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Ausbildungsstart: Willkommen im Club

Einen solchen werden die Azubis gerade in den ersten Wochen und Monaten benötigen. Für nahezu jeden stellt der Start in den Berufsalltag das bisherige Leben auf den Kopf. Vor dem 1. September war dieses vor allem durch Familie, Schule und den Freundeskreis geprägt. Viele Nachwachsende fühlen sich hier als vollwertiges Mitglied. Sie reden mit, wohin die Familie in den Jahresurlaub fährt oder was sie am Wochenende unternimmt, und bestimmen weitgehend selbst, wie sie ihre Zeit außerhalb der Schule verbringen.

Schluss mit der Selbstbestimmung

Im Alltag haben sie vorwiegend mit Gleichaltrigen Kontakt, denen sie auf Augenhöhe begegnen. Genau dies ist im Ausbildungsbetrieb nicht der Fall: Vom Azubi im zweiten oder dritten Lehrjahr über Sekretärin und Gesellen bis hin zu Meister und Firmenchef hat es ein neuer Lehrling fast ausschließlich mit älteren und erfahreneren Kollegen zu tun. Er muss acht Stunden lang konzentriert durcharbeiten – auch dies ist eine neue Erfahrung.

Im Schulalltag, der meistens nur fünf Stunden dauerte, konnte er schon mal „abschalten“ und das Versäumte später nachholen. Außerdem muss er bisherige Lebensgewohnheiten aufgeben. Vorbei sind die Zeiten, als das Smartphone regelmäßig auf Facebookeinträge, eingehende Mails oder Whats-App-Botschaften gecheckt wurde. Im Betrieb kann der Jugendliche dies allenfalls während der Pausen tun.

Viele Abbrecher in der Probezeit

Wer mit dieser Zäsur nicht fertig wird, wirft gerade im Handwerk schnell das Handtuch. Über 31 Prozent der Azubis lösen den Ausbildungsvertrag vorzeitig auf. Jeder dritte tut dies während der viermonatigen Probezeit – in Industrie und Handel sind es deutlich weniger. Vor allem Konflikte mit Ausbildern und anderen Mitarbeitern, Enttäuschung über die Ausbildungsinhalte und unbefriedigende Arbeitsbedingungen werden dem Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB) in Bonn von den Auszubildenden als Kündigungsgründe genannt.

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