Betriebsteuern -

Handwerker: Anspruch auf eine Steuernummer

Insbesondere bei kleinen Handwerkern, die sich selbstständig machen wollen, zögert der Fiskus häufig mit der Erteilung einer Steuernummer. Der Grund: Das Finanzamt zweifelt an der Selbstständigkeit. Aktuelle Rechtsprechung weist den Fiskus nun jedoch in seine Schranken.

Weil das Finanzamt im Fall eines Trockenbauers die Erteilung einer Steuernummer für Umsatzsteuerzwecke verweigerte, zog dieser vor das Sächsische Finanzgericht. Mit Urteil vom 13.08.2014 (Az.: 8 K 650/14) erhielt der Trockenbauer Recht und kann in seine Selbstständigkeit starten.

Das Gericht erkannte nämlich keinen Grund, eine Steuernummer nicht zu erteilen. Ausdrücklich führt das Gericht aus, dass der Anspruch auf Erteilung einer Steuernummer bereits dann besteht, wenn der Antragsteller ernsthaft erklärt, eine selbstständige Tätigkeit zu beginnen. Nur wenn ein Missbrauchsfall offensichtlich ist, kann die Erteilung einer Steuernummer abgelehnt werden.

Zweifel an der Selbstständigkeit unerheblich

Deutlich führte das Gericht weiter aus, dass es unerheblich ist, ob es sich bei dem Steuerpflichtigen um einen selbstständig tätigen Subunternehmer handelt oder ob er eigentlich Merkmale eines Arbeitnehmers erfüllt, weil lediglich Arbeitskraft und kein Erfolg geschuldet wird.

Da insbesondere im Handwerk und vor allem beim Kleinhandwerker, der sich als Subunternehmer selbstständig machen will, das Finanzamt häufig die Erteilung der Steuernummer verweigert, sollten Betroffene auf das Urteil des Sächsischen Finanzgericht verweisen. Dann klappt es auch mit der Steuernummer.

© handwerk-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen