Beitragssätze Sozialversicherung: Das muss Ihr Lohnbüro wissen

Betriebe und Mitarbeiter zahlen ab 2013 weniger Beiträge an die Rentenversicherung. Doch die höhere Bemessungsgrenze schmälert den Vorteil. Die aktuellen Beitragssätze zur Sozialversicherung und wichtigsten Informationen rund um die Sozialversicherung fürs Lohnbüro.

Das alljährliche Ritual in Berlin um die Beitragssätze der Sozialversicherung konzentrierte sich diesmal auf die gesetzliche Rentenversicherung. Der mit 18,9 Prozent geringste Beitragssatz seit 1995 entlastet Mitarbeiter und Betriebe gleichermaßen. „Das Handwerk ist besonders lohn- und arbeitsintensiv. Die Beitragssenkung trägt daher zu einer Stabilisierung der Beschäftigung bei“, so Jörg Hagedorn, Abteilungsleiter Soziale Sicherung im Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Berlin. Rund 5,2 Millionen Beschäftigte und fast eine Million Betriebe profitieren davon. Hinzu kommen diejenigen Selbständigen, die freiwillig oder per Handwerkerpflichtversicherung in die Kasse der Deutschen Rentenversicherung (DRV) einzahlen.

In den Lohnabrechnungen ab Januar 2013 wirkt sich der geringere DRV-Beitragssatz vor allem in den unteren Einkommen aus. Bei 2000 Euro Monatslohn fallen sieben Euro, bei 3000 Euro 10,50 Euro und bei 5000 Euro 17,50 Euro monatlich weniger an, die der Betrieb als Arbeitgeber und für seine Mitarbeiter überweisen muss.

Weniger Entlastung für Gutverdiener

Bei höheren Einkommen freilich schmilzt der Vorteil des geringeren Prozentsatzes. Grund hierfür ist die von 5600 auf 5800 angehobene Beitragsbemessungsgrenze in den alten Bundesländern (neue Länder: von 4800 auf 4900 Euro). Ein leitender Angestellter im Handwerksbetrieb oder der Chef als GmbH-Geschäftsführer mit 5800 Euro brutto zahlt ab 2013 monatlich lediglich 70 Cent weniger an die Rentenversicherung. Durch die geänderte Beitragsbemessungsgrenze ändern sich auch die Beträge in der betrieblichen Altersvorsorge. Mindestens 202,13 Euro und höchstens 2784 Euro kann der Betrieb per Entgeltumwandlung jährlich sozialversicherungs- und steuerfrei etwa an eine Direktversicherung oder Unterstützungskasse je Mitarbeiter überweisen.

Weitere Downloads zu diesem Artikel
  • Ausstieg aus der Rentenversicherung (PDF, 35 kB)

    Handwerksunternehmer können aus der 18 Jahre dauernden Pflichtversicherung oder nach Ablauf dieser Zeit aus der gesetzlichen Rentenversicherung aussteigen. Die vier Schritte zu diesem Ziel. mehr...

© handwerk-magazin.de 2017 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen