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Geldanlage Bitcoin: Die große Blase oder Technologiesprung?

Es war die Hausse 2017: Die Digitalwährung Bitcoin gewann Ende letzten Jahres mehr als 1.300 Prozent an Wert. Dann verlor die Währung 40 Prozent. Die Meinungen der Experten gehen stark auseinander: Die einen bezeichnen Bitcoins als die größte Spekulationsblase, die anderen sehen in der Kryptowährung die Zukunft. Die wichtigsten Antworten.

Es ist eine der wildesten Finanzspekulationen aller Zeiten. Spekulanten und risikofreudige Anleger pumpen immer mehr Geld in die Digitalwährung Bitcoin. Die Kurse stiegen rasend schnell. Der Preis eines Bitcoins stieg seit 2010 von wenigen Cent auf 1.000 Dollar Anfang 2017. Ende November 2017 nahm der Bitcoin-Kurs dann auf einigen Handelsplattformen die historische Marke von 10.000 Dollar. Wer vor Weihnachten in den Bitcoin eingestiegen ist, hat mächtig Verluste gemacht: 17.000 Euro war der Bitcoin kurz vor Weihnachten wert, heute liegt der Kurs bei rund 40 Prozent davon. Doch die Zeichen stehen gut, dass Krypto-Währungen allgemein und der Bitcoin im Besonderen sich innerhalb der nächsten Zeit wieder erholen. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Bitcoin.

Was ist Bitcoin?

Bitcoin ist eine digitale Währung, auch Kryptowährung genannt. Der Unterschied zu herkömmlichen Währungen wie Euro oder Dollar: Bitcoins gibt es nur im Internet. Die Währung besteht aus Zahlencodes, die sich mit jeder Transaktion neu verschlüsseln und dadurch, jedenfalls bis heute, als fälschungssicher gelten.
Die Nutzer oder Besitzer von Bitcoins verwahren sie in sogenannten „Wallets“: Das sind digitale Portemonnaies, die sich als Software auf den Rechner herunterladen lassen. Bitcoin ist aber nicht nur ein digitales Bezahlsystem, sondern auch eine eigene Währung. Damit ist er eine Alternative zu Bargeld wie Euro oder Dollar und Kreditkarte.

Wie kauft man Bitcoins?

Einsteiger brauchen zunächst die sogenannte Wallet, also eine virtuelle Brieftasche. Dahinter verbirgt sich eine Software, die es für alle Betriebssysteme und Plattformen gibt. Mit der Wallet kann man Bitcoins versenden und empfangen. Zu erwerben ist die Währung unter anderem auf einem der Bitcoin-Marktplätze im Netz. Anleger müssen sich anmelden und ihre Kontodaten hinterlegen; manche Anbieter ermöglichen den Bitcoin-Kauf auch per Kreditkarte. Die Wahl des Marktplatzes erfordert Sorgfalt und einen Vertrauensvorschuss. Denn diese Unternehmen können pleitegehen oder gehackt werden – beides ist schon geschehen. Führend in Deutschland ist bitcoin.de, das mit regelmäßigen Sicherheits-Audits wirbt. Dort bieten die Besitzer ihre Bitcoins wie bei Ebay zu einem bestimmten Preis an, der Marktplatz selbst nimmt eine Transaktionsgebühr. Wenn der Kaufpreis auf das Konto des Verkäufers überwiesen ist und der Empfänger das bestätigt, wandern die erstandenen Bitcoins in die Wallet.

Wie funktioniert Bitcoin?

Hinter der digitalen Währung Bitcoin steht das Blockchain-Prinzip: eine dezentrale Datenbank, die alle Bezahlvorgänge der Währung verschlüsselt und auch dokumentiert. Man kann sich das als kollektives Buchhaltungssystem aller weltweiten Bitcoin-Transaktionen vorstellen. Dieses Kassenbuch liegt nicht bei einem Buchhalter und kann dort nur von ein paar Leuten eingesehen werden, sondern es befinden sich Tausende Kopien dieses Kassenbuches auf Computern rund um die Welt. Diese Kopien sind sowohl auf Privatcomputern als auch auf Businessservern gespeichert. Mit jeder neuen Transaktion verlängert sich die Datenkette um ein weiteres Datenpaket und aktualisiert sich selbst.

Was wird als Vorteil von Bitcoins gesehen?

Die digitale Währung ist unabhängig: sowohl von Staaten als auch den Notenbanken. Das bietet Anonymität. Durch die dahinterliegende Blockchain-Technologie gelten Bitcoins als fälschungssicher und lassen sich problemlos weltweit einsetzen. Mit Blockchains laufen die Transaktionen automatisch im Hintergrund.

Wie werden Bitcoins generiert?

Zentralbank oder Notenbanken geben keine Bitcoins aus. Die Währung entsteht an den Computern ihrer jeweiligen Nutzer oder Besitzer. Die Rechner stellen durch eine komplexe Software Rechenleistung bereit. Durch diese werden Bitcoins generiert. Aber: Mit einem normalen Computer lohnt sich das nach dem rasanten Kursanstieg 2017 schon längst nicht mehr. Professionelle Bitcoin-Schürfer stellen angeblich zahlreiche Rechner auf, um so leistungsstarke Netzwerke zu schaffen.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Das ist nach wie vor ein Rätsel. In verschiedenen Online-Portalen spricht man von „Satoshi Nakamoto“. Hinter diesem Namen könnte sich ein Mann, eine Frau oder eine ganze Gruppe von Nerds, IT-Profis, verbergen.

Ist der Bitcoin für private Anleger interessant?

Nein. Bitcoins sind eine hoch spekulative Anlage und eignen sich nicht für private Investments. Die Kurse schwanken extrem: Sie können in den nächsten Wochen weiter steigen oder vollständig zusammenbrechen. Wirtschaftsexperten warnen Privatanleger davor, Bitcoins als lohnende Geldanlage zu betrachten. Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin schlägt Alarm: Anlegern drohe ein Totalverlust, außerdem rufe die Blase „Spekulanten und windige Geschäftemacher“ auf den Plan.



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