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Außergewöhnliche Belastung: Diätlebensmittel als Arzneimittel

Grundsätzlich dürfen die Kosten einer Diät nicht steuermindernd berücksichtigt werden. Aufgrund einer neuen Entscheidung des Bundesfinanzhofs kann es jedoch Ausnahmen geben.

Nach dem Wortlaut des Einkommensteuergesetzes können Aufwendungen für Diätverpflegung nicht als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden. Der Bundesfinanzhof sieht dies erfreulicherweise etwas differenzierter. Seiner Meinung nach ist das gesetzliche Abzugsverbot nur anzuwenden, wenn die Diätlebensmittel als Nahrungsergänzungsmittel und damit als Lebensmittel eingenommen werden.

Diät als Arznei

Etwas anderes soll gelten, wenn die Diätlebensmittel als Arzneimittel anzusehen sind. Arzneimittel können nämlich als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden.

Damit Kosten für eine Diätverpflegung als Arzneimittel anerkannt werden können, muss aber eine ärztliche Verordnung vorliegen, nach der eine entsprechende Diätverpflegung lindernd oder heilend wirken soll. Liegt diese ärztliche Verordnung vor, handelt es sich bei der Diätverpflegung um ein Arzneimittel, welches nach der Entscheidung des Bundesfinanzhofs vom 14.04.2015 (Az.: VI R 89/13) steuermindernd als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden kann.

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