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- Interview „Chancen aufspüren“

Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, erklärt im Interview, worauf es beim Schritt über die Grenze ankommt.

handwerk magazin: Wie hat sich das Interesse der Betriebe an den Auslandsmärkten entwickelt?

Andreas Brzezinski: Das Interesse ist kontinuierlich vorhanden, aber es gibt keinen ausgesprochenen Hype. Aber: Rund 1000 Betriebe in unserem Kammerbezirk sind außenwirtschaftlich aktiv. Aktuell schielt die Baubranche natürlich mit großen Erwartungen nach Polen und Tschechien, wo im Rahmen der Fußball-
Europameisterschaft die Baukonjunktur zusätzlich angeheizt wird.

Welche Branchen interessieren sich besonders für Exportgeschäfte?

Neben den Bau- und Ausbauhandwerkern sind vor allem die Zulieferer sehr stark im Auslandsgeschäft. Aber auch Dresdner Stollen, erzgebirgische Traditionskunst, Musikinstrumente oder handwerkliche Metall- und Holzprodukte gehen ins Ausland.

Welche Märkte sind besonders interessant?

Nach Polen und Tschechien sind in erster Linie die deutschsprachigen Länder wie Österreich oder die Schweiz gefragt. Auch der Benelux-Raum bietet hervorragende Möglichkeiten. Neben der geografischen Nähe konzentrieren wir uns vor allem auf Märkte, die nach den EU-Regeln funktionieren.

Worauf kommt es bei der Marktauswahl an?

Der Markt und seine Menschen müssen einem von der Mentalität her liegen, der Unternehmer sollte sich auch vor Ort wohlfühlen. Wir raten deshalb, die Bedingungen zunächst bei einem Messebesuch oder als Teilnehmer einer Unternehmerreise gründlich in Augenschein zu nehmen. Denn längst nicht alle im Inland erfolgreichen Produkte und Leistungen funktionieren auch in einem fremden Markt.

Wie finden Betriebe den richtigen Einstieg?

Einsteiger können sich bei der Außenwirtschaftsberatung ihrer Handwerkskammer über ihre Chancen in den jeweiligen Märkten informieren. Ideal ist es, die Akzeptanz des eigenen Angebots als Aussteller auf einer Messe zu testen. Dazu gibt es in vielen Ländern geförderte Gemeinschaftsstände, die den Unternehmern den Markteinstieg erleichtern.

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