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Pick-ups Die neuesten Fahrzeuge für den harten Einsatz im Handwerk

Es wäre zwar immer noch übertrieben, von einem Pick-up-Boom bei uns zu sprechen. Doch kein namhafter Hersteller kann mehr darauf verzichten, einen dieser praktischen Kleinlaster in seinem Modellprogramm zu führen. Und für Handwerker sind Pick-ups viel mehr als nur ein Spielzeug.

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Zugegeben, es ist ein Nischenmarkt. Aber Pick-ups sind für viele Handwerksbranchen einfach ideale Nutzfahrzeuge, sei es als Zugmaschine für schwere Anhänger, als voll geländegängiges Baustellenauto oder als Transporter fürs Grobe. Rund 25.000 Pick-ups werden in Deutschland jährlich zugelassen, immerhin kann es sich inzwischen kein renommierter Hersteller mehr leisten, keinen dieser Pritschenwagen im Angebot zu haben. Belebung erfuhr der deutsche Markt, nachdem Volkswagen mit dem Amarok und Mercedes mit der X-Klasse den vorher aus Fernost dominierten Markt aufgemischt haben. Verkaufsschlager ist derzeit aber der Ford Ranger, gefolgt vom VW Amarok.

Was hierzulande als Exot gilt, ist weltweit ein Verkaufsschlager: Die F-Serie von Ford, ein knapp sechs Meter langer US-Pick-up mit 3,5 Liter Hubraum und 375 PS, gilt als zweitmeist verkauftes Fahrzeug der Welt, noch vor dem VW Golf. Nur der Toyota Corolla fand noch mehr Freunde.

Natürlich sind die Pick-ups mit ihren leistungsstarken Motoren nicht gerade umweltfreundlich, deshalb experimentieren die Hersteller auch mit alternativen Antrieben. Noch gibt es aber keinen Elektro-Pick-up zu kaufen, in zwei Jahren könnte es so weit sein.

Was zurzeit in Deutschland bei den Midsize-Pick-ups, also Modellen mit rund einer Tonne Nutzlast, angeboten wird, zeigt die Marktübersicht von handwerk magazin.

Ford Ranger

Ford Ranger

Seit März 2012 ist der Ranger bereits am Markt und hat sich zum meistverkauften Pick-up in Europa entwickelt. Da ein neues Modell noch nicht in den Startlöchern steht, wertet Ford seinen Pick-up mit Sondereditionen auf.

So präsentierten die Kölner jüngst den Ranger Wildtrak X als Doppelkabiner mit dem 200-PS-Topmotor und serienmäßiger 6-Gang-Automatik. Dann folgte der Ranger Raptor, dessen 2,0-Liter-Turbodiesel es sogar auf 213 PS bringt und der mit Gelände-Managementsystem, verstärktem Chassis und Geländebereifung für den Offroad-Einsatz optimiert ist.

Die reguläre Modellreihe ist in drei Karosserieversionen, mit Heck- oder Allradantrieb sowie in drei Motorversionen erhältlich.

Isuzu D-Max

ISUZU D-MAX

Er ist auch in seiner aktuellen Modellversion, die seit 2017 am Markt ist, ein echtes Arbeitstier geblieben. Schon die drei Aufbauversionen (Single-, Space- und Double-Cab) erfüllen unterschiedliche Transportaufgaben, für den gewerblichen Einsatz stehen individuelle Branchenlösungen bereit .

Als Antrieb setzt Isuzu auf einen 1,9 Liter großen Common-Rail-Diesel mit 120 kW (163 PS), der die Euro-6-Norm ohne SCR-System (Harnstoffeinspritzung) schafft.

Für alle Karosserieversionen steht ein zuschaltbarer Allradantrieb mit Geländeuntersetzung bereit, nur die zweisitzige Single-Cab ist auch mit reinem Heckantrieb lieferbar.

Mercedes X-Klasse

Mercedes X-Klasse

Der jüngste Spross der Pick-up-Familie von Mercedes hört auf das Typkürzel X350d 4Matic und hat einen drei Liter großen Sechszylinder-Diesel mit 190 kW (250 PS) unter der Haube.

Die Besonderheit: Sowohl der V6 als auch sein permanenter Allradantrieb und das serienmäßige Automatikgetriebe stammen aus dem Stuttgarter Teilelager, während sich die Vierzylinder-Modelle die gesamten technischen Komponenten inklusive Zuschalt-Allrad mit den Schwestermodellen von Renault und Nissan teilen – die X-Klasse ist das Ergebnis einer Kooperation der Stuttgarter mit dem Renault-Konzern.

Dennoch ist der ausschließlich als Doppelkabiner lieferbare Mercedes-Pick-up ein eigenständiges Modell: Die Karosserie ist anders designt, der Innenraum im Mercedes-Pkw-Stil gestaltet, und Mercedes-typische Sicherheits-Features wie Brems-, Spurhalte- oder Verkehrszeichen-Assistent sind integriert.

Fiat Fullback

Fiat Fullback

Mit dem Fullback Cross präsentierte Fiat auf der Nutzfahrzeug IAA 2018 eine Lifestyle-Version seines Pick-ups. Der Doppelkabiner verfügt über eine Zweiton-Lackierung in Grün/Bronze, mattschwarz lackierte 17-Zoll-Leichtmetallräder und Sitzbezüge aus braunem Leder sowie eine Rückfahrkamera und ein Automatikgetriebe.

Die Fullback-Standardversionen, ein Schwestermodell des Mitsubishi L200, sind zusätzlich auch als Eineinhalb-Kabiner lieferbar, verfügen über einen 2,4 Liter großen Turbodiesel mit 113 kW (154 PS) beziehungsweise 133 kW (181 PS). Die Kraftübertragung erfolgt über ein 6-Gang-Schalt- oder 5-Gang-Automatikgetriebe und einen Permanent- oder Zuschalt-Allrad.

Mitsubishi L200

Mitsubishi L200

Nach seiner Premiere in Bangkok startete der Verkauf des neuen Mitsubishi L200/Trition bereits im November 2018 in Thailand. Die Markteinführung bei uns ist für Mitte 2019 geplant.

Der neue L200 besitzt den Leiterrahmen des Vorgängermodells, verfügt wieder über zwei Allradsysteme mit vier Offroad-Modi und eine elektronisch gesteuerte Bergabfahrhilfe.

An Bord sind auch diverse „Aktiv-Sicherheits- und Fahrerassistenzsysteme“, wie eine Totwinkelwarnung, Fußgängererkennung und ein Kamerasystem, das den Pick-up aus der Vogelperspektive auf dem Monitor zeigt.

Bis der Import startet, bleibt der aktuelle L200 im Programm, der weitestgehend seinem Schwestermodell Fiat Fullback entspricht (siehe dort).

VW Amarok

VW Amarok

Im Sommer 2018 präsentierte VW eine neue Top-Motorisierung für den Amarok: Den V6-TDI mit einer Leistung von 258 PS und einem zusätzlichen Overboost von weiteren 14 PS. Die schwächeren Motoren – ebenfalls alles Sechszylinder – leisten zwischen 163 und 224 PS. Den Amarok gibt es mit Heckantrieb sowie Zuschalt- oder Permanent-Allrad, jeweils aber nur als Doppelkabiner oder Fahrgestell.

Nachdem der Amarok nun als gehobener Sechszylinder angeboten wird, ist eine Klasse tiefer eine Lücke im Modellprogramm entstanden. Wie diese gefüllt werden könnte, zeigte VW im November mit der Weltpremiere des Tarok Concept in Brasilien. Ein technisches Novum ist die klappbare Rückwand der viertürigen Doppelkabine, mit der die Ladefläche verlängert werden kann. Eine Markteinführung des Tarok in Europa halten die VW-Oberen durchaus für möglich.

Renault Alaskan / Nissan Navara

Renault Alaskan / Nissan Navara

Der Ende 2016 lancierte Nissan bildet – neben der Mercedes X-Klasse – auch die technische Basis für den Renault Alaskan.

Der Japaner und der Franzose unterscheiden sich nur in der Fahrzeugfront und den Rückleuchten sowie in den Ausstattungsumfängen und der Garantiedauer – Nissan gewährt immerhin für fünf Jahre risikofreies Fahren, Renault nur drei.

Angetrieben werden beide von einem Common-Rail-Diesel mit 2,3 Liter Hubraum. Das Vierzylinder-Triebwerk mit Harnstoff-Einspritzung gibt es in zwei Leistungsstufen mit 120 kW (163 PS) beziehungsweise 140 kW (190 PS), der optionale Allrad wird – genauso wie die Untersetzung – manuell zugeschaltet.

SsangYong Musso

Ssangyong Musso

Der Nachfolger des Actyon Sports ist ausschließlich als Doppelkabiner lieferbar und verfügt über eine 1,30 Meter lange Ladefläche, auf der 850 Kilogramm Nutzlast transportiert werden können – gleichzeitig steigt die Ladekapazität gegenüber dem Vorgängermodell um 112 Liter auf 1.011 Liter.

Die Kraftübertragung erfolgt serienmäßig über ein 6-Gang-Schaltgetriebe, auf Wunsch ist eine Sechsstufen-Automatik erhältlich. Die Wahl besteht auch zwischen Hinterradantrieb und zuschaltbarem Allradantrieb inklusive Getriebeuntersetzung und optionalem Sperrdifferenzial sowie drei Ausstattungsversionen mit modernen Assistenzsystemen.

Toyota Hilux

Toyota Hilux

Der Toyota Hilux feiert 2019 seinen 50. Geburtstag in Europa – und wie gehabt gibt es auch die aktuelle Modellreihe in den drei Karosserievarianten Single Cab, viersitzige Extra Cab und als Double Cab mit fünf Sitzplätzen. Dabei bietet der Einzelkabiner mit 2,32 Metern die längste Ladefläche seiner Klasse, während die Nutzlast bis zu 1.235 Kilogramm (modellabhängig) beträgt und die Anhängelast aller Hilux-Versionen bei 3,2 Tonnen liegt.

Als einzige Antriebsquelle ist ein 2,4-Liter-Turbodiesel mit 110 kW (150 PS) Höchstleistung und einem maximalen Drehmoment von 400 Nm erhältlich – bei der Kraftübertragung besteht dagegen die Wahl zwischen reinem Heckantrieb und Zuschalt-Allrad mit Geländeuntersetzung.

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  • Pick-ups im Vergleich (PDF, 86 kB)

    Noch nie war das Angebot an Pickups in der Midsize-Klasse, das sind die Eintonner, auf dem deutschen Markt so umfangreich wie zurzeit. Neben den Klassikern des Segments aus Fernost entdecken inzwischen mehr...

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Anmerkungen zum Daimler-Diesel Pick-up

Ich habe mich hineingesetzt, bin 197 cm groß und bekam Platzangst.
Habe mir dann überlegt, mit dem Auto mal in die Stadt zu fahren, gefühlt ist er größer wie ein Tesla X und da ist es nicht einfach in der Tiefgarage. Hat das Fahrzeug die Plakette 6 d? Weil sonst ist mit Fahrverboten des Spass ruckizucki vorbei.
Hat die deutsche Autoindustrie nichts gelernt, wie bei VW, wo Betriebserlaubnisse entzogen wurden?
Mercedes betreibt übelste Spionage bei Tesla, anstatt sich auf deutsche Tugenden zu besinnen. Ich sehe eine Entwicklung wie in Detroid auch in Deutschland, wenn die Milliarden nicht mehr sprudeln und der Steuerzahler die Bonus-Prämien in der Autoindustrie zahlen soll. Ich fahre Tesla, 8 Jahre Garantie auf Batterie und Antrieb, die ersten 3 Jahre keine Wartung, lebenslang kostenlosen Strom, flachendeckend in Europa und ich war mit dem Auto in Europa, mit Schottland und das ist super! -Und dann die Updates- einfach mal so die Beschleunigung kostenlos von 6,5 auf 5,5 Sec. verbessert... :-) bei 2,5 Tonnen und dann die weiteren kostenlosen Leistungen.....und sicherstes Auto.....
Robert Hämmelmann haben über Genaerationen betr. u. priv. Mercedes -noch-.