Interview 90 Prozent nutzen das Internet

Jens-Uwe Hopf vom Zentralverband des Deutschen Handwerks sieht bei den kleinen und mittleren Unternehmen noch Probleme bei der Umsetzung von E-Business.

Interview

90 Prozent nutzen das Internet

hm: Nutzt das Handwerk diese Möglichkeiten?

Hopf: Ja. Eine Befragung der Handwerkskammer Chemnitz zum Einsatz von Kommunikationstechnologien ergab, dass 2006 fast 90 Prozent aller Handwerksbetriebe das Internet nutzen. Etwas mehr als die Hälfte verfügen auch über eine eigene Homepage. Diese Daten sind problemlos für das gesamte Bundesgebiet übertragbar. Dennoch werden die Potenziale des Internets von vielen Unternehmen erst in Ansätzen ausgeschöpft. Dies gilt insbesondere für aufwendigere Anwendungen wie den elektronischen Datenaustausch mit Kunden und Lieferanten sowie die Integration von Online-Daten in die internen Geschäftsprozesse. Auch die E-Commerce-Umsätze bleiben meist noch hinter den Erwartungen zurück.

hm: Welchen konkreten Nutzen können Handwerker aus E-Business-Anwendungen ziehen?

Hopf: Da sind Fragen der Kundenbindung und Kommunikation zu nennen, etwa als Verkaufsplattform mit Informationen für spezielle Kundengruppen. Firmenintern gibt es eine Fülle von Möglichkeiten zur Optimierung der Geschäftsprozesse. Stichworte wie Arbeitszeitmanagement, Mitarbeiterinformation und Einsatzplanung, Verwaltung von Kundendaten, Erstellung von Angeboten oder Austausch von Produktionsdaten seien hier genannt. Auch für ein besseres Kooperationsmanagement eignet sich das Internet hervorragend. Franchise-Konzepte im Handwerk ohne Internet sind inzwischen unvorstellbar.

hm: Wo findet der Unternehmer Hilfe?

Hopf: Hilfestellung bieten die Handwerksorganisationen. In den Bildungszentren finden regelmäßig und für verschiedene Nutzergruppen ausgerichtete Informations- und Schulungsveranstaltungen statt. Innovations- und Technologieberater der örtlichen Kammern stehen kostenfrei mit Rat und Tat zur Verfügung. Zahlreiche Fachverbände des Handwerks bieten „Rundum-Sorglos-Pakete“ für ihre Mitglieder an. In manchen Fällen ist eine Unterstützung durch externe Dienstleister geraten, etwa, wenn Systeme erstellt werden sollen, die den individuellen Bedürfnissen optimal angepasst sind. Auch das Auffinden in Suchmaschinen wird immer wichtiger und wird von den Profis beherrscht. Ein Tipp: Über benachbarte Hochschulen oder Fachhochschulen sind Studenten oder Praktikanten technischer Studiengänge zu erreichen, die dem Unternehmer professionell und kostengünstig unter die Arme greifen, weil sie selbst einen Nachweis praktischer Studienarbeit liefern müssen.