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Marktübersicht Pick-ups Die neuesten Fahrzeuge für den harten Einsatz im Handwerk

Mit robuster Technik, Allradantrieb und verschiedenen Aufbauversionen sind die Pick-ups der Eintonnen-Klasse die erste Wahl für Transportaufgaben auch abseits geteerter Straßen. Viele Hersteller haben ihre Modelle überarbeitet und damit fit fürs neue Jahrzehnt gemacht.

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Zugegeben, es ist ein Nischenmarkt. Aber Pick-ups sind für viele Handwerksbranchen einfach ideale Nutzfahrzeuge, sei es als Zugmaschine für schwere Anhänger, als voll geländegängiges Baustellenauto oder als Transporter fürs Grobe. Gut 25.000 Pick-ups werden in Deutschland jährlich zugelassen, immerhin kann es sich inzwischen kein renommierter Hersteller mehr leisten, keinen dieser Pritschenwagen im Angebot zu haben.

Ob Baustelleneinsatz, die Lieferung zu Kunden in abgelegenen Gebieten oder auch die täglichen Fahrten bei winterlichen Straßenverhältnissen: Allrad-Pick-ups sind für solche schwierigen Aufgaben konzipiert. Die verschiedenen Karosserievarianten – von der fünfsitzigen Doppelkabine bis hin zur Single Cab mit zweisitzigem Fahrerbaus und entsprechend längerer Ladefläche – sorgen gleichzeitig dafür, dass für die unterschiedlichen Transportaufgaben im Handwerk stets eine geeignete Modellversion zur Verfügung steht.

Was zurzeit in Deutschland bei den Midsize-Pick-ups, also Modellen mit rund einer Tonne Nutzlast, angeboten wird, zeigt die Marktübersicht von handwerk magazin.

Ford Ranger

2019Ford_Ranger-Wildtrak

Seit seiner Markteinführung im Jahr 2013 hat sich der Ranger zum meistverkauften Pick-up in Europa entwickelt. Für das Modelljahr 2020 hat Ford ihm einen neuen Motor implantiert: Der zwei Liter große EcoBlue-Diesel ersetzt sowohl den bisherigen 2,2 Liter großen Vierzylinder als auch den 3,2-Liter Fünfzylinder. Das Triebwerk ist in drei Leistungsstufen mit 96 kW (130 PS), 125 kW (170 PS) und 156 kW (213 PS) lieferbar. In Verbindung mit der ebenfalls neuen Zehn-Stufen-Automatik verspricht Ford eine Treibstoffeinsparung von neun Prozent gegenüber dem Vorgängermodell.


Auch bei den Assistenzsystemen hat Ford aufgerüstet: Ein Auffahrwarn-Assistent mit Fußgängererkennung, der intelligente Geschwindigkeitsassistent mit einstellbarem Tempobegrenzer, ein Fahrspurhalte-Assistent und das Verkehrsschild-Erkennungssystem sind nun serienmäßig mit an Bord. Geblieben ist es dagegen bei den drei Karosserieversionen Einzel-, Extra- und Doppelkabine sowie dem zuschaltbaren Allradantrieb, der inzwischen zum serienmäßigen Ausstattungsumfang gehört.

Isuzu D-Max

D-MAX Key Visual Gewerblich

Der Pick-up des japanischen Nutzfahrzeug-Herstellers ist seit April 2017 am Markt und unverändert als Single Cab, Space Cab und Double Cab lieferbar. Beim zweisitzigen Einzelkabiner mit 6-Gang-Schaltgetriebe besteht die Wahl zwischen Heck- und zuschaltbarem Allradantrieb, bei den anderen Karosserieversionen gehört der 4WD zur Serienausstattung, optional ist für sie eine Sechsstufen-Automatik lieferbar. Der Common-Rail-Turbodiesel bringt es auf 120 kW (163 PS) und stellt ein Maximaldrehmoment von 360 Newtonmetern zur Verfügung – das reicht für bis zu 1,2 Tonnen Zuladung (beim 2WD) und 3.500 Kilogramm Anhängelast bei allen 4WD-Versionen.


Der D-Max „Cab and Chassis“ dient Aufbauherstellern als Basis für diverse Branchenlösungen. So ist der Isuzu-Pick-up mit maßgeschneidertem Winterdienst-Equipment ebenso erhältlich wie als Dreiseitenkipper. Darüber hinaus stehen mehrere Hardtops mit Schubladensystem oder ausziehbarem Ladeboden für Gewerbetreibende zur Wahl.

Mercedes X-Klasse

Mercedes X-Klasse

Die X-Klasse basiert auf einer Kooperation der Stuttgarter mit dem Renault-Konzern. Die technische Basis, inklusive Motoren und Zuschalt-Allrad, entleihen sich die beiden Vierzylinder-Modelle X 220 d (120 kW / 163 PS) und X 250 d (140 kW / 190 PS) aus den Schwestermodellen Renault Alaskan und Nissan Navara. Anders ist das beim Sechszylinder Topmodell Im X350 d 4Matic sorgt der hauseigene 3,0-Liter Diesel mit 190 kW (250 PS) in Kombination mit einem 4Matic Perrmanent-Allrad und einer siebenstufigen Automatik für standesgemäßen Vortrieb.

Trotz vieler Gemeinsamkeiten ist der Mercedes-Pick-up ein eigenständiges Modell: So haben die Stuttgarter nicht nur die Karosserie komplett neu designt, sondern auch den Innenraum der ausschließlich als Doppelkabiner lieferbaren X-Klasse im noblen Mercedes-Pkw-Stil gestaltet. Wichtiger als die Optik ist die Integration der Mercedes-typischen Sicherheits-Features vom Brems- über den Spurhalte- bis hin zum Verkehrszeichen-Assistenten oder den Mercedes „me connect“-Diensten.

Mitsubishi L200

Mitsubishi Double Cab Sunflare Orange

Seit September 2019 rollt die facegeliftete sechste Generation des Mitsubishi L200 zu den Händlern. Zur Wahl stehen weiterhin die zwei Kabinenvarianten Club Cab mit 2+2-Sitzen und den praktischen, gegenläufig öffnenden Türen sowie die fünfsitzige Doppelkabine.

Unter der um 40 Millimeter angehobenen Motorhaube arbeitet nun ein effizienter 2,2 Liter Turbodiesel mit 110 kW (150 PS) und einem maximalen Drehmoment von 400 Nm. Als Alternative zum Schaltgetriebe wird für den Doppelkabiner auch eine neu entwickelte 6-Gang-Wandlerautomatik angeboten. Der neue L200 fährt nicht nur mit einem serienmäßig zu 100 Prozent sperrbaren Hinterachsdifferenzial vor, sondern ist wahlweise auch mit zwei Allradsystemen lieferbar: Dem zuschaltbaren „Easy Select 4WD“ oder dem permanenten „Super Select 4WD-II“.

Mitsubishi hat darüber hinaus Bremsen, Fahrwerk sowie den Fahrkomfort der neuen Modellgeneration optimiert und moderne Assistenzsysteme eingebaut – wie Auffahrwarnsystem inklusive Fußgängererkennung, 360-Grad-Kamera, Notbremsassistent sowie einen Fernlicht-, Totwinkel- und Ausparkassistenten.

Nissan Navara / Renault Alaskan

Nissan Navara King Cab-Red-Iceland

Der im Sommer 2019 überarbeitete Nissan Navara sowie sein Schwestermodell Renault Alaskan sind sowohl als Fahrgestell wie auch in den Karosserieversionen Eineinhalb- und Doppelkabiner erhältlich. Der Japaner und der Franzose unterscheiden sich lediglich in der Fahrzeugfront und den Rückleuchten sowie in den Ausstattungsumfängen. Angetrieben werden beide von einem Common-Rail-Diesel mit 2,3 Liter Hubraum, der aus dem Renault Master entliehen ist. Das Vierzylinder-Triebwerk mit Start-Stopp-System und Harnstoff-Einspritzung gibt es in zwei Leistungsstufen mit 120 kW (163 PS) beziehungsweise 140 kW (190 PS). Die CO2-Emissionen starten nun bei 184 g/km, was einem Durchschnittsverbrauch von 7,0 Liter je 100 km entspricht.


Ein neues Sechsgang-Schaltgetriebe sowie die überarbeitete Siebengang-Automatik sollen für ein Plus an Schaltkomfort sorgen. Für alle, die schwere Lasten transportieren müssen, hat Nissan die Zuladung erhöht: Der Navara darf nun – je nach Modellversion – um 54 bis 114 kg mehr transportieren.

SsangYong Musso

SsangYong Motors Deutschland Musso Frontansicht

Der SsangYong Musso ist seit Sommer 2018 ausschließlich als Doppelkabiner lieferbar und verfügt über eine 1,30 Meter lange Ladefläche, auf der 755 Kilogramm Nutzlast transportiert werden können. Für den Vortrieb sorgt ein 2,2-Liter großer Turbodiesel mit 133 kW (181 PS). Das maximale Drehmoment von 400 Nm wird über ein 6-Gang-Schaltgetriebe oder eine optionale Sechsstufen-Automatik an die Antriebsräder weitergeleitet. Die Wahl besteht auch zwischen Heckantrieb und zuschaltbarem Allrad inklusive Getriebeuntersetzung und optionalem Sperrdifferenzial sowie drei Ausstattungsversionen. Je nach gewähltem Paket ist der Pick-up mit einem Spurwechselassistenten, einem Querverkehrswarner und einem Totwinkelassistenten ausgerüstet. Auch eine Einparkhilfe sowie ein 360-Grad-3D-Kamerasystem sind lieferbar, das Smartphone lässt sich über Apple CarPlay und Android Auto ins Fahrzeug einbinden.

Toyota Hilux

Der neue Toyota Proace

Auch in seinem fünfzigsten Lebensjahr überzeugt der weltweit insgesamt mehr als 16 Millionen mal verkaufte Toyota-Pick-up durch seine Robustheit und Langlebigkeit. Die aktuelle achte Generation des Hilux ist als Single Cab, als 2+2-sitzige Extra Cab und als Double Cab mit fünf Sitzplätzen erhältlich. Bei einer Länge von bis zu 5.350 mm, einer Breite von 1.855 mm und einer Höhe von 1.855 mm bietet er eine Ladefläche zwischen 153 und 231 Zentimeter Länge.


Die einzige Motorisierung ist ein Vierzylinder-Turbodiesel, der 110 kW/150 PS bei 3.400 U/min leistet und zwischen 1.600 und 2.000 U/min ein maximales Drehmoment von 400 Nm liefert.

Kombiniert ist das 2.4 D-4D Triebwerk entweder mit Hinterradantrieb oder einem zuschaltbaren Allrad inklusive Geländereduktion und zuschaltbarem Sperrdifferenzial. Alle Hilux-Modelle mit Heckantrieb verfügen über ein 6-Gang-Schaltgetriebe, die Allrad-Versionen des Doppelkabiners sind optional auch mit einer 6-Stufen-Automatik erhältlich.

VW Amarok

Amarok

Die Modellpalette des Amarok beschränkt sich inzwischen nurmehr auf die 5,25 Meter lange Doppelkabine mit fünf Sitzplätzen und 156 Zentimeter langer Ladefläche, kombiniert mit einem V6-Diesel, Achtgang-Automatikgetriebe und Allradantrieb. Der überarbeitete Dreiliter-TDI ist weiterhin in zwei Ausführungen verfügbar, wobei die Leistungsspanne im Modelljahr 2020 bei 150 kW (204 PS) beginnt, in seiner stärkeren Version bringt es der Common-Rail-Direkteinspritzer dagegen auf 190 kW (258 PS). Für besonders schwere Transportaufgaben sind für den Amarok optional verstärkte Hinterachsfedern und -dämpfer erhältlich, die das zulässige Gesamtgewicht von den serienmäßigen 2,92 Tonnen auf 3.080 Kilogramm erhöhen. Dadurch wird eine Zuladung von bis zu 935 kg und eine Anhängelast von maximal 3,5 Tonnen möglich, wobei eine Gespannstabilisierung dem Schlingern des Anhängers entgegenwirkt.

Branchenspezifische Auf- und Umbaulösungen hat VW Nutzfahrzeuge im „UmbauPortal“ zusammengefasst: Alle dort gezeigten Modelle stammen von zertifizierten Partnern.

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  • Pick-ups im Vergleich (PDF, 85 kB)

    Noch nie war das Angebot an Pickups in der Midsize-Klasse, das sind die Eintonner, auf dem deutschen Markt so umfangreich wie zurzeit. Neben den Klassikern des Segments aus Fernost entdecken inzwischen mehr...

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