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Brotverkauf trotzt der Krise

Die Verbraucher sparen nicht an Brot und Backwaren: Der Umsatz bleibt stabil.

Brot bleibt krisensicher: Der Umsatz sei stabil, berichtete der Verband der Großbäckereien. Vor diesem Hintergrund gebe es bei den rund 35 000 Beschäftigten der Großbäckereien bislang weder Kurzarbeit noch betriebsbedingte Kündigungen. Wegen des ungebrochen harten Wettbewerbs in der Backwarenbranche könnten die Verbraucher vorerst auch mit stabilen Preisen rechnen, hieß es. Preiserhöhungen seien im Markt nicht durchsetzbar, auch wenn den gesunkenen Preisen für Getreide seit Jahresbeginn wiedersteigende Ausgaben für Energie gegenüberstünden, sagte Verbandspräsident Helmut Klemme.

Den Angaben zufolge bewegte sich der statistische Pro-Kopf-Verbrauch von Brot und Backwaren im Vorjahr bei rund 85 Kilogramm und damit im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Der tatsächliche Verzehr liegt mit 56 Kilogramm allerdings deutlicher niedriger. Hauptgrund ist, dass die Haushalte in nicht unbeträchtlicher Höhe zu viel Brot kaufen und dieses dann wegwerfen. Zum anderen müssen die Bäckereien nicht verkauftes oder verpacktesBrot mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum zurücknehmen. Diese Brote werden in erster Linie als Futtermittel verwendet. Die Großbäckereien dominieren nach eigenen Angaben mit einem Anteil von rund 60 Prozent den deutschen Backwarenmarkt, der einen Gesamtumsatz von rund 16 Milliarden Euro hat. Sie beliefern den Lebensmittel-Einzelhandel oder betreiben eigene Filialsysteme.

Während die Marktmacht der Großbäckereien weiter zunimmt, geht die Zahl der inhabergeführten mittelständischen Handwerksbäckereien pro Jahr weiter um durchschnittlich zwei bis drei Prozent zurück. Die Großbäckereien sehen in diesem Trend aber keinen Einfluss auf die weltweit als einmalig geltende Brotvielfalt in Deutschland. «Die Breite des Sortiments steigt kontinuierlich», betonte Klemme. Laut Statistischem Bundesamt gab es 2007 (neuere Zahlen liegen nicht vor)16 179 Bäckereibetriebe, davon eine große Mehrheit von rund 14 000 kleineren Bäckereien mit weniger als einer Million Euro Jahresumsatz. Ihr Marktanteil war mit rund einem Viertel ähnlich hoch wie der der 27 größten Branchenbetriebe.

Der Verband berichtete auch über Spuren von gentechnisch veränderter brauner Leinsaat aus Kanada, die in Lieferungen nach Deutschland gefunden worden seien. Die Spureneinträge der in der EU nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Leinsaat seien bei den regelmäßigen Qualitätskontrollen der angelieferten Rohstoffe festgestellt worden. Die Behörden seien umgehend informiert worden. Die betroffenen Unternehmen hätten die Verwendung dieser Leinsaatsofort eingestellt. Vor diesem Hintergrund könne es in den nächsten Tagen eventuell zu Engpässen beim Angebot von Leinsamenbrot kommen. (ddp:Frank Bretschneider/eg )

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