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Erreichbarkeit im Urlaub 70 Prozent können nicht abschalten

Ohne lästiges klingeln, brummen oder vibrieren einfach mal die Seele baumeln zu lassen bleibt für die Mehrheit der Mitarbeiter ein Urlaubstraum: Wie eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt, sind 71 Prozent der Berufstätigen beruflich per Mail, Telefon oder Kurznachricht erreichbar. Das sind nochmal vier Prozent mehr als 2016.

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Ist die ständige Erreichbarkeit auch außerhalb der Arbeitszeit der Preis für ein Leben im „Always-on“-Modus? „Digitale Technologien ermöglichen ein flexibles und selbstbestimmtes Arbeiten – zu jeder Zeit und an jedem Ort“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Diese neuen Freiheiten stellten Führungskräfte und ihre Mitarbeiter gerade während der Urlaubszeit vor Herausforderungen. Da eine Standardregelung bei der Fülle der unterschiedlichen Jobs und Aufgaben schwierig sei, empfiehlt Rohleder individuelle Absprachen zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitern, bei denen die Erholung des Mitarbeiters im Vordergrund steht.

Die Jungen wollen ganz abschalten

Bei den Ergebnissen der Bitkom-Untersuchung überrascht, dass die digital affinste Zielgruppe am wenigsten bereit ist, ihr Smartphone oder Tablet im Urlaub für berufliche Zwecke zu benutzen. Knapp vier von zehn Berufstätigen (37 Prozent) zwischen 14 und 29 Jahren wollen dann nicht erreichbar sein, in der Gruppe der Über-30-Jährigen ist es dagegen nur jeder Vierte (25 Prozent).

Kurznachrichten werden eher gelesen als Mails

Knapp sechs von zehn Berufstätigen (59 Prozent) lesen Kurznachrichten wie iMessage und WhatsApp, ebenso viele (58 Prozent) sind telefonisch erreichbar. Knapp vier von zehn (38 Prozent) lesen geschäftliche E-Mails. Eine hohe Quote, obwohl es nach Angaben von Bitkom in den meisten Fällen keine rechtliche Verpflichtung dafür gibt, im Urlaub erreichbar zu sein.  

Störquelle Nummer eins sind die Kollegen

Wir die Umfrage zeigt, sind es vor allem die Kollegen, die sich während des Urlaubs melden. Sechs von zehn der im Urlaub erreichbaren Berufstätigen (61 Prozent) erhielten im vergangenen Jahr einen Anruf oder eine Nachricht von einem Kollegen. Bei jedem Vierten (23 Prozent) war es der Chef. Kunden meldeten sich bei jedem achten Berufstätigen (13 Prozent). Jeder Vierte (24 Prozent) blieb trotz erklärter Erreichbarkeit ungestört.

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