Einkommensteuern -

Arbeitszimmer: Kein Büro im Betrieb

Eigentlich sind die Kosten für Archiv- oder Lagerräume im privaten Haushalt, in denen betriebliche Waren oder Werkzeuge aufbewahrt werden, nicht als häusliches Arbeitszimmer einzustufen. Das hat Vorteile, die aber durch Unachtsamkeit leicht verspielt werden können.

Stuft das Finanzamt einen Archiv- oder Lagerraum nicht als häusliches Arbeitszimmer ein, unterliegen die Kosten für diese Räume nicht den strengen Abzugsregeln. Denn hat ein selbständiger Handwerker auch in seiner Werkstatt einen Büroraum, darf er keinen Cent der Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer abziehen. Für einen Archiv- oder Lagerraum käme in diesem Fall dagegen der volle Betriebsausgabenabzug in Frage.

Der Lagerraum darf jedoch keine typischen Funktionen eines Arbeitszimmers aufweisen: In einem Urteilsfall teilte der Unternehmer dem Finanzamt mit, dass in seinem Archiv- und  Lagerraum auch einen Schreibtisch, einen Stuhl und einen PC standen. Das wurde ihm zum Verhängnis. Denn das Finanzamt stufte die als Lager oder Archiv genutzten Räume als häusliches Arbeitszimmer ein und ließ kein Betriebsausgaben zum Abzug zu (Finanzgericht Niedersachsen, Az. 3 K 35/08).

Tipp: Im Umkehrschluss bedeutet das: Hat ein betrieblich genutzter Raum keine typischen Merkmale eines Arbeitszimmers – also keinen Stuhl, keinen Schreibtisch und keinen PC, sondern nur Regale, steht dem vollen Betriebsausgabenabzug für Lager- und Archivräume im eigenen Haus nichts entgegen.

© handwerk-magazin.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen