Finanzierung -

Marktanalyse und Standort Daten exakt auswerten

Das Erfolgsrezept für eine gekonnte Marktanalyse lautet „Recherche“. Nur wer genau weiß, wie sein potenzieller Kundenkreis aussieht, wo er diesen findet und wie der Wettbewerb aufgestellt ist, kann planvoll ein Unternehmen gründen.

Vorbildlich sind hier die meisten Anbieter von Franchise-Systemen, die für ihre Kunden eine fundierte Analyse des Standorts sowie der Kunden- und Wettbewerbssituation zur Verfügung stellen.

Folgende Informationen sollte Ihre Marktrecherche enthalten: Anzahl potenzieller Kunden (bei Dachdeckerbetrieben beispielsweise die Anzahl von Eigenheimen im Einzugsgebiet), Kaufkraft der Bevölkerung; in einem sozial schwachen Gebiet werden Sie kaum Luxuskamine verkaufen können, sowie demographische Daten.

Mitbewerber im Auge behalten

Zudem sollten Sie sich mit Ihren Mitbewerbern befassen: Wie viele gibt es? Was genau bieten diese wem und zu welchen Preisen an? Legen Sie dann in Ihrem Konzept klar dar, warum Sie sich für den von Ihnen gewählten Standort entschieden haben, wie die Infrastruktur vor Ort ist, ob spezielle Genehmigungen eingeholt werden müssen und wie Sie die Grenzen Ihres Einzugsgebiets definieren.

Tipp: Es gibt viele gute Recherchequellen – nutzen Sie sie! Das Internet ist Ihre ers-te Adresse. Hier können Sie Ihre Mitbewerber unter die Lupe nehmen. Branchenbücher wie die Gelben Seiten liefern sowohl gedruckt als auch online nützliche Anhaltspunkte über den regionalen Wettbewerb.

Branchenreport:

Marktdaten über Ihre Branche in Form von Branchenreports bekommen Sie beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband auf der Homepage unter Firmenkunden, dann „Existenzgründer“. www.dsgv.de

Interaktiver Regionalatlas:

Das statistische Bundesamt in Wiesbaden bietet kostenlos Bevölkerungsstrukturdaten wie Anzahl der Einwohner, Einkommensstruktur oder Infos über die Bautätigkeit einer bestimmten Region unter www.statistikportal.de

Und so locken Sie Kunden an

Stellen Sie sich vor, Sie gründen ein Unternehmen und keiner kommt hin.

Durchdenken Sie Ihr Marketingkonzept genau

Der tollste Betrieb, das beste Fachwissen nutzen wenig, wenn Sie kein durchdachtes Marketingkonzept haben. Ob Sie Ihre Kunden mit Mailings, Google-Werbung oder Zeitungsannoncen erreichen, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab: Treten Sie nur regional an? Oder können und wollen Sie auch überregional oder auch über das Internet verkaufen? Wie alt sind Ihre potenziellen Kunden? Voraussetzung für Ihre Marketingstrategie ist die Marktrecherche. Was immer Sie tun, vermeiden Sie Streuverluste so gut wie möglich. Zeigen Sie in Ihrem Businessplan auf, welche Methoden der Kundengewinnung Sie einsetzen wollen und wie viel Geld Sie dafür einplanen.

Stellen Sie immer den Kunden in den Mittelpunkt

Sehen Sie sich bei all Ihren Werbeaktivitäten erstrangig als Problemlöser für Ihre Kunden – nicht als Selbstdarsteller. Stellen Sie den Nutzen, den die Kunden haben, in den Vordergrund. Ein Dachfenster verkauft sich natürlich in erster Linie über die Maße Länge mal Breite. Doch was hat Ihr Kunde davon? Mehr Licht, genau! Daher gilt es in erster Linie diesen Kundennutzen in den Vordergrund zu stellen. Und: Formulieren Sie Ihr einzigartiges Verkaufsargument (USP, unique selling proposition) das Ihr Angebot herausstellt und einzigartig macht und Sie vom Wettbewerb unterscheidet. Beispiel: Der einzige Malerbetrieb der Stadt mit Senioren-Spezialservice!

Gestaltung: So finden Sie die richtige Form für Ihren Businessplan

Im Zeitalter von PC und Internet gibt es zahlreiche Praxishelfer, die Sie beim Schreiben Ihres Businessplans unterstützen. Das beste kostenlose Angebot auf dem Markt ist die Software des Bundeswirtschaftsministeriums, mit der Sie Ihr persönliches Konzept Schritt für Schritt und nachvollziehbar zu Papier bringen können.

Eines sei hier jedoch gesagt: Einfach die Musterformulierungen zu übernehmen, den eigenen Namen einzutippen und schon ist der Plan fertig; so einfach sollten Sie es sich nicht machen. Denn ein guter Businessplan ist immer individuell gestaltet und gibt Ihnen ein echtes Controllinginstrument für Ihren jungen Betrieb an die Hand.

Bleiben Sie dabei selbstkritisch: Würden Sie einem Fremden Geld geben? In genau dieser Situation steckt Ihr Bankberater. Es ist daher sinnvoll, dass der Businessplan nicht nur klar verständlich, sauber und möglichst fehlerfrei formuliert ist, sondern dass er überzeugt.

Tipp: Ihre Handwerkskammer bietet regelmäßig Seminare rund um das Thema Existenzgründung an – nutzen Sie diese Informationsangebote, sie sind ein wichtiger Helfer bei Ihrem erfolgreichen Weg in die Selbständigkeit. Viele weitere nützliche Tipps erhalten Sie in den Gründerzentren der Handwerkskammern. Verfahren Sie bei der Vorbereitung Ihrer Gründung nach folgendem Motto: „Wenn Sie zehn Stunden Zeit haben, einen Baum zu fällen, sollten Sie neun Stunden darauf verwenden, die Axt zu schärfen.“

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