Wirtschaft -

BVR-Konjunkturbericht: Wachstumsbremse Demographie

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) erklärt in seinem aktuellen Konjunkturbericht die Demographie in Deutschland zur Wachstumsbremse der kommenden Jahre.

Themenseite: Jahresausblick 2014

Schon in wenigen Jahren werde sich die Demographie spürbar dämpfend auf das Wirtschaftswachstum auswirken, prognostiziert der BVR. Es sei davon auszugehen, dass sich das Trendwachstum in Deutschland von bislang 1,25 Prozent pro Jahr auf rund 1 Prozent in 2020 und 0,5 Prozent in 2030 verringern wird. „Der langfristige Rückgang des Wachstums kann zwar nicht gestoppt, aber gebremst werden. Hier ist die Politik gefordert, der demographischen Alterung ein schlüssiges Wachstumskonzept entgegenzusetzen“, betont BVR-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Martin. Beschäftigungsreserven infolge des hohen Anteils der Teilzeitarbeit müssten erschlossen, Investitionshemmnisse beseitigt und die Vorteile der Digitalisierung für die Wirtschaft besser genutzt werden.

Mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung

Besorgniserregend sei es, dass Deutschland die vorhandenen Wachstumsmöglichkeiten nicht ausschöpfe. Der dem technischen Fortschritt zuzurechnende Teil des Wirtschaftswachstums sei in Deutschland wie in Europa insgesamt seit Mitte der 1990er Jahre nur etwa halb so stark gewachsen wie in den USA. Dadurch habe sich die Produktivitätslücke zu den USA praktisch kontinuierlich vergrößert. „Um der demographischen Alterung zu begegnen, braucht Deutschland mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung, mehr Innovationen und mehr Unternehmensgründungen", erklärt Martin. Damit die Chancen der Digitalisierung auch flächendeckend zum Tragen kommen könnten, seien zudem umfangreiche Investitionen in die digitale Infrastruktur unverzichtbar.

Immer weniger Erwerbspersonen

In diesem Jahr dürfte das Wirtschaftswachstum aufgrund der noch guten Binnenkonjunktur oberhalb des Trends verlaufen. Abwärtsrisiken bestehen allerdings bei einer weiteren Zuspitzung der Ukraine-Krise. Positive Wachstumsimpulse könnten mittelfristig von einer Erholung der Konjunktur in den europäischen Nachbarländern ausgehen. Längerfristig werde das Wachstum aufgrund des Rückgangs der Erwerbsbevölkerung aber deutlich schmaler ausfallen. Die Anzahl der Erwerbspersonen werde im Trend der kommenden 15 Jahre um fünf Millionen Personen zurückgehen. Dies entspricht einem Rückgang um ein Achtel oder rund 1 Prozent pro Jahr.

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