IHM 2018 -

Arbeitswelten Die systematische Förderung des Führungskräfte-Nachwuchses

Wie kann man seine eigenen Ideen am besten umsetzen und mit ihnen überzeugen? Der Modellbaumeister Sven Scheidung bietet gemeinsam mit weiteren jungen Meistern und Führungskräften aus der Modell- und Formenbaubranche eine Plattform für Austausch, Fort- und Weiterbildung.

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Sven Scheidung ist 31 Jahre alt, selbstbewusst, gut ausgebildet, ehrgeizig. In einem Industriekonzern würden sie einen wie ihn wohl als „High Potential“ einstufen: Als angehende Top-Führungskraft würde er gezielt weitergebildet, er bekäme Mentoren zur Seite gestellt, würde auf Führungsaufgaben vorbereitet, bei Netzwerk-Treffen mit wichtigen Kunden und Geschäftspartnern in der Branche bekannt gemacht.

Netzwerk unterstützt mittelständische Betriebe

In mittelständischen Betrieben fehlen für so eine systematische Förderung des Führungskräfte-Nachwuchses allerdings meist Zeit und Konzepte. Sven Scheidung, Modellbaumeister in der mittelständischen Duisburger Modellfabrik, will das gemeinsam mit weiteren jungen Meistern und Führungskräften aus der Modell- und Formenbaubranche ändern: „Wir haben ein Netzwerk gegründet, in dem wir uns austauschen, über das wir Workshops und gemeinsame Projekte organisieren, ein Mentoren-Netzwerk aufbauen und über das sogar schon einige geschäftliche Kooperationen entstanden sind“, berichtet Scheidung.

Er und inzwischen rund 40 weitere „High Potentials“ aus dem Handwerk haben das „Jungnetzwerk“ des Bundesverbandes Modell- und Formenbau im Jahr 2016 gegründet. Dieses wird aktiv von der älteren Generation im Verband unterstützt und gefördert, berichtet Peter Gärtner, der beim Bundesverband für die Zusammenarbeit mit den Nachwuchs-Netzwerkern zuständig ist. „Das Thema Nachfolge und Firmenübergabe brennt vielen Unternehmern unter den Nägeln, erklärt Gärtner. Oft gebe es keinen Nachfolger aus der Familie. Also müssten Unternehmer die Mitarbeiter zu Führungskräften heranbilden. Oder aber Manager bei der Konkurrenz oder sogar aus anderen Branchen abwerben. „Für diese Herausforderung sind viele Unternehmen noch nicht gut gerüstet - die jungen Leute fühlen sich allzu oft alleingelassen mit ihren Fragen.“

Ein fachlicher und doch persönlicher Austausch

Wie kann ich mich als junge Führungskraft gegen selbstbewusste Altgesellen durchsetzen, die in mir nur den Jungspund sehen? Wie setze ich meine Ideen beim Chef durch, der oftmals ja gleichzeitig auch der Vater ist? Wie kann ich meinen eigenen Führungsstil entwickeln, ohne mit der älteren Generation anzuecken? Solche Fragen diskutieren Sven Scheidung und die anderen Jung-Netzwerker inzwischen über eine gemeinsame Online-Plattform und bei regelmäßigen Netzwerktreffen. „Wir halten die Zusammenarbeit sehr informell, haben nur wenige Regeln aufgestellt“, sagt er. „Uns geht es um den fachlichen und persönlichen Austausch, wir wollen uns kennenlernen und voneinander lernen.“

Fakten zum Jungnetzwerk

Projekt : Jungnetzwerk Modell- und Formenbau

Land, Stadt: bundesweit

Gewerk : Modell- und Formenbau

Gegründet: 2016

Konzept: Junge Nachwuchs-Führungskräfte der Branche vernetzen

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