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Prognose für Anleger Das bringt der Kapitalmarkt 2019 für Handwerksunternehmer

Handwerker fragen sich, was das Jahr 2019 den Kapitalmärkten wohl bringen mag. Auch wir wagen den Blick in die Glaskugel und analysieren hier Zahlen, Daten, Fakten und Ereignisse, die Anleger 2019 beachten sollten.

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Lohnt sich ein Investment in Aktien? Oder ist jetzt eher der Moment gekommen, um auszusteigen? Immerhin hat der Deutsche Aktienindex DAX im Jahr 2018 rund 17 Prozent an Wert verloren. Und was ist mit Anleihen – halten, kaufen, verkaufen? Kommt die Zinswende, hätte das Folgen für die Rentenpapiere. Hier alle Faktoren, die Sie als Handwerksunternehmer – und Anleger – 2019 berücksichtigen müssen.

Die Konjunktur

Der Internationale Währungsfonds rechnet mit einem guten weltweiten Wachstum von 3,6 Prozent. Für Deutschland wird ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,1 Prozent (nach 2,3 Prozent in 2018) vorhergesagt. Das Bruttoinlandsprodukt bezeichnet den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die im Jahr innerhalb der Landesgrenzen hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen.  Störfeuer auf das Wachstum in Europa kann eine uneinsichtige italienische Regierung sein, die ihr Haushaltsdefizit weiter ausbaut.  „Aber auch der Brexit hat die Kraft, die positive Entwicklung zu bremsen. Werden diese Problemfelder gelöst, sorgen sie für steigende Kurse an den Börsen, sagt Jens Stumpp, Bereichsleiter Asset Management bei der Südwestbank. Der Grund: Die Börse ist das Vertrauensbarometer in die künftige Entwicklung. Gelöste Probleme erhöhen dieses Vertrauen, die Anleger kaufen wieder und sorgen so für steigenden Kurse.

Der Zins und die Geldpolitik

In Europa werden für das nächste Jahr kaum Zinserhöhungen erwartet. Bereits im Juni 2018 kam vom EZB-Rat die Aussage, den Leitzins bis über den Sommer 2019 bei 0 Prozent zu belassen. Damit steigen auch die Sparzinsen nicht vor Ende 2019. Sollte die Inflation in Europa stabil um zwei Prozent bleiben, könnte im Herbst 2019 die erste kleine Zinserhöhung erfolgen. Der Grund für den unveränderten Minizins: Die hochverschuldeten Banken Südeuropas könnten sonst ihre Schulden nicht mehr bezahlen, ein Crash wäre die Folge. Das versucht die Europäische Zentralbank mit niedrigen Zinsen zu verhindern.

Damit bleibt auch Baugeld auch im nächsten Jahr billig – die Auftragslage wird sich also nicht aufgrund teurer Finanzierungen verschlechtern.

Die Wirkung auf die Rentenmärkte: Wer sichere festverzinsliche Anleihen besitzt und diese bis zur Fälligkeit hält, trägt kein zusätzliches Risiko: Zwischenzeitliche Kursrückgänge aufgrund möglicher Zinsphantasien berühren den Wert der eigenen Anlage nicht, da der Zins auf den festgeschriebenen Nennwert der Anleihe berechnet wird. Die Rückzahlung erfolgt immer zu 100 Prozent. Ein Verkauf während der Laufzeit lohnt also in aller Regel derzeit nicht. Wer einsteigen möchte, erhält bei sicheren Papieren kaum Ertrag. Die 10-jährige Bundesanleihe rentiert aktuell bei 0,24 Prozent.  

Der Aktienmarkt

Niedrige Zinsen sind gut für die Börse. Da Anleger kaum Alternativen haben, ihr Geld mit Ertrag anzulegen, wenden sie sich den Aktienbörsen zu. Wer im zu Ende gehenden Jahr dabei nur auf den Aktienindex DAX setzte, verlor: Knapp 18 Prozent von Januar bis Mitte Dezember. Schuld daran ist vor allem die Politik, die mit ihren ungelösten Problemen, wie den Handelsstreit zwischen den USA und China, Italiens riesigen Staatsdefizit und den nicht geklärten Brexit-Bedingungen für Unsicherheit sorgte. Aber auch die Autoindustrie, die sich beharrlich weigert, die volle Verantwortung für den Diesel-Skandal zu übernehmen, drückt den Index.

An der Gewinnentwicklung in den Unternehmen liegt es jedenfalls nicht: Die durchschnittliche Gewinnsteigerungen liegt bei sehr guten 27 Prozent in den USA und etwas über 10 Prozent in Europa. Tipp für Anleger: Kurzfristig schwankt die Börse, ohne dass die Gründe dafür immer klar sind. Langfristig folgt sie einer Logik: Steigen die Unternehmensgewinne, steigt der Index. „Zuletzt war dieser Zusammenhang besonders eindrücklich. Die Gewinne der Unternehmen im S&P 500 sind auf Jahressicht um 20 Prozent gestiegen. In einer ähnlichen Größenordnung konnte auch der S&P 500 zulegen“, sagt der Finanzanalyst Clemens Schmale.

Fazit: Die Politik wird auch in 2019 einen wesentlichen Einfluss auf die kurzfristige Kursentwicklung haben. Aber: Politische Börsen haben kurze Beine. Langfristig zählen die Gewinne der Unternehmen. Diese sollten Investoren im Blick behalten – und zwischenzeitliche Kursrückgänge gelassen aushalten.

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