EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) -

Abwrackprämie ­ für die Energiewende?

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Seien wir ehrlich: Versuche, Ökostrom marktfähig zu machen, gab es schon etliche. Und ja: Das ist auch nötig. Denn bei der Solarbranche haben wir gesehen, wohin es führt, wenn man sich auf Subventionen ausruht. Man verliert die Wettbewerbsfähigkeit. Und das kann keiner wollen.

Andererseits kann keinem daran gelegen sein, die Energiewende zurückzubauen und die alten Klimakiller Braun- und Steinkohle hochzufahren. Und schließlich: Stromlücken brauchen wir ebenso wenig wie Ökostrom, der nicht abgenommen wird, aber bezahlt werden muss.

Der Förderboom sorgte dafür, dass von 2009 bis 2011 Anlagen regelrecht aus dem Boden gestampft wurden. Viele mehr schlecht als recht. Innovation wurde zu wenig eingepreist. Viel zu viele Oldtimer-Anlagen arbeiten heute uneffektiv.

Zugegeben, es ist komplex. Wir sehen heute, dass es nicht nur darum geht, andere Stromerzeuger zu etablieren. Es geht darum, eine neuartige Stromversorgungslandschaft zu schaffen:

1. Wir müssen Ökostrom-Anlagen auf dem neuesten Stand halten. Braucht die Energiewende nun eine Abwrackprämie? Nicht unbedingt, aber sie muss renoviert werden. Von diesem Markt namens „Repowering“ berichtet unser Aufmacher. Denn davon profitiert das Handwerk.

2. Wir müssen Strukturen schaffen, die Innovation in dieses System einschleift. Technologischer Fortschritt muss honoriert werden. Das muss die Politik lösen.

3. Wir müssen dahinter ein Netz schaffen, das Energie dezentral puffern und intelligent verteilen kann. Davon berichten wir in einer der kommenden Ausgaben.

4. Wir müssen Geräte entwickeln, die dann Energie ziehen, wenn es günstig für das Gesamtsystem ist, ohne die individuelle Verfügbarkeit einzuschränken.

Zugegeben, das ist alles andere als einfach. Wahrscheinlich aber ohne Alternative.

Ihr Olaf Deininger,
Chefredakteur handwerk magazin

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