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Moderne Weiterbildung E-Learning: Diese digitalen Lernmedien machen Sie und Ihre Mitarbeiter schlauer

Ob Online-Kurs, Video-Tutorial oder Unternehmenswiki: Digitale Lernformen ermöglichen flexible und ortsunabhängige Weiterbildung. Erfahren Sie hier, mit welchen E-Learning-Formaten Sie Ihr eigenes Wissen sowie die Teamkompetenz auf den neuesten Stand bringen können und wie Sie Ihren Betrieb überhaupt auf die moderne Weiterbildung umstellen.

Topic channels: TS Mitarbeitermotivation, TS Weiterbildung, TS Digitalisierung und TS IT-Trends

Transparenz steht im Team Plagemann, SHK-Betrieb aus Braunschweig, ganz oben: Die insgesamt 13 Mitarbeiter erhalten Einblick in die Details hinter der täglichen Arbeit, etwa zur Auftragssituation, Angebotsplanung oder Kostenstruktur. Jeder soll wissen, wie es um den Betrieb steht, schließlich sind die Mitarbeiter auch am Gewinn beteiligt. Um die kaufmännischen Hintergründe richtig verstehen zu können, treffen sich alle ungefähr einmal im Monat zu einer Schulung in Betriebswirtschaft: Im Besprechungsraum wird eine Präsentation der Akademie Zukunft Handwerk per Beamer an die Wand geworfen. Über den Computer läuft zudem ein Zoom-Meeting mit, wodurch Mitarbeiter, die nicht vor Ort sind, trotzdem teilnehmen können. „Wir suchen in der Weiterbildung generell immer Wege, um jeden dort abzuholen, wo er steht und wie er Zeit findet“, sagt Geschäftsführer André Plagemann. Die Betriebswirtschaftseinheiten könnten sich Mitarbeiter so etwa auch auf dem Handy anhören. „Und wer Fragen hat, kann sich über Zoom ja jederzeit aktiv einklinken, das wird dann gleich live geklärt.“

Im Corona-Jahr 2020 hat der Betrieb auch erstmals Seminare von Herstellern online ausprobiert. Etwa zur Wartung von Heizkesseln, was laut Plagemann aktuell aber nur „bedingt“ funktioniere. „Da fehlt schon ein bisschen die Interaktion und dass man die Dinge auch mal in die Hand nehmen kann“, sagt Plagemann. In der momentanen Situation sicher eine gute Lösung, um Inhalte zu vermitteln, aber für die Zukunft wünsche er sich eher einen Mix aus Schulungsvideo und Vor-Ort-Einweisung.

E-Learning Boom nutzen

Den Boom, den E-Learning durch die Pandemie erlebt hat, belegen die aktuellen Zahlen des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln: So gaben im IW-Covid-19-Panel im Mai 36 Prozent der befragten Unternehmen an, dass ihre Nutzung digitaler Lernangebote seit Pandemiebeginn stark gestiegen ist. Dabei profitierten besonders Betriebe, die bereits vor der Krise selbstgesteuertes Lernen ermöglicht hatten. Laut aktueller IW-Weiterbildungserhebung konnten knapp 24 Prozent jener Unternehmen, deren Mitarbeiter im Jahr 2019 bereits selbstgesteuert gelernt hatten, die Zeit der Kurzarbeit für Weiterbildung nutzen, während es bei den anderen Unternehmen nur sechs Prozent waren. Ein Hemmnis für eine stärkere Nutzung von E-Learning sind fehlende Informationen. In der Befragung gaben viele Unternehmen an, dass sie sich mehr Informationen zu digitalen Lernmedien wünschen.

Chefs unterschätzen Kompetenzen

Viele Betriebe trauen ihren Mitarbeitern aber auch schlichtweg zu wenig zu. 2019 gingen etwa laut einer IW-Studie fast die Hälfte der Unternehmen davon aus, dass es in den Teams an der benötigten technischen oder Medienkompetenz fehlt. Ein Trugschluss, denn viele Mitarbeiter verfügen bereits durch die private Nutzung digitaler Medien über beachtliche Kompetenzen, wie es beim IW heißt. „Die meisten Lernangebote sind sehr nutzerfreundlich und intuitiv, sodass auch nicht so technologieaffine Mitarbeitende sie bedienen können“, sagt Svenja von Poblocki, Researcherin im KOFA. „Digitales Lernen lässt sich leichter in den Arbeitsalltag integrieren und muss auch nicht teuer sein.“
Im Internet finden sich viele kostenlose Angebote in Form von Webinaren, Online-Kursen (MOOCs) oder Lernvideos. Auch die Eigenproduktion von Podcasts oder Lernvideos erfordert kein großes Budget. Bei Lernangeboten von professionellen Anbietern sind individualisierte, auf das Unternehmen zugeschnittene Lernformate dagegen relativ teuer und lohnen sich meist erst bei häufigem Einsatz. Lösungen „von der Stange“ sind günstiger und vor allem bei vielen Pflichtschulungen sinnvoll.

Leichter Lernen in der Praxis

Ein weiterer Vorteil: Da Lernort und Zeit oft individuell wählbar sind, rückt das Lernen näher an den Arbeitsplatz. „Das Gelernte lässt sich leichter mit der Praxis verknüpfen“, sagt von Poblocki. „Wenn eine Mitarbeiterin etwa Probleme beim Einsatz eines 3-D-Druckers hat, kann sie diese mit einem Lernvideo direkt lösen.“

Podcasts, Videos, Wikis & Co. lassen sich aber auch zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter nutzen. So plant SHK-Profi André Plagemann etwa eine selbst produzierte Tutorial-Reihe mit Videos zu wichtigen Arbeitsschritten, die sowohl bereits vorhandenen Mitarbeitern als Gedankenstütze dienen, als auch Neuzugängen den Start erleichtern sollen. Die ersten Folgen, „Stundenerfassung“ und „Lieferschein“, sind schon im Kasten. „Unsere Mitarbeiter finden wir meist überregional“, sagt Plagemann. „Mit den Videos können sie sich vorab mit unserer Firma befassen und kommen ein Stück weit eingearbeitet ins Unternehmen.“

Um von den vielen Vorteilen des digitalen Lernens in der Praxis zu profitieren, müssen Betriebe laut Expertin Poblocki zunächst klare Ziele definieren:

  • Welche Kompetenzen sollen erreicht werden?
  • Wer soll geschult werden?
  • Welche Rahmenbedingungen etwa zu Zeitbudget oder technischer Ausstattung gibt es?

Eine Hilfe sei, Beschäftigte bei der Entscheidung für ein bestimmtes Lernformat einzubeziehen, etwa indem man sie verschiedene Demoversionen testen lässt. „So können Betriebe ausprobieren, ob ein E-Learning-Format wirklich das richtige für sie ist“, erklärt Poblocki.

Weitere Downloads zu diesem Artikel
  • Digitale Lernmedien: Die wichtigsten Formate (PDF, 86 kB)

    Ob Online-Kurs, Videotutorial oder Unternehmenswiki: Digitale Lernformen ermöglichen flexible und ortsunabhängige Weiterbildung. Die Arbeitshilfe zeigt, mit welchen E-Learning-Formaten Unternehmer ihr mehr...

  • E-Learning planen und einführen (PDF, 94 kB)

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