Privatvorsorge -

Bausparen: So prüfen Sie neue Verträge richtig

Die Niedrigzinsphase trifft auch die Bausparkassen hart. Was junge Handwerker dazu jetzt wissen sollten.

Themenseite: Baufinanzierung

Ein Brief der Bausparkasse bedeutet derzeit nicht nur Freude. Denn die Institute verschicken nicht nur die aktuellen Kontostandsmitteilungen, sondern bei vielen Altkunden landen auch Kündigungsschreiben im Briefkasten. Der Hintergrund: Die Altverträge mit guten Konditionen werden in Zeiten niedriger Zinsen zunehmend zur Last für die Institute.

Für junge Handwerker, die ein Eigenheim für die Familie planen, gilt: Sparen bei der Hausbank ist derzeit keine tolle Alternative. Denn die Kreditinstitute bieten nicht mehr Sparzinsen als die Bausparkassen und garantieren auch kein günstiges Finanzierungsdarlehen. Damit sich Bausparen lohnt, sollte der Vertrag zu den Zielen des Bausparers passen. Worauf junge Handwerker jetzt achten sollten.

Was ist vor der Bauspar-Beratung wichtig?

Junge Handwerker sollten vor einer Beratung mit einer Bausparkasse einen kurzen Gesprächsplan entwerfen. Wichtig ist ein Termin, wann sie bauen oder kaufen wollen. Ist der Termin noch unsicher, sollte man den frühesten Termin ansetzen. Weiterer Punkt: die Sparquote. Wie viel kann und will man monatlich für das Eigenheim auf die hohe Kante legen?

Gibt es bereits Rücklagen?

Weiterer Punkt, den man vor der Beratung klären sollte: Hat die Familie bereits Ersparnisse oder Rücklagen und in welcher Höhe? Das Geld sollte dann rechtzeitig für den Bau oder den Kauf einer Immobilie zur Verfügung stehen.

Welche Vorgaben sind notwendig?

Im Beratungsgespräch sollten Handwerker vorgeben, welche monatliche Rate sie zahlen können und ob sie auch Sonderzahlungen leisten können und wollen. Wichtig ist jetzt für die Bausparkasse auch eine konkrete Terminvorgabe, wann die Bausparsumme für Bau oder Kauf gebraucht wird.

Was ist mit Wohn-Riester?

Wenn die Familie das Eigenheim selbst nutzen möchte, kann zum Beispiel die angestellte Unternehmerfrau, wenn der Handwerker selbständig ist, eine Riester-Förderung in Anspruch nehmen. Voraussetzung: Die Ehefrau ist in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert oder aber Beamtin.

Wie sieht das Bauspar-Angebot aus?

Handwerker sollten sich ein Bausparangebot immer mit einem Spar- und Tilgungsplan erstellen lassen. Dieser Plan sollte aufzeigen, welche Bausparsumme die Kasse konkret empfiehlt, wie viel die Familie einzahlen muss, wann der Vertrag zugeteilt wird, wie hoch das Guthaben dann ist und welche Monatsrate bis zur vollständigen Entschuldung bezahlt werden muss. Zur Sicherheit sollten Interessenten danach noch zwei Alternativangebote einholen, auch um zu vergleichen.

Vor der Unterschrift noch prüfen?

Nach der Beratung sollten Handwerker genau prüfen, ob das ausgewählte Angebot auch ihren Vorgaben entspricht – zum Beispiel sollte die Auszahlung zum ungefähren Wunschtermin erfolgen. Wenn sich die Familie entschieden hat, übernimmt die Bausparkasse die Vertragsabwicklung. Vor der Unterschrift aber noch mal prüfen, ob der Tarif, die Bausparsumme und der Sparbeitrag im Antrag auch dem ersten Angebot der Bausparkasse entsprechen.

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