumann. Seitdem kennt sich der Dachdecker auch bei den Nistzeiten regionaler Vogelarten aus. „Ich sehe ja nicht unbedingt, ob auf dem Dach ein Nest mit Jungen ist.“ Sollte ein Vogel in den Propeller einer Drohne hineinfliegen, kann das nicht nur für das Tier tödlich ausgehen. Viele Drohnen, wie die oft verwendete DJI Phantom 4, sind Quadrocopter. Das heißt: Ist einer der vier Rotoren kaputt, stürzt die Drohne ab. Weniger absturzgefährdet sind Modelle mit sechs Rotoren, sogenannte Hexacopter. Gehen einer oder zwei Propeller im Flug kaputt, fliegt die Drohne entweder mit fünf oder vier Rotoren stabil weiter. Einziger Nebeneffekt: Der Akku wird schneller leer, da die verbleibenden Motoren mehr leisten müssen.

Doch solche Bedienfehler sollten sich Handwerker nicht erlauben. Denn sie bleiben selten unbemerkt. Das Geräusch und das Umherschwirren eines Multicopters locken oftmals Nachbarn aus ihren Häusern. Das erlebt auch Dachdecker Neumann bei seinen Einsätzen. Er bietet auf der Internetseite des Betriebs Dachinspektionen via Drohne an. Die Bilder vom kleinen Rundflug plus eine detaillierte Einschätzung zum Zustand des Dachs bekommen die Immobilienbesitzer im Anschluss per Mail oder auf einem USB-Stick. Wenn er im Hof oder Garten eines Kunden den Multicopter startet, kommen oft Nachbarn und fragen, was er da macht. „ Zu Drohneneinsätzen fahre ich deshalb immer gemeinsam mit meinem Bruder Karsten“, sagt Robert Neumann. „Er beantwortet die Fragen, erklärt, was wir machen, und ich kann mich in Ruhe auf den Flug konzentrieren.“ Die meisten Nachbarn seien neugierig und interessiert – angeschnauzt wurde er noch nicht. „Wenn die Nachbarn die Bilder aus der Luft sehen, sind sie begeistert“, sagt Neumann.

Wenn es aber um den Preis geht, schrecken viele zurück. „Ein Drohneneinsatz liegt bei uns schon im dreistelligen Euro-Bereich“, sagt Neumann. Denn mit Anfahrt und Flug allein ist es nicht getan. Robert Neumann muss die Bilder anschließend in seinem Büro auswerten. Am Computerbildschirm sucht er nach Schäden wie kaputten Ziegeln und vollen Regenrinnen. Wenn er einen entdeckt, geht es rauf aufs Dach. „Viele Kunden denken sich: ‚Dann soll er doch gleich aufs Dach klettern, und wir sparen uns die Drohne‘“. Darum machen die Drohnenflüge bislang nur einen kleinen Teil des Geschäfts aus. Das stört die Neumanns aber nicht. Für sie ist die Drohne vor allem als Arbeitshilfe beim Erstellen von Angeboten wichtig.

Drohnen rechnen sich

Hermann Spanier beantwortet die Frage nach der Wirtschaftlichkeit eindeutig mit „Ja“. Er ist Gerüstbauer und fliegt in seiner Freizeit gerne mit einem Modell-Helikopter. Mittlerweile hat er neben seinem Gerüstbaubetrieb noch ein gemeinsames Start-up mit seiner Tochter Jeanette gegründet, das sich auf den Einsatz von Drohnen spezialisiert hat. Die Idee entstand, als er auf der Suche nach einer digitalen Lösung zum Planen seiner Gerüste mehrere Computerprogramme testete. Die sollten mit den Maßen aus den Bauplänen automatisch berechnen, wie groß das entsprechende Gerüst sein muss. „Die Planungen waren aber immer fehlerhaft“, sagt Spanier. Doch das lag nicht an der Software, sondern an den Maßen. Vor Ort musste er dann stets umplanen und ausreichend Material für Anpassungen mitnehmen.

Jeanette Spanier, Gerüstbaumeisterin

Bis seine Tochter die zündende Idee hatte: „Du kannst doch fliegen, Papa!“, erinnerte sie den Modellflugzeug-Fan. Dieser Satz war der Grundstein für Moselcopter: Das Start-up von Vater und Tochter bietet seit 2017 Drohnenflüge für Unternehmen an und steht damit finanziell schon auf eigenen Beinen. Aufträge bekommt Spanier vor allem von Dachdeckern und Architekten. Sein bester Kunde ist sein eigener Gerüstbaubetrieb. Die beiden Betriebe arbeiten unabhängig voneinander.

Mit Moselcopter vermisst und fotografiert Gerüstbauer Spanier Gebäude aus der Luft. Kartografieren nennt sich das. Die Drohnen fliegen entlang einer vorgegebenen Route über dem Gebäude oder der Fläche und machen alle paar Zentimeter Fotos. Daraus können Computerprogramme Punkte errechnen und letztendlich das Gebäude in 3D zeigen. „Mit diesem Modell kann ein Mitarbeiter allein das Gerüst zentimetergenau planen“, sagt der Gerüstbauer. Mitarbeiter müssen nicht mehr Material als benötigt zur Baustelle mitnehmen. Zusätzlich weiß er genau, wie viele Bauteile gerade wo sind und wie viel er im Lager für weitere Projekte übrig hat.

Ein weiterer Vorteil: Das 3D-Modell erleichtert die Zusammenarbeit mit anderen Handwerkern. Er kann zum Beispiel dem Maler und Dachdecker einfach die Datei mit der virtuellen Bauplanung zusenden. Diese können sich dann am Smartphone oder Tablet das geplante Gerüst ansehen. Ist ein Teil im Weg, geben die Handwerker direkt Bescheid, und der Gerüstbauer kann umplanen. „Solche Fehler sind sonst oft erst vor Ort aufgefallen“, sagt Spanier. Auch die Kunden seien froh, wenn sie bereits vor dem Aufbau wissen, wie das Gerüst am Haus aussieht. „Das macht es auch leichter, dem Kunden die Kosten zu erklären.“

Spanier glaubt, dass Drohnen das Handwerk revolutionieren werden. Und das ist seiner Meinung nach auch dringend nötig: „Wir können mit unserer alten Denke nicht weitermachen. Wir müssen digitaler und effizienter werden“, so der Gerüstbauer. Digital erfasste Lagerbestände und Materiallisten seien erst der Anfang. Trotzdem sollte man gut überlegen, in welche Bereiche man investieren möchte: „Drohnen sind schwer zu kontrollieren, und auch die Gesetzeslage ist kompliziert.“ Er geht davon aus, dass der Copterpilot künftig ein eigener Beruf ist und Handwerker solche Spezialisten dann einstellen oder beauftragen. „Zukünftig werden darum auch mehr Studierte und IT-Experten im Handwerk arbeiten“, glaubt Spanier. „Der Beruf spielt sich nicht nur auf der Baustelle ab.“ Es brauche auch Informationstechniker und Planer im Büro, die etwa Drohnen-Fotos auswerten und digitale Lösungen für die Arbeiter vor Ort entwickeln und umsetzen.

Handwerker, die digitale Werkzeuge wie Drohnen und spezielle Auswertungsprogramme für ihr Lager, ihre Organisation und Planung nutzen, können sich von der Konkurrenz absetzen. Denn wer schneller und genauer liefern kann, punktet beim Kunden. „Früher haben sich Kunden zehn Handwerker ins Haus bestellt und sich genauso viele verschiedene Meinungen angehört“, erzählt Gerüstbauer Spanier. Die meisten hätten sich dann für den Handwerker entschieden, dessen Meinung am besten zu den eigenen Vorstellungen passt – nicht zwangsläufig das realistischste Angebot. Das ist inzwischen anders: „Heute kann ich mit der Drohne zentimetergenau messen und am Computer simulieren, was ich verändern oder reparieren werde“, sagt Spanier. „Das schindet Eindruck und macht meine Arbeit besser und transparenter.“

Checkliste: Diese Bedingungen müssen Sie erfüllen, um Drohnen zu fliegen

Wer mit seiner Drohne gewerblich durchstarten möchte, muss laut Luftverkehrsordnung einen Kenntnisnachweis erbringen, eine Haftpflichtversicherung abschließen und seine Drohne kennzeichnen.

  • Haftpflichtversicherung Wer eine Drohne steigen lässt, muss diese versichern. Aber nicht jede Haftpflichtversicherung zahlt im Schadensfall. Prüfen Sie darum vorher Ihren Vertrag.
  • Kennzeichen Jede Drohne über 250 Gramm braucht eine feuerfeste Plakette mit Namen und Anschrift des Eigentümers.
  • Drohnenführerschein Wer seine Drohne gewerblich nutzen will, braucht einen Kenntnisnachweis. Bei privaten Flügen brauchen Sie nur einen Nachweis, wenn die Drohne mehr als fünf Kilogramm wiegt.
  • Flugverbote Drohnen dürfen nicht überall fliegen. Online bietet map2fly.flynex.de eine gute Übersicht. Allgemein gilt: Piloten dürfen nur auf Sichtweite und nicht höher als 100 Meter fliegen. Ausnahmen können Sie bei den jeweiligen Städten oder Luftfahrtbehörden beantragen.

Marktübersicht: Die Profi-Modelle der größten Drohnenhersteller

DJI, Yuneec, Parrot oder doch ein Produkt eines anderen Herstellers? Welche Drohnen bieten welche Funktionen, beispielsweise eine im Flug nach oben schwenkbare Kamera, einen integrierten Wärmescanner oder die Fähigkeit, ein Gelände exakt digitial abzutasten und zu dokumentieren? Und das zu welchem Preis? Hier ein Marktüberblick der Profidrohnen der größten Hersteller im Markt.

Typ Preis Eigenschaften
Fotodrohnen:
DJI Phantom 4
Pro V 2.0

dji.com/de/phantom-4-pro-v2
1.699,00 € Mit einer vollen Akkuladung kann die DJI-Drohne bis zu einer halben Stunde in der Luft bleiben. Damit sie den Flug unbeschadet übersteht, sind als Unterstützung Sensoren eingebaut, die Hindernisse in fünf Richtungen erkennen. Die Kamera ist mit einem 20 Megapixel-Sensor ausgerüstet und kann Videos in 4k aufnehmen.
Yuneec H520
yuneec.com/de_DE/ kameradrohnen/h520
2.598 bis 12.798 € Der Multicopter von Yuneec ist mit sechs Rotoren ausgestattet. Sollte einer ausfallen, fliegt die Drohne stabil weiter. Der Preis richtet sich nach Ausstattung. Der reine Multicopter kostet 1.599 €. Je nach Kamera kommen Kosten von 999 bis 11.199 € hinzu. Yuneec bietet dabei von der einfachen Kamera bis zur hochauflösenden Wärmebildkamera einige Möglichkeiten.
Parrot Anafi Work
parrot.com/parrot-professional/anafi-work
1.188 € Die Anafi-Modelle zeichnen sich durch eine Besonderheit aus: Sie können auch nach oben schauen. Die Kamera ist vorne angebracht und um 180 Grad schwenkbar. So können Dachdecker nicht nur aufs Dach, sondern auch unter den Dachvorsprung schauen. Der Pilot hat dafür 25 Minuten Zeit – so lange hält ein Akku.
Spezialisten:
DJI Phantom 4 RTK
dji.com/de/phantom-4-rtk
7.800 € Mithilfe eines verbauten Moduls und einer zusätzlichen GNSS-Station am Boden kann die Drohne laut Hersteller ein Gelände zentimetergenau erfassen. Wer auf die zusätzliche Station am Boden verzichten kann, bekommt die Drohne mit Fernsteuerung für 5.700 €.
Yuneec H520 RTK
yuneec.com/de_DE/ kameradrohnen/h520-rtk
4.498 bis 14.698 € Im September bringt Yuneec eine neue Variante des H520 raus. Die RTK-Variante kann laut Hersteller mithilfe der Basisstation ein Gelände zentimetergenau kartografieren. Bei der Kamera haben Kunden die freie Wahl. Der Multicopter alleine kostet 3.499 €.
Parrot Anafi Thermal
parrot.com/parrot-professional/anafi-thermal
2.261 € Wie es der Name schon verrät, ist die Anafi Thermal mit einer normalen und einer Wärmebildkamera ausgestattet. Diese kann, wie auch bei der Anafi Work, ebenfalls nach oben schauen, um auch in entlegenen Winkeln Wärmeverluste ausfindig zu machen.

Stand: September 2019

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