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Brandschutz: Was Betriebe tun sollten

Ein kleiner Funke kann ganze Existenzen zerstören: Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verursachten Feuerschäden 2015 einen Schaden von rund 1,3 Milliarden Euro. Der TÜV Nord gibt Tipps, wie Betriebe ihr Risiko gezielt minimieren und sich vor Bränden schützen können.

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 „Brandschutz wird bei Verantwortlichen und Führungskräften leider häufig als notwendiges Übel angesehen – die nötige Sensibilität für das Thema ist selten vorhanden“, weiß Dirk Oetzel, Inhaber der Firma BSS Oetzel Brandschutzkompetenz und Referent der TÜV Nord Akademie. Mit dem Argument, dass schließlich seit Jahrzehnten nichts passiert sei, verdrängen viele Firmenchefs oft das Risiko. Das besteht nach Einschätzung der Experten nicht nur in materiellen Schäden, sondern oft wandern auch Kunden und Mitarbeiter ab, weil der Neuaufbau zu lange dauert.

Die Experten vom TÜV Nord empfehlen deshalb die folgenden Maßnahmen:   

1. Eine umfassende Brandschutzorganisation einführen: Eine geregelte Brandschutzorganisation schafft die Voraussetzung für einen wirkungsvollen Brandschutz und bereitet auf den Ernstfall vor. Sie beinhaltet je nach Art der Arbeitsstätte unter anderem eine Brandschutzordnung, ein Räumungs- bzw. Evakuierungskonzept, Flucht- und Rettungspläne, einen Feuerwehrplan und bei Bedarf einen Plan zur Löschwasser-Rückhaltung. Zusätzlich bestimmt sie ausgebildete Brandschutz-, Evakuierungs- und Ersthelfer im Betrieb und regelt die Bestellung eines geeigneten Brandschutzbeauftragten.

2. Unterweisungen und Brandschutzübungen für Mitarbeiter: Regelmäßige Brandschutzübungen und Unterweisungen der Mitarbeiter sorgen für das richtige Verhalten im Falle eines Feuers.

3. Einhaltung von Brandschutzbestimmungen bei Neu- oder Umbauten: Bei Neubauten, Erweiterungs- oder Umbauten sowie Nutzungsänderungen und Anmietung von Gewerbeimmobilien ist es wichtig, bestehende Brandschutzkonzepte zu beachten und bei Bedarf zu aktualisieren.

4. Nachgerüstete Photovoltaik-Anlagen einbeziehen: Nachträglich auf Gebäude oder Hallen montierte Photovoltaik-Anlagen bringen oft eine Aktualisierung des bestehenden Brandschutzkonzeptes mit sich und müssen mit dem jeweiligen Versicherer abgestimmt werden.

5. Schnell erkennbare, zugängliche Fluchtwege: Notausgänge, Rettungs- und Fluchtwege müssen immer eindeutig gekennzeichnet und freigehalten werden. Sie sollten auf kürzestem Weg ins Freie oder zu gesicherten Bereichen führen.

6. Wartung von technischen Brandschutzanlagen: Technische Brandschutzanlagen, wie beispielsweise tragbare und fahrbare Feuerlöschgeräte, stationäre Löschanlagen, Brandmeldeanlagen, Blitzschutzanlagen, Anlagen zur Rauch- und Wärmefreihaltung, müssen regelmäßig von entsprechend geschultem Fachpersonal gewartet und instandgehalten werden. In Einzelfällen sind sogar Sicht- und Funktionsprüfungen durch den Betreiber durchzuführen. Sämtliche Eingriffe in die Technik sind zu dokumentieren.

7. Schulterschluss mit der Feuerwehr: Ein stetiger Austausch mit der ortsansässigen Feuerwehr und Termine für gemeinsame Begehungen oder Übungen sorgen für ein besseres Verständnis und eine gute Ortskenntnis.

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