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Udo-Herrmann-Kolumne, 5. Folge Aktiv auf junge Talente zugehen!

In seiner Kolumne "Endlich alles im Lot! Mehr Freiraum und Erfolg durch bessere Organisation" gibt der Erfolgstrainer für Handwerksbetriebe, Udo Herrmann, monatlich Tipps, wie Sie Ihren Betrieb besser organisieren können. In der fünften Folge gibt der Schreinermeister Tipps, wie Sie schon in der Schule Nachwuchs werben können.

Themenseiten: TS Ausbildung, TS Fachkräftemangel und TS Kolumne Udo Herrmann

Die jungen Leute finden nicht mehr den Weg zu uns ins Handwerk. Wer einfach nur wartet, hat heute keinen Auszubildenden und morgen keine Fachkraft. Schüler, Lehrer, Eltern – wer kennt schon die verschiedenen Berufsbilder im Handwerk? Wie soll man aus Sicht eines Schülers Freude entwickeln für einen Job von dem man keine oder nur wenig Vorstellung hat?

Es liegt an uns Handwerkern selbst zu zeigen, was wir tun, was wir können und welche Freude eine Arbeit im Handwerksberuf bringen kann. Wir haben die Möglichkeit junge Menschen mit unserer Leidenschaft anzustecken – doch wir tun das viel zu selten.

Unterrichtsstunden in Schulen mitgestalten

Die Mitgestaltung von Unterrichtsstunden ist eine tolle Möglichkeit, um mit talentiertem Handwerkernachwuchs in direkten Kontakt zu kommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Direktoren und Lehrer von Mittel- und Realschulen sehr offen sind, wenn ein Handwerksmeister beispielsweise einen Werkunterricht gestalten möchte. Die Schüler sind dankbar für etwas Abwechslung vom Schulalltag und neugierig direkt etwas aus der Berufspraxis eines Handwerksmeisters zu erfahren.

Im vergangenen Schuljahr haben wir Kiefernholz und etwas Werkzeug vorbereitet, um gemeinsam mit den Werkschülern der 8. Jahrgangsstufe Holzherzen als Kerzenständer herzustellen. Nach einer Vorstellung des Schreinerberufes und einer kleinen Materialkunde ging es an die Arbeit. Mit Eifer wurde gesägt, gebohrt, gefeilt und geschliffen. Schnell zeigte sich wer die Vorgaben gut umsetzen konnte, zügig voran kam und besondere Ergebnisse bei der Qualität des Werkstückes ablieferte.

Schüler als Praktikanten im Handwerksbetrieb übernehmen

Der Lehrer war begeistert von der Aktion und überrascht über die besondere Motivation seiner Klasse. Gerne nahm er die Einladung zu einer Betriebsbesichtigung unserer Firma an, zu der ich zum Abschluss des Unterrichts einlud. Zwei der Schüler möchten nun unbedingt zum Praktikum kommen und vielleicht entsteht daraus ja ein Lehrvertrag. Ein Bilderrahmen aus Metallwinkeln, eine Gipsplatte in Spachteltechnik mit farbigem Namenszug, ein Smartphoneständer mit LED-Beleuchtung, eine Garderobe aus Rohren – der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Geeignetes Material verwenden und Begeisterung für Handarbeit schaffen

Natürlich sollte schon am verwendeten Material erkennbar sein, um welchen Beruf es sich handelt oder besser welche Firma sich im Unterricht präsentiert hat. Nehmen dann die Schüler ihre Werke mit nach Hause und ernten Anerkennung und Lob von Familie und Freunden steigt die Begeisterung etwas mit den eigenen Händen geschaffen zu haben. Vielleicht ist das dann genau der Anstoß, um über eine Zukunft im Handwerk nachzudenken.

Der Aufwand ist gering. Schnell lassen sich mit einem Tag Vorbereitung und geringen Materialkosten tolle Ergebnisse erzielen. Verglichen mit Stellengesuchen in Zeitungen oder der Akquise auf Ausbildungsmessen kommt man mit einer geringen Investitionssumme aus.

Unterrichtskonzept kann jedes Jahr wieder verwendet werden

Ein weiterer Vorteil liegt darin, direkt einen Eindruck über die Persönlichkeit und Arbeitsweise der Talente zu bekommen, ohne dabei, wie beispielsweise auf den Messen in direktem Wettbewerb mit vielen anderen Branchen zu stehen. Ein einmal erarbeitetes Unterrichtskonzept kann Jahr für Jahr bei der Talentakquise wieder eingesetzt werden. Die Bindung zur Schule oder der Klasse lässt sich durch die Unterstützung von Schulfesten oder mit einem finanziellen Zuschuss bei der Klassenfahrt noch verstärken.

Werklehrer freuen sich häufig auch, wenn man sie mit Materialien für einen abwechslungsreichen Unterricht versorgt. Auf jeden Fall können sowohl Schule als auch Handwerksbetriebe von einer solchen Verbindung profitieren. Viele weitere Impulse für die Akquise von Talenten bekommen Sie in der Checkliste „Nachwuchs finden“ (siehe Download) und in dem Ratgeber „Von nichts kommt niemand“.

Udo Herrmann, Kolumne

Ihr Udo Herrmann,

Schreinermeister und Erfolgstrainer für Handwerksbetriebe.

Biografie:  
Udo Herrmann, hat mit 23 Jahren seine Meisterprüfung abgelegt und führt seit 18 Jahren das Handwerksunternehmen "Herrmann Parkett.Möbel.Räume." (
www.herrmann-parkett.de ) im unterfränkischen Bürgstadt, das mehrfach bundesweit ausgezeichnet wurde . Seit mehr als 10 Jahren ist er Vorstand einer Handwerkskooperation, die ganzheitliche Konzepte für Ihre Kunden entwickelt. Er hat das Erfolgskonzept für Handwerker entwickelt und eine Ausbildung zum 7 SUMMITS® Strategie Coach absolviert. Der Schreinermeister trainiert Selbstständige und Führungskräfte, als Coach begleitet er Handwerksbetriebe bei der Weiterentwicklung des Betriebes. 2016 ist sein Buch „Von Nichts Kommt Niemand“ erschienen, in dem er wertvolle Tipps zum Akquirieren und binden von Fachkräften im Handwerk gibt.

Buch-Cover

Im April 2018 erschien seine neue Buchveröffentlichung " Endlich alles im Lot: Das Profikonzept für mehr Freiraum und Erfolg im Handwerk " mit allen ausführlichen Leitfäden, Checklisten und Arbeitsanleitungen von Udo Herrmann.  Erhältlich im Holzmann-Medienshop .

Weitere Downloads zu diesem Artikel
  • Nachwuchs finden im Handwerk (PDF, 88 kB)

    Wer neue Talente fürs Handwerk finden will und aktiv gegen den Fachkräftemangel vorgehen möchte, sollte früh anfangen. Am besten schon in den Schulen. Welche Konzepte und Maßnahmen sich für Handwerksunternehmen mehr...

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