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Gesetzliche Regelungen Feiertage: So viele stehen uns dieses Jahr bevor

Heiligabend, erster und zweiter Weihnachtsfeiertag – in der besinnlichen Zeit stehen uns gleich zweieinhalb freie Tage am Stück bevor. Anlass genug, die Feiertagsregelungen in Deutschland genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Die Regelungen zu den gesetzlichen Feiertagen in Deutschland fallen grundsätzlich in die Kompetenz der einzelnen Bundesländer. Lediglich der Tag der Deutschen Einheit als Nationalfeiertag am 3. Oktober wurde im Rahmen eines Staatsvertrags durch den Bund festgelegt. Nicht einmal die Anzahl der Feiertage ist in allen Bundesländern einheitlich.

In den Bundesländern gibt es zwischen neun und dreizehn Feiertagen:

Feiertag Datum Bundesländer
Neujahr 01.01.2020 (Mittwoch) Alle Bundesländer
Heilige Drei Könige 06.01.2020 (Montag) Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt
Internationaler Frauentag 08.03.2020 (Sonntag) Berlin
Karfreitag
(Ostern)
10.04.2020 (Freitag) Alle Bundesländer
Ostersonntag
(Ostern)
12.04.2020 (Sonntag) Alle Bundesländer
Ostermontag
(Ostern)
13.04.2020 (Montag) Alle Bundesländer
Tag der Arbeit 01.05.2020 (Freitag) Alle Bundesländer
Tag der Befreiung 08.05.2020 (Freitag) Berlin
Christi Himmelfahrt 21.05.2020 (Donnerstag) Alle Bundesländer
Pfingstsonntag
(Pfingsten)
31.05.2020 (Sonntag) Alle Bundesländer
Pfingstmontag
(Pfingsten)
01.06.2020 (Montag) Alle Bundesländer
Fronleichnam 11.06.2020 (Donnerstag) Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland
Augsburger Friedensfest  08.08.2020 (Samstag) Augsburg
Mariä Himmelfahrt  15.08.2020 (Samstag) Bayern und Saarland
Tag der Deutschen Einheit 03.10.2020 (Samstag) Alle Bundesländer
Reformationstag 31.10.2020 (Samstag) Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen
Allerheiligen 01.11.2020 (Sonntag) Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland
Buß- und Bettag 18.11.2020 (Mittwoch) Sachsen
1. Weihnachtstag
(Weihnachten)
25.12.2020 (Freitag) Alle Bundesländer
2. Weihnachtstag
(Weihnachten)
26.12.2020 (Samstag) Alle Bundesländer

In Berlin, Bremen, Hamburg und Niedersachsen gibt es nur neun Feiertage im Jahr. Besser haben es die Bayern. Sie können an 13 gesetzlichen Feiertagen ausruhen. Eine Besonderheit gilt in Augsburg: Die Großstadt am Weißwurstäquator darf sich nämlich über einen zusätzlichen Feiertag freuen, das Augsburger Hohe Friedensfest am 8. August. Mit 14 gesetzlichen Feiertagen gibt es in Augsburg somit die meisten Feiertage Deutschlands.

Diese drei Feiertage gelten nur in mehrheitlich katholischen Bundesländern:
  • Dreikönigstag
  • Fronleichnam
  • Mariä Himmelfahrt.

Der Reformationstag ist dagegen in Bundesländern mit überwiegend protestantischer Bevölkerung ein Feiertag, allerdings mit Einschränkungen. Der Buß- und Bettag wurde in Deutschland mit Ausnahme von Sachsen 1995 zu Gunsten der Pflegeversicherung als gesetzlicher Feiertag abgeschafft. Praktisch bundesweit gelten der Heilige Abend und Silvester als "Halbe Feiertage".

Welche rechtlichen Auswirkungen haben gesetzliche Feiertage?

Feiertage sind für Arbeitnehmer grundsätzlich arbeitsfrei, und zwar bezahlt. Ihnen ist nach § 2 des Entgeltfortzahlungsgesetzes eine Feiertagsvergütung zu zahlen. Trotzdem steht auch an Feiertagen selten das gesamte Land still, schließlich müssen in Krankenhäusern und Pflegeheimen Menschen betreut werden, in Bussen, Straßenbahnen und Zügen Personen fahren und in Restaurants und Bäckereien Menschen bedient werden. Gibt es für die Beschäftigten, die trotz Feiertag arbeiten müssen, Feiertagszuschläge, sind diese im Rahmen des Einkommensteuergesetzes steuerfrei. Es kann außerdem bestimmt werden, dass die durch den Feiertag ausgefallene Arbeit vor- oder nachzuholen ist; jedoch darf dies nicht unentgeltlich gefordert werden.

Für Beamte folgt die Arbeitsbefreiung aus der Arbeitszeitverordnung des Bundes und vergleichbaren Landesregelungen. Verkaufsstellen müssen an Feiertagen nach den Ladenöffnungsgesetzen der Länder – mit Ausnahmen wie zum Beispiel dem Verkauf von Blumen oder Backwaren geschlossen sein und Lastkraftwagen dürfen an Feiertagen nicht verkehren und in bestimmten Bereichen geschlossener Ortschaften nicht parken.

Stille Feiertage 2020 in Deutschland

Neben den Feiertagen schreiben die Feiertagsgesetze der einzelnen Länder sogenannte "stille Tage" vor. In einigen Ländern werden sie auch als "stille Feiertage" bezeichnet:

Aschermittwoch  26.02.2020
Karfreitag 10.04.2020
Reformationstag * 31.10.2020
Allerheiligen 01.11.2020
Volkstrauertag 15.11.2020
Buß- und Bettag 18.11.2020
Totensonntag 22.11.2020
Heiligabend 24.12.2020
Gründonnerstag 09.04.2020
Karsamstag 11.04.2020

* Der Reformationstag ist nur in Sachsen ein stiller Feiertag.
Am Karfreitag ist jede Art von Musikdarbietung in Räumen mit Schankbetrieb ausnahmslos verboten.

Das ist an "stillen Tagen" verboten:

An den stillen Tagen sind besondere Einschränkungen zu beachten, die jedoch von Land zu Land verschieden sind. Am bekanntesten ist wohl das Tanzverbot am Karfreitag. An diesem Tag ist jede Art von Musikdarbietung in Räumen mit Schankbetrieb ausnahmslos verboten. Aber auch Filme, die dem „ernsten Charakter“ dieser Feiertage widersprechen, dürfen im Kino nicht öffentlich vorgeführt werden .

Das Tanzverbot an den stillen Tagen wird in Deutschland von jedem Bundesland selbst durch das Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage geregelt. In Bayern gilt beispielsweise ein generelles Unterhaltungsverbot . In der Karwoche herrscht bis Karsamstag um 24 Uhr Musikverbot, danach dürfen Bars und Clubs den Sound wieder aufdrehen. Das Tanzverbot ab Gründonnerstag 02.00 Uhr bis Ostersonntag 00.00 Uhr ist damit das längste des Jahres. 70 Stunden lang muss die Musik sowohl auf dem Land, als auch in der Stadt aus bleiben. In Bayern wurde das Gesetz zuletzt 2013   gelockert , seitdem darf in die stillen Feiertage bis um 2 Uhr morgens hinein gefeiert werden. Ausnahme sind nur die hintereinander liegenden Osterfeiertage, wo nur in den Gründonnerstag gefeiert werden darf. 2014 wurde über eine erneute Lockerung diskutiert , der bayerische Landtag entschied sich jedoch dafür, dass die Regelung des Vorjahres ausreichend sei.

Allerheiligen, also der 1. November, stellt einen Sonderfall dar. Immer öfter werden beginnend am Vorabend von Allerheiligen mehr oder weniger ausufernde Halloween-Partys gefeiert. Das ist auch erlaubt. Verboten sind an Allerheiligen selbst hingegen öffentliche Tanzveranstaltungen sowie laute Musik in Kneipen und Discos – allerdings erst von 5 bis 18 Uhr. Um 5 Uhr muss also Schluss sein mit der Halloween-Party. Wer länger feiern möchte oder es tagsüber nicht ohne Tanzen aushält, kann nach Niedersachsen oder in die Niederlande fahren. Dort ist der 1. November kein Feiertag. Reine Hintergrundmusik ist in Gaststätten laut Experten der ARAG Versicherung aber auch in Bayern und Sachsen den ganzen Tag über erlaubt.

In Sachsen und Bayern fallen einige kirchliche Hochfeste, die nicht gesetzlich arbeitsfrei sind (z. B. Mariä Empfängnis), ebenfalls unter den Schutz der stillen Tage .

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