Finanzen -

Unternehmensfinanzierung Die neuen Fördergelder im Überblick

Planen Sie 2018 Investitionen für Ihr Unternehmen oder ­bereiten Sie die Finanzierung für die Betriebsübergabe vor? Bund und Länder greifen Handwerkern hier mit attraktiven Förderprogrammen unter die Arme. Was die Fördertöpfe Handwerkern 2018 bieten.

Themenseite: Fördermittel

Die Zeiten für Investitionen sind gut: Die Zinsen bewegen sich immer noch auf einem historisch niedrigen Niveau, und das Finanzierungsklima bleibt 2018 für Unternehmer günstig. Trotz der guten Voraussetzungen am Kapitalmarkt bieten Fördergelder Handwerksunternehmern zusätzliche Vorteile: Während der gesamten Laufzeit arbeiten die Betriebe durch die langfristige Zinsbindung mit einem festen Zinssatz. Die Kosten für die jeweilige Investition bleiben somit für das Unternehmen überschaubar, und das bringt Planungssicherheit während der gesamten Investitionsphase.

Handwerksunternehmer profitieren jetzt von den zahlreich ausgestalteten Förderprogrammen. Auch 2018 stellen Bund und Länder wieder staatlich geförderte Kredite für Investitionen in Expansion oder Modernisierung, Sanierungen, Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, Nachfolge, Entwicklung und Mitarbeiterqualifikation bereit.
Allein die KfW Bankengruppe vergab 2017 Fördergelder an Unternehmer in Höhe von 21,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 21,4 Milliarden Euro). Das Ergebnis spiegle vor allem „die hohe Nachfrage nach Investitionskrediten in den Bereichen betriebliche Energieeffizienz, Digitalisierung und Innovation wider“, so die KfW in ihrem aktuellen Förderreport. Während sich die Förderschwerpunkte „allgemeine Unternehmens- und Gründungsfinanzierung“ mit Zusagen in Höhe von sechs Milliarden Euro auf Vorjahresniveau bewegten, erzielte die Innovationsfinanzierung im vergangenen Jahr „ein sehr starkes Ergebnis und lag mit Zusagen von zwei Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahr“ mit gerade mal 0,6 Milliarden Euro. Hintergrund: Im Juli 2017 erweiterte die KfW dieses Förderfeld um den Schwerpunkt Digitalisierung und startete dazu das neue ERP-Innovations- und Digitalisierungsprogramm, das gerade mittelständische Unternehmen bei Investitionen noch besser unterstützen soll (siehe handwerk magazin 08/2017, Seite 42).

Neben der allgemeinen Unternehmensfinanzierung setzen Bund und Länder weiter ihren Fokus auf den Bereich „Umwelt“. In den Förderprogrammen für Energieeffizienzvorhaben für gewerbliche Unternehmen übertraf die KfW mit Zusagen von 5,7 Milliarden Euro das starke Vorjahr (2016: 5,2 Milliarden Euro). Das Förderinstitut des Bundes stärkte diesen Bereich 2017 durch die Einführung eines Zuschussprogramms für die Förderung von Anlagen zur Abwärmevermeidung und -nutzung. Die Zusagen im Programm „Erneuerbare Energien“ waren 2017 dagegen rückläufig.

Energieeffizienz im Trend

Neben steigendem Interesse für Energieeffizienzvorhaben und Digitalisierungsprojekte identifizierten die deutschen Förderinstitute wie KfW, die Landesförderbanken und die Bürgschaftsbanken seit 2016 einen klaren Trend: Die Nachfrage nach Nachfolgefinanzierungen steigt und überholte längst die klassische Starthilfe für Existenzgründer. Die KfW verzeichnete bereits im vergangenen Jahr 40 Prozent der Zusagen in den Gründungsprogrammen für Nachfolgen. Bei den regionalen Instituten der Bundesländer wie den Bürgschaftsbanken liegen die Nachfolgefinanzierungen bereits weit vor den Gründungsfinanzierungen. Dies untermauert beispielsweise die Auswertung der Bürgschaftsbank Hessen: Dort verlagert sich das Engagement der Bürgschaftsbank immer mehr hin zur Begleitung von Betriebsübernahmen. Während sich in früheren Jahren der Anteil zwischen Übernahmen und Neugründungen in etwa die Waage hielt, entfallen mittlerweile rund 80 Prozent auf Nachfolgen.

Nachfolge legt zu

Klar ist: Dieser Trend wird künftig zunehmen. Nach Analysen von KfW-Research suchen bereits 236.000 Firmen bis Ende 2019 einen Nachfolger, bis 2022 noch einmal 275.000 Unternehmen. Und das Nachfolgethema wirkt sich deutlich auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmer aus. „Ist die Nachfolge unklar, bleiben Investitionen aus. Umgekehrt stärkt eine geklärte Nachfolgefrage die Investitionsbereitschaft – auch bei einem hohen Alter des Inhabers“, unterstreicht KfW-Research in ihrem aktuellen Fazit. „Wenn die Nachfolge gesichert ist, dann löst das ein durchschnittliches Investitionsplus von 40 Prozent im Unternehmen aus“, so die Analysten.

Gerade weil die deutschen Förderinstitute die Brisanz erkannt haben, stehen 2018 wieder volle Fördertöpfe vom Bund und den Ländern für Nachfolgefinanzierungen bereit. Erste Anlaufstelle für eine geplante Nachfolge sind die regionalen Handwerkskammern.

Die Betriebsberater der Kammern kennen die Anforderungen der verschiedenen Gewerke aus dem Handwerk und ermitteln gemeinsam mit dem Seniorchef und dem Nachfolger die passenden Förderprogramme. Sie prüfen dann auch die notwendigen Sicherheiten für den Förderkredit, stellen eine Kapitalberechnung auf und wägen ab, ob vielleicht die Kombination mit anderen Fördermitteln wie die Zusammenarbeit mit der regionalen Bürgschaftsbank Sinn für den Juniorunternehmer macht.

KfW-Förderung 2017nach Programmen

Die KfW-Zusagen für Unternehmen betrugen 2017 knapp 22 Milliarden Euro.

Programm Mrd. Euro
Umwelt und Energieeffizienz 10.196
Gründung und Unternehmensfinanzierung 9.742
Innovation 1.961
Gesamt 21,9

Quelle: Förderreport KfW Bankengruppe

Weitere Downloads zu diesem Artikel
© handwerk-magazin.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen