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Tag des Deutschen Brotes Brot kann sexy sein

Bäckermeister Jörg Schmid aus Gomaringen ist Brotsommelier, gleichzeitig bricht er als „Wildbaker“ die Traditionen der Branche auf. Ein gutes Beispiel zum Tag des Deutschen Brotes, das zeigt, dass Brot nicht von gestern ist.

Die Bäckerei Schmid im württembergischen Gomaringen ist ein Familienbetrieb in der vierten Generation. Die Bäckermeister Klaus Schmid und Sohn Jörg führen das Unternehmen mit acht Verkaufsstellen und nahezu 100 Mitarbeitern.
So weit, so normal. Aber das ist auch schon alles, was die Bäckerei Schmid mit vielen Handwerksbäckereien gemeinsam hat. Denn Jörg Schmid ist kein gewöhnlicher Bäcker, er ist deutscher Meister im Bäckerhandwerk, er ist geprüfter Brotsommelier, und er mischt gemeinsam mit seinem Kollegen Johannes Hirth als „Wildbakers“ die Branche ganz schön auf.
„Es hat mich immer schon gewundert, wie es Köchen gelungen ist, sich in der Öffentlichkeit in Szene zu setzen, uns Bäckern aber nicht“, erklärt Jörg Schmid. Dem wollte er etwas entgegensetzen, und daraus entstanden die Wildbakers.

Das Buch ist ein Bestseller

Mit spektakulären Videos, mit Backkursen, die inzwischen von über 1.000 Teilnehmern besucht wurden und mit dem Wildbakers-Buch. Das wurde inzwischen 40.000-mal verkauft, ist damit das zweitbeste Brotbackbuch aller Zeiten, ein Renner. Dabei klingt die Firmenphilosophie der Bäckerei Schmid ganz einfach: „Ganz natürlich und traditionell Brot backen, ohne Hilfsmittel oder künstliche Aromen, und immer in allerbester Qualität“, so Jörg Schmid. Er sehe sich weder als Biobäcker in Gesundheitssandalen noch als Firmenchef einer ländlichen Bäckerei mit Durchschnittssortiment. „Brot ist sexy“, ist seine Devise, entscheidend sei aber eine High-End-Qualität.
Solche hochwertigen Brote versendet Schmid inzwischen auch mit wachsendem Erfolg bundesweit an die gehobene Gastronomie, denn zu einem ausgezeichneten Essen gehöre auch ein wohlschmeckendes Brot. Es gibt schon Restaurants, die bei Schmid eine eigene Kreation ordern.

Tag des Deutschen Brotes

Am 15. Mai 2018 ist es wieder soweit. Bundesweit wird der Tag des Deutschen Brotes gefeiert, mittlerweile die bedeutendste Veranstaltung des Bäckerhandwerks. Allein in Köln werden 100 Bäcker über 1500 Brote an Passanten verschenken. Übrigens: Im deutschen Brotregister sind 3.200 Sorten eingetragen, Brot des Jahres 2018 ist das Dinkelvollkornbrot. Neben dem offiziellen Festakt in Berlin laden Innungsbäcker in der ganzen Republik in die Backstuben ein, um ihre Tradition zu feiern und die neuesten Trends aus den Backstuben vorzustellen.

Für dieses Jahr haben sich die Innungsbäcker zusätzlich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Am 15. Mai startet die bundesweite Aktion „Ein Brot, das Gutes tut“ zugunsten von BILD hilft e. V. „Ein Herz für Kinder“. Bis in den Herbst können Brotliebhaber bei ihrem Innungsbäcker Charity-Brote kaufen und so ganz einfach Gutes tun. Pro verkauftes Brot gehen 30 Cent an „Ein Herz für Kinder“.

2,2 Prozent Umsatzplus

Die deutschen Innungsbäcker konnten 2016 ein insgesamt gutes Ergebnis erzielen, so der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks – mit 2,2 Prozent Umsatzplus und mehr Mitarbeiter pro Betrieb. Für 2017 werden ähnliche Ergebnisse erwartet. Allerdings hält der Konzentrationsprozess der Branche an. Es dominieren die Filialisten, und diese größeren Unternehmen sind auch die Treiber der positiven Umsatzentwicklung. Sie sind mit 4,6 Prozent zwar die kleinste Gruppe der Bäckereien, erzielen aber über 66 Prozent des Gesamtumsatzes.

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