Arbeitsschutz und Gesundheit -

Vorsorge: Unfall- und Gesundheitsrisiken im Betrieb minimieren

Wer erhält die Untersuchungsergebnisse?

Bei Pflichtuntersuchungen muss der Arzt den Befund und das Untersuchungsergebnis schriftlich festhalten, die untersuchte Person informieren und gegebenenfalls beraten und ihr eine Bescheinigung ausstellen. Diese soll neben Angaben über den Untersuchungsanlass und das Datum eine ärztliche Beurteilung umfassen, ob beim Ausüben einer bestimmten Tätigkeit gesundheitliche Bedenken bestehen.

Bestimmte Tätigkeiten dürfen Beschäftigte nur dann übernehmen, wenn zuvor eine Pflichtuntersuchung durchgeführt wurde. Weil die Bescheinigung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit (z. B. Schwindelfreiheit, Farbtüchtigkeit (Rot-Grün-Sehen)) in diesem Fall die Voraussetzung für die Übernahme der jeweiligen Aufgabe ist, erhält der Arbeitgeber in diesem Fall eine Kopie des Untersuchungsergebnisses.

Weil die Ergebnisse ärztlicher Untersuchungen sensible Daten sind, legt die ArbMedVV grundsätzlich fest, dass arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen getrennt von Eignungs- bzw. Tauglichkeitsuntersuchungen durchgeführt werden sollen. Damit soll verhindert werden, dass gesundheitlich eingeschränkte Beschäftigte benachteiligt werden.

Warum müssen Sie alle Maßnahmen vollständig dokumentieren?

Als Bestandteil des betrieblichen Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzkonzeptes muss auch die arbeitsmedizinische Vorsorge umfassend dokumentiert werden. Schließlich soll arbeitsmedizinische Vorsorge auch dazu dienen, die Wirksamkeit betrieblicher Arbeitsschutzmaßnahmen zu prüfen.

Pflichtuntersuchungen müssen in einer Vorsorgekartei mit Angaben zu Anlass, Datum und Ergebnis erfasst werden, wobei eine automatisierte Fassung zulässig ist. Vorsorgekarteien sollten auch nach dem Ausscheiden eines Beschäftigten aufbewahrt werden, falls es zu einem Berufskrankheitenverfahren kommt. Dann nämlich können die Daten die so wichtige Beweissicherung vor allem bei Erkrankungen mit langen Latenzzeiten erleichtern. Man denke nur daran, dass asbestbedingte Erkrankungen noch heute, fast 20 Jahre nach dem Verbot, eine der häufigsten Berufskrankheiten sind! Es ist sinnvoll, auch Untersuchungen, die auf Veranlassung des Beschäftigten vorgenommen wurden (Angebots- und Wunschuntersuchungen) zu dokumentieren.

Informationen aus dem Internet

Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz, ArbSchG)

http://www.gesetze-im-internet.de/arbschg/

Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)

http://www.gesetze-im-internet.de/arbmedvv/
Ausschuss Arbeitsmedizin der Gesetzlichen Unfallversicherung
www.dguv.de/inhalt/praevention/fachaus_fachgruppen/arbeitsmedizin/index.jsp

BGI/GUV-I 504 - Handlungsanleitungen für die arbeitsmedizinische Vorsorge

http://publikationen.dguv.de/dguv/udt_dguv_main.aspx?ID=0

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