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Arbeitszeiten: So können Mitarbeiter WM-Spiele sehen

Nachts jubeln und morgens müde zur Arbeit. Das könnte ab dem 12. Juni 2014 auf Arbeitnehmer zukommen. Denn die Zeitverschiebung bringt einige WM-Spiele erst nachts auf die Leinwände. Doch ist das ein Freifahrtschein, um blau zu machen?

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Zwischen drei und sechs Stunden beträgt die Zeitverschiebung zwischen Brasilien und Deutschland. Das heißt, Anpfiff der Nationalspiele ist auf unseren Bildschirmen frühestens um 18 Uhr – teilweise sogar erst um Mitternacht. Viele Arbeitnehmer freuen sich, denn so liegen die Spiele nicht während der Arbeitszeit. Doch gerade für fußballbegeisterte Frühaufsteher oder Schichtarbeiter kann das zum Problem werden.

Haben Arbeitnehmer ein Recht auf „Fußballfrei“ während der WM?

Nein. Obwohl Fußball in Deutschland Volkssport Nummer eins ist, dürfen Arbeitnehmer am Tag nach Spielen unserer Nationalmannschaft natürlich nicht einfach blau machen. Sie haben auch keinen Rechtsanspruch auf einen Urlaubstag nach jedem Spiel. Zwar muss der Arbeitgeber die Urlaubswünsche berücksichtigen, solange keine dringenden betrieblichen Belange dagegen sprechen (§7 Abs. 1 BurlG). Doch reichen viele Mitarbeiter gleichzeitig Urlaubswünsche ein, sind gegebenenfalls Arbeitsabläufe in Gefahr.

Welche Möglichkeiten gibt es für Betriebe?

Damit jeder, der möchte, in den Genuss der Spiele kommen kann, gibt es verschiedene Möglichkeiten für Unternehmen.
  • Sollten im Betrieb nur wenige Arbeiter sein, die unbedingt während der Spiele oder am Morgen danach frei nehmen möchten, bieten sich Urlaubstage an. Nur, wenn mehr Mitarbeiter frei nehmen möchten als der Betrieb entbehren kann, wird es schwierig.
  • Eine weitere Möglichkeit ist, Fußballfans den Schichttausch mit weniger WM-begeisterten Mitarbeitern zu ermöglichen. Auch hier hängt es davon ab, wie viele Angestellte die Fußballleidenschaft packt.
  • Ebenso könnten Gleitzeitregelungen eine Lösung sein, solange dies die Betriebsabläufe nicht durcheinander bringt.
Für flexible Arbeitszeiten sprechen sich ebenfalls die Gewerkschaften aus. So auch der DGB-Vorsitzende Michael Sommer: „Ich denke, dass die meisten Arbeitgeber für diesen Wunsch der Beschäftigten Verständnis haben. Sie sollten sich mit den Betriebsräten zusammensetzen und gemeinsam nach Lösungen suchen.“

Buchtipp: Wenn Sie mehr über aktuelle Regelungen im Arbeitsrecht erfahren wollen, können Sie das Buch "Arbeitsrecht" von Wolfgang Meyer zu Rate ziehen.

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