Privatvorsorge -

Zuwächse bei der bKV Mitarbeiterbindung: Immer mehr Arbeitgeber bieten eine betriebliche Krankenversicherung

Seit Jahren wechseln immer weniger Gutverdiener von der gesetzlichen Krankenversicherung in die Private. Anders der Trend bei der Betrieblichen Krankenversicherung (bKV): 24,8 Prozent beträgt der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Warum die bKV so beliebt ist.

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Der Zuwachs bei der bKV ist mit 28,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zwar groß, der Marktanteil aber noch immer gering: Denn von den rund 3,3 Millionen steuerpflichtigen Unternehmen in Deutschland nutzen nur 13.100 eine bKV für ihre Mitarbeiter. Doch diese wenigen Unternehmen versorgen immerhin gut 1 Million Mitarbeiter mit einem zusätzlichen Krankenschutz. Das ist ein Zuwachs von 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. So die Zahlen des Verbands der Privaten Krankenkassen.

Was leistet die bKV?

Die bKV sichert Mitarbeiter mit einem zusätzlichen Krankenschutz ab. Neben ihrer gesetzlichen Krankenversicherung können die Angestellten so in den Genuss von privatärztlichen Leistungen kommen. Sei es bei der Zahnversorgung, im Krankenhaus oder anderen ärztlichen oder heilberuflichen Anwendungen.

Tipp: Möchte der Arbeitgeber seine Mitarbeiter mit diesem Schutz versorgen, sollte er die gewünschten Leistungen erfragen und dann einen Vertrag abschließen, der nach dem Bausteinprinzip die Wünsche berücksichtigt.

Wer bezahlt die bKV?

Der Arbeitgeber kann die Beiträge zur bKV aus der eigenen Tasche zahlen. Was die bKV kostet ist abhängig von den gewählten Leistungen – teuer ist sie nicht. Eine aktuelle Tarifübersicht finden Sie hier. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass die Mitarbeiter sich an den Beiträgen beteiligen oder sie auch ganz übernehmen. Extra-Plus der bKV: Bei vielen Anbietern können Familienangehörige mitversichert werden. In diesen Fällen zahlt meist der Mitarbeiter den geringen Beitrag zur bKV für seine Kinder und den Partner.

Keine Gesundheitsprüfung nötig

Viele Versicherer verzichten auf die individuelle Gesundheitsprüfung der Mitarbeiter. Das gilt zumindest dann, wenn der Arbeitgeber die Beiträge zahlt und eine Mindestanzahl – meist sind es fünf, in manchen Fällen drei – an Mitarbeitern versichert wird. Wenn die Mitarbeiter die Beiträge zahlen, verzichten ebenfalls viele Versicherer auf die Gesundheitsprüfung, andere führen sie in einem stark vereinfachten Verfahren durch: Die Fragen zum Gesundheitszustand sind zahlenmäßig reduziert, die Antworten unterliegen der Schweigepflicht – der Arbeitgeber erfährt sie also nicht.

Vorteile für den Arbeitgeber

Für die Stimmung im Betrieb ist die bKV sehr wertvoll – ebenfalls für die Bindung der Mitarbeiter. Dies wird kurz ‚social benefit‘ genannt. Wer bei der Fachkräftesuche mit einer betrieblichen Krankenversicherung werben kann, erhöht seinen Chancen auf gute Mitarbeiter. Laut Dr. Thomas Wiesemann, Vorstand für den Maklervertrieb bei der Allianz Krankenversicherung, entfällt knapp ein Drittel des Neugeschäfts auf freie Vermittler. „Betrachten wir allein den Makler-Vertrieb, hatten wir beim bKV-Neugeschäft 2020 sogar eine Steigerung um mehr als 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, erklärte Wiesemann im Gespräch mit dem Versicherungs- und Investmentinformationsportal procontra online.

Der Markt der bKV

Laut Verband der Privaten Krankenversicherungen ist die Zahl der Voll- und Zusatzversicherungen im Jahr 2020 auf 36,07 Millionen Verträge gestiegen. Im Vorjahr waren es 35,41 Millionen und vor fünf Jahren 33,86 Millionen Verträge. Die Zusatzversicherungen haben daran den größten Anteil – nämlich 27,34 Millionen.

Steigende Anzahl an bKV-Verträgen

Anders ist die Lage bei den Beitragseinnahmen: „66,1 Prozent der 2020 eingenommenen 42,8 Milliarden Euro entfielen im vergangenen Jahr auf die Vollversicherung“, schreibt procontra und bezieht sich dabei auf die Zahlen des PKV-Verbands. „Die auf die Vollversicherung entfallenden Beitragseinnahmen stiegen in den vergangenen fünf Jahren von 26,1 auf 28,3 Milliarden Euro – ein Wachstum, das allerdings nicht auf steigende Vertragszahlen, sondern in erster Linie auf Beitragserhöhungen zurückzuführen ist.“

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