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Aufgepasst: Das ändert sich für Autofahrer 2016

Teure gelbe Plaketten, ein Pilotprojekt für die Jagd auf Raser, neue Typ- und Regionalklassen für die Versicherung und und und. Auch 2016 ändert sich wieder einiges für Autofahrer. Wir haben die wichtigsten Sachen im Überblick.

Topic channels: TS Fuhrpark und TS Jahresausblick 2016

Elektroautos werden weiter steuerlich gefördert

Fahrzeughalter von Neuwagen mit reinem Elektroantrieb oder von Brennstoffzellen-Autos profitieren auch ab 1. Januar 2016 von der Befreiung von der Kfz-Steuer. Dann allerdings nur noch für 5 statt wie bisher für 10 Jahre. Maßgeblich ist das Datum der Erstzulassung. Die Steuerbefreiung gilt laut Auto Club Europa (ACE) beim Weiterverkauf des Autos innerhalb der Laufzeit auch für den neuen Besitzer.

Übrigens: Fahrzeuge, die zusätzlich über einen Verbrennungsmotor verfügen, also Hybrid-Fahrzeuge und Autos mit Range-Extender, gelten nicht als Elektrofahrzeuge im Sinne des Kraftfahrzeugsteuergesetzes.

Pilotprojekt für die Jagd auf Raser

Ganz genau das Tacho im Auge behalten sollten Autofahrer, die in Niedersachsen auf der B6 zwischen Laatzen und Gleidingen unterwegs sind. Dort wird im Rahmen eines Pilotprojekts zur Geschwindigkeitsüberwachung mit der sogenannten Section Control gearbeitet. Anders als bei einem herkömmlichen Blitzer wird bei der "Abschnitts-Kontrolle" das Tempo von Autofahrern nicht punktuell, sondern als Durchschnittswert über eine längere Distanz erfasst. Bußgelder werden trotz des Test-Charakters von Beginn an verhängt.

HU-Plakette: Gelb wird teuer

Zum Jahreswechsel verliert die gelbe HU-Plakette ihre Gültigkeit. Halter entsprechende Fahrzeuge sollten zügig einen Prüftermin vereinbaren. Denn wer die Plakettengültigkeit um mehr als zwei Monate überzieht, muss mit einer vertieften HU und damit verbundenen höheren Kosten rechnen. Außerdem können eine Verwarnung oder ein Bußgeld drohen. Nach zwei Monaten sind es 15 Euro, nach vier Monaten 25 Euro. Wer sich um acht Monate verspätet, zahlt 60 Euro und erhält außerdem einen Punkt in Flensburg, wie die Prüforganisation Dekra mitteilt. Außerdem kann es bei einem Unfall Ärger mit dem Versicherungsschutz geben.

Ist Ihre Prüfplakette braun, rosa oder grün, können Sie beruhigt weiterfahren. Die braune Plakette zeigt an, dass die HU 2016 fällig ist, die rosa Plakette steht für 2017 und bei Grün ist es 2018 soweit.

Neue Typ- und Reginonalklassen für die Versicherung

Zum 1. Januar 2016 treten die neuen Typ- und Regionalklassen bei der Kfz-Versicherung in Kraft. Jeder fünfte Autofahrer profitiert dann von besseren Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung, rund 15 Prozent werden heraufgestuft. Das ist das Ergebnis der Regionalstatistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) .

Besonders niedrige Einstufungen ergeben sich für Autofahrer in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, hohe Regionalklassen gelten vor allem in Großstädten sowie in Teilen Bayerns. Die bundesweit beste Schadenbilanz in der Kfz-Haftpflichtversicherung weist der Zulassungsbezirk Prignitz in Brandenburg auf, die höchste Schadenbilanz erreicht Berlin.

Nur wenige Änderungen gibt es in den Kasko-Versicherungen: Für jeweils knapp 90 Prozent der Voll- oder Teilkasko-Versicherten bleibt laut GDV alles beim Alten. Die beste Schadenbilanz in der Vollkasko-Versicherung erreicht die Wesermarsch in Niedersachsen, in der Teilkasko-Versicherung der Zulassungsbezirk Münster/Westfalen. Die höchste Schadenbilanz in der Voll- und Teilkasko-Versicherung errechneten die Statistiker des GDV für den Landkreis Ostallgäu in Bayern.

Wenn Sie wissen wollen, wie Ihr Zulassungsbezirk eingestuft wird, dann können Sie daseinfach hier über die Regionalklassen-Abfrage des GDV erfahren.

Euro 4 für Motorräder

Motorräder, die ab dem 1. Januar 2016 eine Typgenehmigung bekommen, müssen die Euro-4-Norm erfüllen. Ab 2020 gilt die Abgasvorschrift der Euro-5-Norm. Ab Januar 2016 müssen außerdem alle neuen Motorräder über ABS oder ein sogenanntes Kombi-Bremssystem verfügen. Diese Vorschrift betrifft Motorräder mit einem Hubraum über 50 Kubikzentimetern oder einer Höchstgeschwindigkeit über 45 km/h. Alte Motorräder müssen nicht nachgerüstet werden.

Rote Kennzeichen

Für 2016 ist zudem eine Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung geplant. Sie soll es Händlern ermöglichen, mit noch nicht zugelassenen Fahrzeugen und roten ,"Händler-Kennzeichen" kurze Fahrten zur Tankstelle oder Waschanlage zu unternehmen. Bisher ist der Gebrauch stark eingeschränkt, beispielsweise auf Probe- und Überführungsfahrten. Bei allen anderen Gelegenheiten muss der Wagen auf den Hänger.

Fahrtenschreiberverordnung

Ab dem 2. März 2016 gilt die neue Fahrtenschreiberverordnung (VO (EU) Nr. 165/2014). Sie ist bereits in Teilen im Frühjahr 2015 eingeführt worden und gilt im Ganzen nun ab März 2016. Teil der neuen Verordnung sind auch neue "smarte Kontrollgeräte", die den Fahrer durch ein optisches und/oder akustisches Signal warnen, wenn sie eine Störung registrieren oder der Fahrer sich der maximal erlaubten ununterbrochenen Lenkzeit von 4,5 Stunden nähert.

Mautpflicht in Belgien

Belgien führt ab 1. April 2016 die Maut schon für Lkw ab 3,5 Tonnen ein. Bisher galt die Lkw-Maut in Belgien erst für Fahrzeuge ab einem zulässigen Gesamtgewicht von 12 Tonnen. Das kilometerbasierte Mautsystem funktioniert das über Satellit und On Board Unit (Mautbox).

Carsharing-Gesetz in Planung

Für das Jahr 2016 ist ein Carsharing-Gesetz geplant, welches die Carsharing-Autos von Parkgebühren befreien soll. In Planung befindet sich nach ACE-Angaben derzeit ein Gesetz, das definieren soll, was unter dem Begriff „Carsharing-Fahrzeug“ zu verstehen ist und wie diese Fahrzeuge gekennzeichnet werden.

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