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Elektromotorräder 5 E-Bikes im Vergleich für Straße und Gelände

Abends oder am Wochenende mal eben zur Entspannung eine Runde auf dem Motorrad drehen. Dabei aber kein Benzin verbrennen, sondern Strom verbrauchen? handwerk magazin stellt fünf E-Bikes vor.

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Elektromotorräder sind keine Spaßbremsen. Im Gegenteil: Wer einmal die lautlose Beschleunigung eines solch drehmomentstarken Bikes ausgekostet hat, ist im wahrsten Wortsinn elektrisiert. Ein Dreh am rechten Griff generiert den vollen Leistungsabruf ab Leerlauf und bedeutet kontinuierlichen Vortrieb ohne Zugkraftunterbrechung. Denn Elektromotorräder kommen ohne Schaltgetriebe aus. Weshalb man Zunftgenossen mit konventionellen Motorrädern beim Ampelstart zügigst hinter sich lässt.

Allerdings hält sich der Spaß bei allen aktuellen Elektromotorrädern in einer gewissen Grenze, die heißt: Reichweite. Je nach Akku, Motorleistung und Temperament des Fahrers hat es sich beispielsweise beim BMW C evolution spätestens nach 100 km ausgestromert, steht die Batterieanzeige auf Rot und man sollte neben einem Ladegerät parken.

Das Kraftfahrtbundesamt verzeichnet für „Krafträder mit Elektroantrieb“ knapp 1.100 Neuzulassungen pro Jahr. Tendenz zwar steigend, allerdings eher dezent. Was möglicherweise nicht allein an der noch relativ beschränkten Reichweite sowie einer langen Akku-Ladezeit der meisten Modelle liegt, sondern auch an dem noch immer sehr überschaubaren Angebot.

Johamer e-mobility: innovatives Elektro-Motorrad

Was auf den ersten Blick so wirkt wie ein Riesen-Insekt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein innovatives Elektro-Motorrad. Das wurde vom österreichischen Konstrukteur Johann Hammerschmid (zugleich Namensgeber der in Bad Leonfelden beheimateten Marke) mit ausgefeilten Technikfeatures und Komponenten auf die Räder gestellt. Augenfällig ist dabei zuvorderst die Zweiarmschwinge mit der Achsschenkel-Lenkung des Vorderrades.

Unter der aerodynamischen Karosse steckt ein auf extreme Torsionssteifigkeit getrimmter Rahmen, der das Feder-/Dämpferpaket sowie den Akku-Pack ebenso platzsparend wie schwerpunktgünstig aufnimmt. Elektromotor und Regler wurden ins Hinterrad integriert. Der somit kompakt bauende Johamer J1 ist in zwei Varianten mit unterschiedlicher Batteriestärke lieferbar: Im Basismodell J1.150 (22.900 Euro) sorgt ein 8,3 kWh starker Akku für 150 Kilometer Reichweite, der J1.200 soll mit 12,7 kWh etwa 200 km schaffen.

Die von Johamer selbst entwickelten Batterien sind auf lange Lebensdauer ausgelegt und werden am Ende ihres Zyklus vom Hersteller zur Weiterverwertung zurückgenommen.

Johammer J1.200
Motor permanent erregter Synchronmotor, lebensdauergeschmiert
Nutzleistung 16 kW / 22 PS
Dauerleistung 11 kW / 15 PS
Drehmoment 220 Nm
Höchstgeschwindigkeit 120 km/h
Preis 24.900 Euro (oder

Zero Motorcycles: für Straße und Gelände

Der Hersteller aus Kalifornien ist einer der Pioniere in Sachen Elektro-Motorräder: Das erste in einer Kleinserie gefertigte Exemplar rollte 2007 aus dem Werk in Santa Cruz. Mittlerweile umfasst die Palette sechs Modelle für den Straßen- und Geländeeinsatz, die schlichte, charakterisierende Buchstaben tragen: S und SR sind die reinen Straßen-Varianten, DS und DSR die Enduros, FX und FXS die Gelände- und Supermoto-Varianten.

Rahmen und Fahrwerk der Zeros entsprechen im Wesentlichen denen eines Verbrenner-Motorrades – vorne wie hinten arbeiten einstellbare Feder-/Dämpferelemente. Der von Zero entwickelte Permanent-Magnetmotor Z-Force 75-5 leistet je nach Ausführung zwischen 11 kW/15 PS (für Einsteiger mit dem Führerschein A1/B) und 52 kW (69 PS), die Reichweite (EU-Verbrauchsnorm) variiert je nach Fahrstil zwischen 128 und 168 Kilometer.

Im Stadtverkehr sollen bis zu 325 km möglich sein. Mit einem Schnellladesystem lassen sich 95 Prozent der Leistung je nach Ausführung in mindestens 1,1 Stunden (11-kW-Version) generieren, standardmäßig ist der Akku in maximal elf Stunden (45-kW-Variante) gefüllt. Die Zero-Preisliste beginnt bei 12.190 Euro für die FX und endet bei 21.285 für die Enduro DSR mit Power-Tank-Akku-Paket.

Zero S ZF 13.0
Motor bürstenloser Permanent-Magnetmotor
Nutzleistung 45 kW / 60 PS
Dauerleistung 21 kW / 28 PS
Drehmoment 110 Nm
Höchstgeschwindigkeit 153 km/h
Preis 15.990 Euro

Energica Motor Company: Superbike mit Carbon-Vollverkleidung

Aus der 2014 gegründeten italienischen Elektro-Motorrad-Schmiede Energica kommen zwei Modelle, die auf den ersten Blick auch als klassische Bikes mit Verbrennungsmotor durchgehen: „Ego“ und „Eva“.

Die „Ego“ tritt in Gestalt eines Superbikes mit einer Carbon-Vollverkleidung, einer einstellbaren Upside-Down-Gabel (die inneren Rohre liegen unten) und einer über ein Mono-Federbein abgestützten Aluschwinge auf. Weitere Zutaten sind eine Brembo-Bremsanlage sowie Diablo-Rosso-Reifen von Pirelli auf 17-Zoll-Felgen. Der ölgekühlte Motor sitzt in einem Stahlrohr-Rahmen und liefert 195 Newtonmeter, die das Motorrad in rund drei Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Der Top Speed wird bei 240 km/h abgeregelt. Exklusive Features sind die elektronische Aktivierung von vier Fahr- und vier Rekuperations-Modi, ein digitales Info-Display, eine Bluetooth-Smartphone-Verbindung und ein Park-Assistent als Rangierhilfe.

Die „Eva“ rollt als Naked-Bike-Version der „Ego“ an, bei der sich die Instrumente hinter einem kleinen Windschild ducken und der Fahrer entspannt am breiteren Lenker thront. Die „Eva“ ist in Grün, Dunkelblau oder Weiß lieferbar. Der Preis für die Energica Eva: 25.400 Euro.

Energica Eva
Motor bürstenloser Permanent-Magnetmotor
Nutzleistung 70 kW / 95 PS
Dauerleistung k.A.
Drehmoment 170 Nm
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Preis 25.400 Euro
Bikes zum Stromern

KTM Sportmotorcycle: Mit "PowerPack" ins Gelände

Mit der österreichischen Kultmarke KTM mischt erstmals ein etablierter Hersteller von konventionellen Motorrädern auf dem Markt der großen Elektro-Zweiräder mit. Erst in diesem Jahr hat die 1934 in Mattighofen gegründete Zweirad-Manufaktur aus ihrer Palette der primär fürs Gelände konzipierten Freeride-Modelle mit der Supermoto-Version „E-SM“ eine zulassungsfähige Ausführung vorgestellt.

Der „PowerPack“ genannte Akku lässt sich mit wenigen Handgriffen austauschen und kann mit einem externen Ladegerät an jede 230-Volt-Steckdose angeschlossen werden. Beide Akkus und das Ladegerät sind im Kaufpreis der KTM-Maschine enthalten.

KTM Freeride E-SM
Motor flüssigkeitsgekühlter Permanentmagnet-Synchronmotor
Nutzleistung 16 kW / 22 PS
Dauerleistung 11 kW / 15 PS
Drehmoment 42 Nm
Höchstgeschwindigkeit k.A.
Preis 11.595 Euro

BMW C evolution: großes Bike statt kleiner Roller

Aus dem Rahmen der großen Elektro-Zweiräder fällt der „C evolution“ von BMW: Der Maxi-Scooter gehört allerdings eher in die Riege der großen Bikes als der kleinen Roller, erfordert er aufgrund seiner maximalen Leistung von 35 kW (48 PS) doch den Motorrad-Führerschein A bzw. den alten „1er“. Vier Fahrmodi decken die Bereiche dynamisch-sportlich bis ökonomisch ab. Im vergangenen Jahr stellte BMW dem Basismodell noch eine „Long Range“-Version zur Seite, die mit einer höheren Dauerleistung aufwartet und deren stärkerer Akku für eine theoretische Reichweite von 160 km sorgt.

Der Scooter lehnt sich nicht nur stilistisch an den BMW Elektro-Pkw i3 an, sondern hat von diesem auch die Technologie der luftgekühlten Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie übernommen, die mit einer Kapazität von 8 kWh aufwartet. Der Elektromotor ist ähnlich einem konventionellen Roller in der Hinterradschwinge integriert, die Kraftübertragung erfolgt über einen Zahnriemen an der Hinterachse. Fahrwerkstechnisch wartet der „C evolution“ mit einer zeitgemäßen Upside-Down-Gabel vorne und einem siebenfach einstellbaren Mono-Federbein auf, ABS und Traktionskontrolle sind die serienmäßigen Sicherheitsfeatures.

BMW C evolution
Motor flüssigkeitsgekühlter permanent erregter Synchronmotor
Nutzleistung 35 kW / 48 PS
Dauerleistung 11 kW / 15 PS
Drehmoment 72 Nm
Höchstgeschwindigkeit 120 km/h
Preis 15.000 Euro

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